Architekturstudierende und ihre Sicht auf Etzenricht

21.06.2022

Unter dem Titel „Etzenricht – was geht auf dem Land?“ zeigt die Gemeinde Etzenricht im Landkreis Neustadt an der Waldnaab am Sonntag, 26. Juni 2022, im Rahmen der Veranstaltung „Architektouren“ eine Vernissage mit studentischen Arbeiten der OTH Regensburg. 

Ein renoviertes Austragshaus als Alternative zum Seniorenheim - ein Modell für die Weidener Straße 31. Entwurf: Marie Bömmel und Julius Schönberger

Ein renoviertes Austragshaus als Alternative zum Seniorenheim - ein Modell für die Weidener Straße 31. Entwurf: Marie Bömmel und Julius Schönberger

Das alte Bankgebäude als Co-Working-Space - eine Idee für die Weidener Straße 18. Entwurf: Nelli Schaller und Constanze Braun

Das alte Bankgebäude als Co-Working-Space - eine Idee für die Weidener Straße 18. Entwurf: Nelli Schaller und Constanze Braun

Thema ist die Reaktivierung leerstehender Gebäude im Zentrum der Gemeinde. Zu sehen sind studentische Arbeiten der OTH Regensburg, die in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) für insgesamt zehn konkrete Gebäude entstanden sind. Rund 80 Studierende haben des Bachelorstudienganges Architektur der OTH Regensburg haben sich mit zehn bereits leerstehenden oder kaum mehr genutzten Anwesen im Ortskern befasst. Dabei haben sie einerseits baulich-architektonische Lösungsansätze und andererseits nutzungsmäßige Vorschläge zur Wiederbelebung der meist ortsbildprägenden Anwesen und der damit verbundenen Aktivierung des Ortskernes gesucht. Die Konzepte zeigen auf, wie Vorhandenes bewahrt, transformiert und somit weiterer Flächenverbrauch vermieden werden kann. Beleuchtet werden die Fragen: Welche Qualitäten können erhalten und reaktiviert werden? Wie kann Leben im Ortskern in Zukunft auch für junge Leute attraktiver werden? Welche neuen Nutzungen können in die oft landwirtschaftlich geprägten Ortskerne einziehen? Und vor allem: Wie können diese unterschiedlichen Interessen im Sinne der Innenentwicklung zusammenfinden und das Dorf vitalisieren?

Ausstellung bis 8. Juli geöffnet

Die studentischen Arbeiten werden der Öffentlichkeit im Kirchsaal St. Nikolaus in Etzenricht präsentiert. Die Ausstellungseröffnung findet am 26. Juni 2022 um 14 Uhr im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung „Architektouren“ der Bayerischen Architektenkammer statt und richtet sich gleichermaßen an Eigentümer*innen mit ähnlichen Immobilien, Kommunalvertreter*innen und alle interessierten Bürger. Im Anschluss an die Vernissage öffnen zwischen 15 und 17 Uhr die bearbeiteten Gebäude ihre Pforten, und Interessierte sind herzlich eingeladen, sich von den Studierenden und den Eigentümerinnen direkt vor Ort informieren zu lassen und Fragen zu stellen. Im historischen Beutner Hof werden Kaffee, Kuchen und Getränke angeboten. Die Ausstellung ist bis zum 08. Juli 2022 täglich zwischen 16 und 18 Uhr  geöffnet. 

Paradebeispiel für die Oberpfalz

Etzenricht steht stellvertretend für viele Gemeinden in der Oberpfalz. Während die Ortskerne der mitunter traditionsreichen Dörfer zunehmend von Leerstand und Verfall bedroht sind, wachsen gleichzeitig Neubaugebiete an den Rändern dieser Gemeinden mit allen Facetten des Traums vom Eigenheim.  Neben der OTH Regensburg und dem ALE unterstützt auch Bürgermeister Martin Schregelmann das Projekt tatkräftig. Er möchte die Eigentümer*innen sensibilisieren und im Idealfall motivieren, über eine Wiederbelebung ihres Anwesens nachzudenken. Das Studentenprojekt wird fachlich und organisatorisch durch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz unterstützt. Die Zusammenarbeit zwischen OTH Regensburg und dem ALE Oberpfalz geht zurück auf einen langjährigen Kontakt – thematisch geht es dabei um Strukturwandel auf dem Land. Das Projekt verlässt dazu die fiktiven Grenzen der fakultätsbezogenen studentischen Arbeit. Es bezieht konkrete Objekte ebenso wie dritte Akteure mit ein. Obwohl nichts Konkretes gebaut wird, ermöglichen es die Arbeiten, dass die Gemeinde in neuer, unerwarteter Perspektive sichtbar wird. Von der Zusammenarbeit profitieren die Studierenden durch die praxisnahe Bearbeitung regionaler wie zukunftsorientierter Fragestellungen. Im Idealfall profitieren alle Beteiligten durch die Vielzahl interessanter Beiträge und Impulse für die Zukunft des Ländlichen Raumes. 

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