Infoabend zum konsekutiven Masterstudiengang Advanced Nursing Practice

21.10.2021
Von: Julia Roth

Interessierte hatten Mitte Oktober 2021 die Möglichkeit, sich bei einem Online-Infoabend der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften über den konsekutiven Masterstudiengang Advanced Nursing Practice zu informieren.

Über den konsekutiven Masterstudiengang Advanced Nursing Practice informierten Dozierende und Studierende des Studiengangs bei einem virtuellen Informationsabend.

Über den konsekutiven Masterstudiengang Advanced Nursing Practice informierten Dozierende und Studierende des Studiengangs bei einem virtuellen Informationsabend. Screenshot: OTH Regensburg/Julia Roth

Durch den Infoabend führten gemeinsam Prof. Dr. Annette Meussling Sentpali von der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitsheitswissenschaften der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und Prof. Dr. Susanne Schuster von der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN).

Der dreisemestrige Masterstudiengang Advanced Nursing Practice (ANP) mit den Schwerpunkten "Akutpflege" oder "Psychiatrische Pflege" wird kooperativ von der OTH Regensburg und der EVHN angeboten und schließt mit dem Master of Science ab. Aufbauend auf einen pflegewissenschaftlichen Bachelor ist der Masterstudiengang explizit für die pflegerische Praxis konzipiert und hat zum Ziel, die Absolvent*innen auf ein erweitertes Aufgabenspektrum und auf komplexe und anspruchsvolle Versorgungsbedürfnisse vorzubereiten. Wie andere Masterstudiengänge eröffnet er die Möglichkeit zur anschließenden Promotion.

Ein Studium, zwei Schwerpunkte

Bei der Bewerbung legen die angehenden Studierenden bereits fest, welchen Schwerpunkt ("Akutpflege" an der EVHN oder "Psychiatrischen Pflege" an der OTH Regensburg) sie studieren möchten. In jedem der drei Semester finden schwerpunktspezifische Module statt, sodass diese das ganze Studium begleiten. Der Schwerpunkt "Psychiatrische Pflege", vorgestellt von Studienfachberaterin Prof. Dr. Christa Mohr, beinhaltet neben psychiatrischer Krankheitslehre, die gemeinsam mit Medizinstudierenden in Kooperation mit der Universitätsklinik Regensburg gelehrt wird, auch rechtliche Rahmenbedingungen und grundlegende Konzepte. Außerdem finden Skills-Lab-Einheiten statt, etwa zum Thema "Therapeutische Basiskompetenzen", "Therapiemethoden", "Gruppentherapie" oder "Deeskalations- und Krisenmanagement". Beinhaltet ist auch ein Praxisprojekt an anderen, z. T. ausländischen Kliniken, wo bereits Pflegexperten ANP praktizieren.

Der Schwerpunkt "Akutpflege", vorgestellt von Prof. Dr. Susanne Schuster, Studiengangleitung und Leiterin des Schwerpunktes, bietet ein breites Spektrum an Inhalten: Aktuelle Leitlinien und Behandlungsstandards bei ausgewählten akutpflegerischen Handlungsbedarfen, Clinical Assessment, Selbstmanagementförderung und strategischer Umgang mit lebensbedrohlichen Erkrankungen werden behandelt und vom Skills-Training begleitet. Die Anwendung pflegewissenschaftlicher Inhalte erfolgt ebenfalls in einem Praxisprojekt im zweiten Semester und erlaubt über ein zweiwöchentliches Praktikum einen Einblick in ein ANP-Arbeitsfeld. Kennzeichnend für den Schwerpunkt "Akutpflege" ist die individuelle ANP-Rollenentwicklung aller Teilnehmenden über alle drei Semester hinweg, wobei eine fachliche Begleitung seitens der Hochschule mit Praxisbesuchen erfolgt. Das Studium eignet sich für Pflegepraktiker*innen mit Examen und Berufserlaubnis und einem vorausgegangenen Studium, das mindestens 180 ECTS und davon 30 ECTS in Pflegewissenschaften aufweist. Eine Teilzeitbeschäftigung in der Pflegepraxis ist mit dem Studium vereinbar und wird sogar gewünscht.

Die Lehrveranstaltungen finden blockweise und abwechselnd an der OTH Regensburg als auch an der EVHN statt und bieten einen intensiven Theorie-Praxis-Bezug, der die individuellen Praxiseinrichtungen und beruflichen Erfahrungen des Studierenden aufgreift und mit einbezieht. Überschaubare Gruppen ermöglichen eine individuelle Betreuung und angenehme Lernatmosphäre.

ANP-Absolvent*innen sind gefragt

Absolvent*innen erlangen mit dem Studiengang ANP-Kernkompetenzen und fachspezifisches Spezialwissen sowie vertiefte pflegepraktische Fertigkeiten in Pflegeentwicklung, -vertiefung und Forschung. In der Gesundheitsversorgung sind Qualitätssicherung und -verbesserung ein ständiges Ziel und der Bedarf nach akademisch qualifiziertem Personal wächst. „Es ist ein boomender Bereich, es wird gezielt nach ANP-Absolvent*innen gesucht“, so Prof. Dr. Schuster.

Abschließend stellten ehemalige und aktuelle Studierende ihre Erfahrungen dar. Die Entscheidung für den ANP-Studiengang fiel bei vielen aufgrund der Motivation, in der klinischen Praxis bleiben zu wollen. Eine ehemalige Studentin berichtet, ihr Berufsbild sei durch das Studium gestärkt und klarer geworden. Ihr ehemaliger Kommilitone bestärkt die Aussage und ergänzt: „Das Studium bringt einen auch persönlich extrem weiter“. Doch braucht es auch viel Pioniergeist, denn ein Verständnis hinsichtlich ANP-Rollen ist noch ausbaufähig und noch nicht in allen Einrichtungen etabliert. Hierzu werden die Absolvent*innen des Studiengangs befähigt und unterstützt.

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