Bauzaunausstellung: "Bioökonomie findet Stadt"

05.08.2021
Von: Stadt Regensburg; Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Noch bis zum Herbst 2021 ist die Ausstellung auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne zu sehen. Mit dabei: Das Verbundprojekt von Universität und OTH Regensburg zum Thema "Grünes Erdgas".

Grünes Erdgas – klimaneutral in die Zukunft: Dieses Bauzaunbanner illustriert in der Ausstellung das Verbundprojekt von Universität und OTH Regensburg.

Grünes Erdgas – klimaneutral in die Zukunft: Dieses Bauzaunbanner illustriert in der Ausstellung das Verbundprojekt von Universität und OTH Regensburg.

Prof. Dr. Wolfgang Baier bezeichnete das Verbundprojekt als „Paradebeispiel dafür, wie wir an der OTH Regensburg mit innovativer Forschung praktische Lösungen für die Anforderungen von morgen finden“.

Prof. Dr. Wolfgang Baier bezeichnete das Verbundprojekt als „Paradebeispiel dafür, wie wir an der OTH Regensburg mit innovativer Forschung praktische Lösungen für die Anforderungen von morgen finden“.

„Wir bringen Wind- und Sonnenenergie in die dunklen Flautenzeiten“: Prof. Dr. Michael Sterner. Fotos: Peter Ferstl, Stadt Regensburg

„Wir bringen Wind- und Sonnenenergie in die dunklen Flautenzeiten“: Prof. Dr. Michael Sterner. Fotos: Peter Ferstl, Stadt Regensburg

Wie können wir nachhaltiger leben? Wie trägt die Bioökonomie zur Bewältigung der Klimakrise bei? Und was haben Algen, Pilze, Gras, alternative Baustoffe und bunte Farben damit zu tun? Noch bis in den Herbst ist eine Bauzaunausstellung auf dem Freigelände der PrinzLeoKultur zu sehen. "Bioökonomie findet Stadt" gehört zu den 16 neuen Förderprojekten im Wissenschaftsjahr 2020/2021 – Bioökonomie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Regensburg ist, neben Bochum, Bielefeld, Bremen, Halle (Saale), Karlsruhe, Oldenburg, Potsdam und Siegen eine der Städte, in denen die Bauzaunausstellung hängt und die spannende Projekte von Wissenschaftler*innen aus diesen Städten leicht verständlich zeigt.

Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensweise

„Ich freue mich, dass die OTH Regensburg mit dem von ihr koordinierten Verbundprojekt ORBIT hierzu einen Beitrag leisten kann“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Baier bei der Ausstellungseröffnung. Gemeinsam mit der Universität Regensburg zeige man eindrucksvoll, „wie man mit dem Einsatz von Mikroorganismen Grüne Energie erzeugen kann“, so der Präsident der OTH Regensburg. „Das ist ein Paradebeispiel dafür, wie wir an der OTH Regensburg mit innovativer Forschung praktische Lösungen für die Anforderungen von morgen finden und damit zu einer nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise beitragen“, betonte Prof. Dr. Baier.

Deutschland mit sauberem Gas versorgen

Die Wissenschaftler*innen arbeiten im Regensburger Verbundprojekt daran, woher eigentlich zukünftig die Kraftstoffe für den Schwerlastverkehr, die Schifffahrt und die Industrie kommen sollen. Eine Lösung liegt in der Power-to-Gas-Technologie, die von Prof. Dr. Michael Sterner (OTH Regensburg) mitentwickelt wurde. Es gibt seit über zehn Jahren Versuchsanlagen, die aus Ökostrom, Wasser und CO2 sauberes Erdgas herstellen. Dieses hat beste Brenneigenschaften und kann über das bestehende Erdgasnetz zu den Verbraucher*innen geleitet werden. Die Regensburger Wissenschaftler*innen wollen nun einen neuen Weg beschreiten, um zukünftig ganz Deutschland mit diesem sauberen Gas zu versorgen.

Gasproduktion im Untergrund

Dazu haben sie aus dem Lehrstuhl für Mikrobiologie & Archaeenzentrum der Universität Regensburg eigens eine Firma ausgegründet, die Microbify GmbH. Anstatt große Anlagen zu bauen, verlagern sie die Gasproduktion in den Untergrund, in ehemalige Erdgaslagerstätten, die bislang als Zwischenspeicher für importiertes Erdgas genutzt wurden. In diesen Untergrundspeichern leben Mikroorganismen, die sogenannten methanogenen Archaeen, die auf natürlichem Weg das grüne Erdgas bilden.

Der Lehrstuhl für Mikrobiologie (Prof. Dr. Dina Grohmann), an dem auch das deutsche Archaeenzentrum angesiedelt ist, kann auf jahrzehntelange Studien und Kultivierungserfahrung dieser speziellen Mikroorganismen zurückgreifen. Die Forscher*innen wissen, dass die Archaeen lediglich mit Wasserstoff und CO2 gefüttert werden müssen, damit sie das grüne Erdgas bilden. Für ihren Ansatz haben die Gründer*innen der Microbify GmbH kürzlich den 3. Preis des internationalen Start-up-Wettbewerbs "Plan B – Biobasiert.Business.Bayern" geholt. Dieser zeichnet die besten Geschäftsideen aus, die die Herausforderungen für die Rohstoffwende und eine nachhaltigere Zukunft adressieren.

Lösung für das Speicherproblem

„Die von mir mitentwickelte Technologie Power-to-Gas löst das Speicherproblem und bringt Wind- und Sonnenenergie in die dunklen Flautenzeiten. Über die Kooperation mit der Universität Regensburg haben wir einen hervorragenden Prozess entwickelt, mit dem sich das umsetzen lässt. Was wir für diese Wasserstofftechnologie brauchen ist ein starker Ausbau an erneuerbarer Energie, allen voran Wind und Solar“, sagt Prof. Dr. Michael Sterner.

Austausch zwischen Gesellschaft und Forschung

Präsentiert wird die Ausstellung vom Verein "proWissen Potsdam e.V." gemeinsam mit dem Verein "science2public – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation e.V." aus Halle (Saale). Beide sind, genau wie die Stadt Regensburg, Mitglied im Strategiekreis "Wissenschaft in der Stadt!" (SK WISTA). Dieser Strategiekreis hat das Ziel, das Thema Verortung von Wissenschaft in der Stadt voranzutreiben und Möglichkeiten zum Austausch zwischen Gesellschaft und Forschung zu schaffen. In Regensburg sind ideale Orte hierfür unter anderem das Degginger in der Altstadt, der BioPark und bald auch die MINT-Labs auf dem TechCampus.

Bauzaunbanner aus recycelten PET-Flaschen

Bioökonomie heißt verantwortungsvoll und nachhaltig handeln. Wie? Ganz einfach: Papier aus Gras, Kaffeekapseln aus Holz, Energiespeicher aus Eierschalen – allgemein: umweltverträgliche Produkte auf der Basis nachhaltiger Rohstoffe. Durch Forschung wird bereits heute versucht, Lösungen für die Anforderungen von morgen zu finden. Die präsentierten spannenden Projekte ermöglichen es, unsere Welt besser zu verstehen und die Probleme unserer Zeit zu lösen. Nachhaltig geht es bei dieser Ausstellung nicht nur inhaltlich zu. Die Bauzaunbanner bestehen zu 100 % aus recycelten PET-Flaschen und werden nach dem Ende der Ausstellung im Rahmen von Kunstprojekten erneut verwertet.

Informationen zum Projekt und zu begleitenden Veranstaltungen gibt es unter www.wissenschaft-in-der-stadt.de/biooekonomie

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