Forschungsprojekt aus Energiewirtschaft, Informatik und Architektur bewilligt

21.11.2019
Von: Prof. Dr. Rudolf Hackenberg

Das fachübergreifende Forschungsvorhaben SEGAL mit Multiplikatorwirkung, an dem neben der OTH Regensburg viele weitere Partner aus Energiewirtschaft, Informatik und Architektur kooperativ beteiligt sind, wurde bewilligt.

Von links: Prof. Dr. Hackenberg (OTH Regensburg), Larissa Glück (Sagemcom Fröschl), Beate Eickhoff (VDI/VDE Innovation + Technik GmbH), Klaus Schwendner (Architekturbüro Konsensplan), Gordon Speda (E.ON Metering GmbH), Prof. Dr. Windisch (eMundo GmbH), Stefan Pokorny (Versicherungskammer Bayern), Tabea Spahn (eMundo GmbH) sowie Julian Graf und Katrin Neubauer (OTH Regensburg).

Von links: Prof. Dr. Rudolf Hackenberg (OTH Regensburg), Larissa Glück (Sagemcom Fröschl), Beate Eickhoff (VDI/VDE Innovation + Technik GmbH), Klaus Schwendner (Architekturbüro Konsensplan), Gordon Speda (E.ON Metering GmbH), Prof. Dr. Hans-Michael Windisch (eMundo GmbH), Stefan Pokorny (Versicherungskammer Bayern), Tabea Spahn (eMundo GmbH) sowie Julian Graf und Katrin Neubauer (OTH Regensburg). Foto: Dirk Greschke

SEGAL – Secure Gateway Service for Ambient Assisted Living ist ein Forschungsvorhaben mit Multiplikatorwirkung auf die sich entwickelnden digitalen Märkte des Ambient Assisted Living (AAL) und des Energiebereichs – ein Projekt an dem neben verschiedenen Kooperationspartnern auch die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) beteiligt ist. 

Die Digitalisierung im Energiebereich verändert nachhaltig die Systeme und fordert ein Umdenken in der Branche. Zentrales Erfolgselement der Digitalisierung im Energiebereich ist die Etablierung einer IT-Infrastruktur zur sicheren Kommunikation und die Abbildung von zukünftigen Mehrwertdiensten (z. B. AAL).

Demografischer Wandel und die Zukunft des Wohnens

In der Ausprägung des zukünftigen Wohnens und Lebens zeigt sich ein Trend zur Erschließung des urbanen Wohnens und der Gleichberechtigung ländlicher Regionen. Der demografische Wandel führt mittelfristig dazu, dass der Bedarf einer weitreichend seniorengerechten und assistenzgerechten Ausgestaltung der Wohnumgebung zunimmt. Die anhaltende bauordnungsrechtliche Verpflichtung zur Errichtung von barrierefreiem Wohnraum führt zunehmend dazu, auch mobilitätseingeschränkte Personen und Personen mit kognitiven Einschränkungen länger als bisher in die Lage zu versetzen, selbstständig ihren Alltag zu bewältigen und länger in ihren eigenen Wohnräumen zu bleiben, bevor sie gezwungen sind, in Altenheime oder stationäre Pflegeeinrichtungen umzuziehen.  

Entsprechende Umsetzungskonzepte werden als AAL bezeichnet. Im Zuge der Digitalisierung aller Lebensbereiche ergeben sich zahlreiche Anwendungsbereiche für AAL. Ein wichtiger Aspekt für die Umsetzung unter den oben genannten Bedingungen ist die Vernetzung von digitalen medizinischen Endgeräten oder Sensoren sowie Daten, die aus dem Bereich der Gebäudeautomatisierung zur Verfügung gestellt werden können (TGA, Smart Home etc.). Dabei handelt es sich um personenbezogene, vertrauenswürdige und besonders schützenswerte Daten.

Infrastruktur für Digitalisierung in der Energieversorgung steht

Im Bereich der Energieversorgung wurde dafür bereits die notwendige Infrastruktur vorbereitet und gesetzlich verankert. Im Zentrum steht die sichere und standardisierte Datenübertragung, die durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) spezifiziert und zertifiziert ist (Smart Meter Gateway, „sicherer Kanal“). 

Für Energieversorger wird zukünftig ein kritischer Erfolgsfaktor sein, zusätzliche Mehrwertdienste auf innovative Infrastrukturen abbilden zu können. Ziel des Forschungsprojekts SEGAL ist die Entwicklung eines AAL-Dienstes, der die vorhandene „Smart Meter-Infrastruktur“ als sicheren Übertragungsweg nutzt. Der SEGAL-Dienst besteht aus folgenden Systemkomponenten:

  • Integrationsschicht für Sensorik
  • Intelligente Aggregation
  • Sichere Anbindung an die Fernleitstelle
  • Intelligentes Datenmanagement

AAL-Hub als lernendes, sicheres System

Für den SEGAL-Dienst wird die Systemkomponente „intelligente Aggregation“ (sog. “AAL-Hub“) entwickelt. Der AAL-Hub versteht sich als ein lernendes, sicheres System, das in der Lage ist, neue Sensoren zu erkennen und in das bereits bestehende System mit einzubinden, sowie Zustände, die von vordefinierten oder gelernten (künstliche Intelligenz) Normalzuständen abweichen, zu identifizieren. Die räumlich entfernte Leitstelle wird über den „sicheren Kanal“ eingebunden und kann über ein AAL-Daten-Management, inklusive Kontaktaufnahme mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, Aktionssteuerung, Update-Management sowie Archivierung direkt oder indirekt auf die Situation vor Ort reagieren. 

Sicherer und zertifizierter Kanal für vertrauenswürdige Kommunikation

Der Ansatz stellt sicher, dass ein AAL-Dienst ohne zusätzlichen Infrastrukturaufbau zur Verfügung gestellt werden kann und somit alle Wohneinheiten in Stadt und Land erreicht. Kernbestandteil der Lösung aus der Energieversorgung ist der vom BSI spezifizierte sichere und zertifizierte Kanal zur vertrauenswürdigen Kommunikation.

Am interdisziplinären Forschungsprojekt SEGAL sind als Kooperationspartner neben der OTH Regensburg auch eMundo GmbH, E.ON Metering GmbH, Sagemcom Fröschl GmbH und das Architekturbüro Konsensplan beteiligt sowie als assoziierte Partner die Versicherungskammer Bayern. Gefördert wird das Projekt aus dem FuE-Programm "Informations- und Kommunikationstechnik Bayern" des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

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