Der richtige Standpunkt: gegen Gewalt

21.11.2007
Von: Judith Kraus, Michaela Schindler

Zahlreiche Füße standen Modell gegen Gewalt an Frauen

Am Dienstag, den 20.11., war im Foyer der Cafeteria der Hochschule (FH) Regensburg Einiges geboten: Das Forum Sozialwesen, die Hochschulfrauenbeauftragte und zwei anerkannte regionale Fachstellen für Gewaltproblematik – der NOTRUF und Beratung e. V., Beratungs- und Fachzentrum gegen sexualisierte Gewalt, und das Autonome Frauenhaus Regensburg, Frauen helfen Frauen e. V. – veranstalteten dort die kreative Mitmachkampagne „Der richtige Standpunkt: gegen Gewalt“. Nach offiziellen Begrüßungsworten durch den  Präsidenten der FH, Prof. Dr. Eckstein, hatten StudentInnen, DozentInnen und externe BesucherInnen die Möglichkeit, ihre individuelle Meinung zum Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder öffentlich zu machen: Vor drei verschiedenen Kulissen konnten sie ihre Füße zusammen mit ihrem Standpunkt fotografieren lassen. Die entstandenen Bilder werden auf die Homepage des Bundesverbandes Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff), der die Mitmachkampagne initiiert hat, gestellt. Neben den Standpunkte-Fotos vieler Prominenter – wie Ursula von der Leyen, Sarah Wiener, Hella von Sinnen oder Michaela May – findet man dort bereits rund 1000 Fotos,  die die starke Lobby für Frauen und gegen Gewalt symbolisieren.

Die Dringlichkeit der Thematik, wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal Opfer einer Gewalttat wird.  Die Gewaltpalette ist hierbei vielfältig: Psychoterror, Schläge, Demütigungen, Vergewaltigung. Viele Betroffene schweigen, weil sie sich schämen, weil sie sich mitverantwortlich fühlen oder weil sie die tägliche Gewalt als Normalität wahrnehmen. Da Gewalt aber keine Privatsache, sondern ein gesellschaftspolitisches Thema ist, braucht es viele Standpunkte. „Wir möchten grundsätzlich soziale Themen in die Hochschuldiskussion einbringen und unsere MitstudentInnen zur Meinungsäußerung anregen – vor allem zu Themen, die im akademischen Alltag normalerweise unter den Tisch fallen würden.“, begründet Michaela Schindler vom Forum Sozialwesen, warum die Aktion an der Hochschule Regensburg durchgeführt wurde. Neben dem Mitmachen konnten sich Studierende und Dozenten über Hintergründe, Auswirkungen und Unterstützungsangebote zur Gewaltproblematik informieren.

Wenn Sie sich ebenfalls an der bundesweiten Mitmachkampagne beteiligen möchten, finden Sie nähere Informationen unter www.bv-bff.de. Noch dazu, weil bereits am kommenden Sonntag, dem 25. November, der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist.

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