Anwenderkonferenz Windenergie hört Professoren der HS.R

19.12.2012
Von: Prof. Georg Scharfenberg, Prof. Dr. Michael Sterner

Die Energiewende in Bayern wird zunehmend durch Windenergie bestimmt. Professoren der Fakultät Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Regensburg (HS.R) zeigen Problematiken und Chancen im Zusammenhang mit der Nutzung der Windkraft auf.

Prof. Dr. Michael Sterner im Vortrag zum Vergleich der Speichertechnologien

Prof. Georg Scharfenberg (stehend) leitet die Podiumsdiskussion mit (von links) Christoph Manseder (Vestas Deutschland GmbH), Peter Symmank (CSO Energy GmbH), Dr. Thomas E. Banning (Naturstrom AG), Martin Schaller (Enercon GmbH). Fotos: Raul Martinez Royo

Von 15. bis 16. November 2012 fand in Neumarkt in der Oberpfalz die 6. Anwenderkonferenz zur Windenergie im Binnenland statt. Die vom Ostbayerischen Technologie-Transfer-Institut e.V. (OTTI) veranstaltete Konferenz wird seit einigen Jahren von Prof. Georg Scharfenberg von der HS.R geleitet und zieht regelmäßig bis zu 100 Teilnehmer überwiegend aus Süddeutschland und angrenzenden Ländern an. Sie bietet mit der Vortragsreihe Betreibern, Betriebsführern, Herstellern, Dienstleistern und allen anderen Interessierten fachlich fundierte Informationen und durch die zahlreichen Diskussionsmöglichkeiten ermöglicht die Konferenz die Gelegenheit zum Kontakte-Knüpfen und zum direkten Austausch. 

Der Themenrahmen der Anwenderkonferenz betrifft die sich ändernden Rahmenbedingungen für die erneuerbaren Energieformen, die aktuellen Brennpunkte auf der juristischen Ebene, wie die Genehmigungsverfahren und dem Luftverkehr, die anstehende Problematik der Netzintegration der elektrischen Energie und die Kosten- und Wirtschaftlichkeitsaspekte von Windkraftanlagen.

Einen großen Raum nehmen zudem Innovationen in der Anlagentechnik sowie erfolgreiche Projekte und Entwicklungen ein. Am Ende der zwei Tage währenden Konferenz stand in diesem Jahr die Besichtigung zweier Windparks auf dem Programm, geplant und gebaut von der Regensburger Ostwind-Gruppe und der Windpower GmbH.

Das Thema der Netzintegration der Erneuerbaren Energien wird von Prof. Dr. Oliver Brückl an der Hochschule Regensburg vertreten. Sein viel beachteter Beitrag zeigte die technischen Herausforderungen der Einspeisung und Verteilung der elektrischen Windenergie im vorgegebenen Rahmen der bestehenden Netze.

Prof. Dr. Brückl  musste allerdings erklären, dass die bestehenden Rechtsvorgaben zu unzumutbaren technischen Lösungen und extremen Kosten führen würden, sollten die Regularien zur Einspeisung der Windenergie nicht verändert werden. An einer möglichen technischen Lösung, dem "Regelbaren Ortsnetztrafo" (RONT) engagiert er sich an der HS.R und fordert die Politik auf, die Entwicklung der Netze im Systemkontext durchzuführen. 

Prof. Dr. Michael Sterner steht als Mit-Erfinder für den Zukunftsspeicher "Power to Gas" und setzt sich an der Hochschule Regensburg für die Speicherung der Leistungsspitzen aus Windenergie in Form von Methangas zum Ausgleich der Fluktuation der Erneuerbaren Energien ein.

Der Beitrag von Prof. Dr. Sterner auf der Anwenderkonferenz zeigte die ganze Bandbreite möglicher Speichertechnologien sowie deren Machbarkeit und Kosten auf. Er zeigte, dass die Wirtschaftlichkeit von Systemen mit gespeicherter elektrischer Energie noch nicht gegeben sei, wobei die ersten erfolgreichen Schritte zur Etablierung von Speichertechnologien mit kleineren Druckspeichern oder Batteriespeichern bereits gemacht wurden.

Auch für das Konzept "Power to Gas" konnte er Beispiele mit der Inbetriebnahme von Forschungsanlagen nennen. Prof. Dr. Sterner führte aus, dass heute die Notwendigkeit der Speicherung elektrischer Energien am Netz noch nicht bestehe. Die Brisanz liege vor allem darin, dass wir parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien die Entwicklung der Speichertechniken nicht vernachlässigen dürfen, um die Zuverlässigkeit der Netze nicht zu gefährden.

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