Nationalsozialistische Gewaltherrschaft in der Lehre der HS.R

23.07.2012
Von: Theresa Meyer

Studierende der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule Regensburg (HS.R) besuchten die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg.

Prof. Dr. Christoph Knödler und die Studierenden der HS.R vor der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen. Foto: Hochschule Regensburg.

Im Sommersemester 2012 trafen sich Studierende der Hochschule Regensburg (HS.R) und Prof. Dr. Christoph Knödler von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften zur Lehrveranstaltung „Die Aufklärung und Verfolgung von Verbrechen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“. Die Veranstaltung der Fakultät beinhaltete verschiedenste Themen: Es wurden Täter- sowie Opferbiographien vorgestellt und Methoden der Verfolgung von NS-Verbrechern in der BRD und der DDR sowie den Vereinigten Nationen und durch ausländische Nachrichtendienste verglichen. Ein weiterer interessanter Punkt war die Analyse der neonazistische Verleugnungstechniken. Auch die Informationen über die Nürnberger Prozesse und die Ausschwitzprozesse konnte Prof. Knödler den Studierenden spannend aufbereiten.

Der Abschluss der Lehrveranstaltung war eine Exkursion nach Ludwigsburg, wo die Studierenden bei der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen beziehungsweise der Außenstelle des Bundesarchivs Einblick in die praktische Aufarbeitung der NS-Geschichte erhielten. Im ersten Programmpunkt hielt der stellvertretende Leiter Thomas Will einen Vortrag über die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen. Diese wurde im Jahre 1958 eingerichtet, um die Täter der NS-Zeit schnellst- und bestmöglich ahnden und verurteilen zu können. Im Jahr 2000 wurde die Außenstelle des Bundesarchivs mit eingegliedert. Seit 2001 hat auch die Forschungsstelle der Universität Stuttgart ihren Sitz dort.

Im Anschluss an diese Einführung in die Geschichte des Hauses erhielten die Studierenden eine Führung durch die anliegende Ausstellung im Torhaus „Die Ermittler von Ludwigsburg“. Bei einer weiteren Führung mit der Leiterin der Zentralen Stelle Dr. Elisabeth Thalhofer durch die Zentralkartei, in der mehr als 1,6 Millionen Akten und Vermerke über NS-Verbrecher aufbewahrt sind, konnten die Studierenden einen Blick in das Magazin des Bundesarchivs mit seinen 773 laufenden Metern an gelagertem Aktenmaterial werfen. Am Ende der Exkursion hatten die Studierenden die Gelegenheit, sich anhand von Akten selbst in den Fall des Wilhelm Boger einzuarbeiten und mehr über seine Lebensgeschichte, seine Gräueltaten und die Anklagepunkte sowie die Urteilsfindung zu erfahren. Insgesamt waren sowohl die Lehrveranstaltung als auch die Exkursion nach Ludwigsburg für alle eine emotional tief berührende und gelungene Erfahrung.

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