3-D-Druck wird für Unternehmen immer interessanter

12.02.2020
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Die IHK Regensburg und der Technologie Campus Parsberg-Lupburg informierten interessierte Besucherinnen und Besucher am 29. Januar 2020 zum Thema "Additive Fertigung" – Forschung und Entwicklung in der 3-D-Druck-Fertigung.

Prof. Dr. Stefan Hierl zeigte im Vortrag, wie ein Bauteil mittels additiver Fertigung optimiert werden konnte.

Prof. Dr. Stefan Hierl zeigte im Vortrag, wie ein Bauteil mittels additiver Fertigung optimiert werden konnte.

Anton Schmailzl, operativer Leiter TC Parsberg-Lupburg, ermunterte die Unternehmer zur Zusammenarbeit.

Anton Schmailzl, operativer Leiter TC Parsberg-Lupburg, ermunterte die Unternehmer zur Zusammenarbeit.

Ein Stent wie dieser muss mehreren hundert Millionen Lastwechsel standhalten.

Ein Stent wie dieser muss mehreren hundert Millionen Lastwechsel standhalten.

Masterstudent Dennis Meisner führte eine Besuchergruppe durch den Bereich "Additive Fertigung Kunststoffe"

Masterstudent Dennis Meisner führte eine Besuchergruppe durch den Bereich "Additive Fertigung Kunststoffe". Fotos: Ludwig Langwieder

Das Interesse am Bereich 3-D-Druck vonseiten der Unternehmer wächst stetig. Dementsprechend groß war der Andrang beim „Treffpunkt Hochschule“, einer Veranstaltungsreihe von IHK Regensburg und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg), die am 29. Januar 2020 am neuen Technologie Campus Parsberg-Lupburg zum Thema „Additive Fertigung“ fortgesetzt wurde.

Die wissenschaftliche Leitung des TC Parsberg-Lupburg, bestehend aus Prof. Dr. Andrey Prihodovsky, TH Deggendorf, sowie Prof. Dr. Ulf Noster und Prof. Dr. Stefan Hierl, beide OTH Regensburg, beschäftigen sich am TC Parsberg-Lupburg mit additiver Fertigung. Additive Fertigung bezeichnet die Fertigung im 3-D-Drucker. Kunststoffe oder Metalle werden dabei nach und nach aufgetragen, so dass ein gewünschtes Teil Schicht um Schicht entsteht. Vor rund 80 interessierten Besuchern demonstrierte Prof. Dr. Hierl am Beispiel eines so genannten Kragträgers, wie es seinem Team gelungen ist, ein solches Bauteil im 3-D-Druck-Verfahren zugleich leichter und belastbarer zu machen. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens sei es, dass den Teilen Mehrwerte, beispielsweise eine schalldämpfende Funktion, hinzugefügt werden können. Gegenüber konventioneller Fertigung sei zwar „mehr Brain-Work“ erforderlich, fasste Hierl zusammen, in gewissen Stückzahlen könne sich das am Ende aber durchaus rechnen.

Auch Prof. Dr. Ulf Noster betonte in seinem Vortrag, dass es immer kostengünstiger wird, kleine Serien im 3-D-Druck zu produzieren. So könnten auf einer einzigen Bauplattform beispielsweise mehr als 400 patientenspezifisch angepasste Zahnimplantate gefertigt werden. Da im medizinischen Bereich höchst individuelle Teile gebraucht werden, findet der 3-D-Druck dort schon stark Anwendung. Als weitere Beispiele führte Noster passgenau erstellte Hüft- oder Schädelimplantate an.

Anton Schmailzl, operativer Leiter des TC Parsberg-Lupburg, und Prof. Dr. Thomas Falter, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Angewandte Forschung und Wirtschaftskooperationen (IAFW) der OTH Regensburg, brachten im Plenum ihre Hoffnung zum Ausdruck, die geballte Kompetenz am Standort mit möglichst vielen Unternehmen aus der Region teilen zu können. „Eine Zusammenarbeit ist von den kleinsten Dienstleistungen bis hin zu Großaufträgen möglich“, betonte Schmailzl. Zudem werde es bald möglich sein, auch größere Bauteile zu drucken.

Kurz stellte sich noch Thomas Brandl vor, der das ebenfalls im TC beheimatete digitale Gründerzentrum leitet. Hier stehen fünf Büros zur Verfügung, von denen momentan bereits vier besetzt seien, erklärte er erfreut. Für die Zukunft sei darüber hinaus geplant, auch Co-Working-Spaces, also Arbeitsplätze, die nur tages- oder wochenweise gemietet werden können, einzurichten.

Bei einem anschließenden Rundgang, der von engagierten Master- und Promotionsstudierenden unterstützt wurde, konnten sich die Besucher die verschiedenen Geräte und ihre Anwendungsmöglichkeiten, beispielweise in der Fertigung von sogenannten Stents zur Erweiterung von Herzkranzgefäßen, aus der Nähe zeigen lassen. Auf Herz und Nieren geprüft werden diese Gefäßstützen von einer Schwingprüfmaschine, die im Nebenraum zu sehen war. Die Maschine führt tagtäglich zigtausend Lastwechsel durch, um den Einsatz im menschlichen Körper zu simulieren. Schließlich muss ein Stent in seiner durchschnittlichen Lebenszeit mindestens eine Milliarde Lastwechsel, sprich Pumpvorgänge des Herzens, mitmachen. Die Führung endete im sogenannten Maker Space. Hier finden unter anderem Schulungen statt, die die IHK-Akademie in Ostbayern ihren Mitgliedern anbietet.

Zurück