Managementprogramm der HS.R „holt die Welt nach Bayern"

28.06.2012
Von: Alisa Vogt, Marco Häusler

Das Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement (ZWW) der Hochschule Regensburg (HS.R) sucht interessierte Firmen, die Kontakt zu Fachkräften aus dem Ausland knüpfen wollen.

HS.R-Vertreter und Firmen mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen bei der Abschlussveranstaltung im Wirtschaftsministerium 2011. Foto: Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement

Die HS.R arbeitet mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) an einem Projekt, das für bayerische Unternehmen den Weg zu Auslandsgeschäften erleichtert. Geschäftsaufbau im Ausland ist nicht leicht. Viel wert sind Kontakte mit Fachleuten aus anderen Staaten. Nun kommen diese sogar nach Bayern. Interessierte Firmen hierzulande werden gesucht.

„Wir holen die Welt nach Bayern“: Mit diesem ehrgeizigen Anspruch unterstützt die HS.R das Regionale Zentrum Bayern der GIZ bei der Organisation eines Management- und Traineeprogramms für Fachkräfte aus Südafrika, Lesotho, Peru und Kolumbien. Das im Auftrag des bayerischen Wirtschaftsministeriums organisierte Programm behandelt in diesem Jahr schwerpunktmäßig erneuerbare Energien und Umwelttechniken.

Die Gruppe aus Südafrika und Lesotho reist am 9. Juli 2012 an, die Gruppe aus Peru und Kolumbien am 23. Juli 2012. Das Training beginnt mit einem vierwöchigen Theorieteil im Seminarzentrum der GIZ am Starnberger See inklusive Fachexkursionen zu marktführenden bayerischen Unternehmen und Institutionen. Ein Team aus fachkundigen Professoren und Professorinnen der HS.R, sowie erfahrener externer Dozenten, wie zum Beispiel Robert Beckenbauer, sorgt für das notwendige Basiswissen - von den Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln über moderne Technologien bis zu rechtlichen Grundlagen und interkulturellen Kompetenzen.

Im Anschluss an den Theorieteil verbringen die Teilnehmer sieben Wochen in einem bayerischen Unternehmen, um praxisnah Erfahrungen zu sammeln. Die Teilnehmer sind in ihren Heimatländern ausgebildet worden und arbeiten in den Branchen Erneuerbare Energien, Wasseraufbereitung und Abfallmanagement. In den bayerischen Unternehmen erweisen sich die ausländischen Besucher in der Regel als ausgesprochen kompetent, aber ebenso als lernbegierig - und nicht selten bringen sie mit ihrer Außensicht wertvolle neue Aspekte in den betrieblichen Alltag ein. Vielfach ergeben sich daraus konkrete Ansatzpunkte für den gezielten Geschäftsaufbau im Partnerland.

Gesucht sind - vor allem mittelständische - Firmen und Organisationen, die in anderen Staaten aktiv werden wollen und den ausländischen Experten hierzulande Praktika anbieten wollen. Etliche Geschäftskontakte sind auf diese Weise schon entstanden. Für die Schletter GmbH in Kirchdorf bei Haag , die sich mit modernen Solar-Montagesystemen einen Namen gemacht hat, arbeitet beispielsweise der Südafrikaner Nathan Venter, der sich bei so einer Gelegenheit in Bayern aufgehalten hat, inzwischen am Aufbau einer Firma in seiner afrikanischen Heimat mit.

Die Phaesun GmbH in Memmingen, ein Spezialist für netzferne Stromversorgung, hat mit dem Programm nach eigener Aussage „ein hervorragendes Tool gefunden, um die Geschäftsbeziehungen mit ausgewählten Regionen Afrikas langfristig auszubauen“. Neue Geschäftsmöglichkeiten im Ausland erschließt sich über solche Kontakte auch das junge Unternehmen Smart Hydro Power in Feldafing, das mit Kleinstwasserkraftwerken weltweit auf sich aufmerksam macht. 

„Über die GIZ haben wir schon häufiger sehr gute Kontakte bekommen, wenn wir in anderen Ländern etwas Neues aufbauen wollten“, bestätigt Joachim Wagner, der bei Schletter für neue Märkte verantwortlich ist. Er weiß genau:  „Jedes Land hat seine Eigenheiten.“ Und Einheimische tun sich nach seinen Erfahrungen in vieler Hinsicht leichter - von der Kenntnis der kulturellen Besonderheiten bis zu vielerorts üblichen Vorschriften für die Einbeziehung eines bestimmten Anteils regionaler Produkte.

Das Programm zielt demnach in zwei Richtungen: Zum einen sollen positive Effekte für die bayerische Wirtschaft erreicht, zum anderen im jeweiligen Partnerland Entwicklungsprozesse vorangebracht werden. Dies wird als Beitrag zur Nachhaltigkeit verstanden - nicht zuletzt im Sinn einer gerechten Globalisierung mit einem Wissenstransfer, der von Fachthemen bis zu Klimaschutzzielen reicht. Die HS.R ist stolz mit der Unterstützung dieses internationalen Projekts dazu beizutragen.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie unter hier.

Kontakt:
Hochschule Regensburg (HS.R)
Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement (ZWW)
Telefon: 0941 943- 9715
Handy: 0171 1828520
E-Mail: giz.projektmanagement.hsr(at)googlemail.com

Ihre Ansprechpartnerinnen: Alisa Vogt/ Elisabeth Stelzeneder

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