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Praxissemester mit Blick auf paradiesische Pazifik-Buchten

09.11.2017
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Maschinenbau-Student der OTH Regensburg, Blasius-Walch, forschte fünf Monate lang in chilenischem Umweltchemielabor.

Praxissemester mit Blick auf paradiesische Pazifik-Buchten.

Praxissemester mit Blick auf paradiesische Pazifik-Buchten.

Blasius-Walch bei seiner Arbeit in einem chilenischem Umweltchemielabor. Foto: privat

Blasius-Walch bei seiner Arbeit in einem chilenischem Umweltchemielabor. Fotos: privat

Im Städtenamen Valparaíso steckt das spanische Wort für „Paradies“. Tatsächlich hatte Blasius Walch bei seinem Aufenthalt in der chilenischen Stadt paradiesische Bedingungen: Sein Arbeitsplatz im Umweltchemielabor an der dortigen Universität eröffnete ihm einen Panoramablick auf die Bucht der Hafenstadt am Pazifik.

Fünf Monate lang hatte der 24-jährige Maschinenbaustudent der OTH Regensburg jedoch auch beruflich gute Einblicke. „Ich wollte mir in meinem Praxissemester den Forschungsalltag dort anschauen“, sagt Blasius Walch. Mit einem Projekt zu den Abgaswerten verschiedener Hölzer ist ihm das gelungen. Mit der Unterstützung durch die Stanglmeier-Stiftung und Auslands-BaföG hatte er zudem keine finanziellen Schwierigkeiten; zudem ist Blasius Walch derzeit Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. 

Seine Forschung zu den Abgaswerten von Hölzern ist ein für Chile wahrhaft brennendes Thema. Im Süden des Andenstaates gibt es im Sommer immer wieder verheerende Waldbrände, zuletzt im Januar diesen Jahres, als auch tausende Häuser in Valparaíso ein Raub der Flammen wurden; mindestens 15 Menschen kamen ums Leben. Dass bei der Arbeit im Labor ausschließlich spanisch gesprochen wurde, war für Blasius Walch zunächst ein Problem: „Ich hatte zwar zuvor zwei Semester Spanisch belegt, aber das chilenische Spanisch ist dann doch ganz anders“, sagt er. Nach Überwindung der Sprachbarriere sei es dann eher der Stoff gewesen, der ihm Schwierigkeiten bereitet habe: Im Fach Umweltchemie, das er an der „Universidad Técnica Federico Santa María“ belegt hatte, standen nach anfänglichen Stunden mit Grundwissen etwa über das Ozonloch oder die Funktion von Kläranlagen schnell chemische Formeln auf dem Stundenplan. Für den Maschinenbaustudenten ein völlig neues Gebiet, auf das er sich jedoch bereitwillig eingelassen hat. 

Überhaupt: Blasius Walch schaut gerne in die Randgebiete oder angrenzenden Disziplinen seines Studienfaches. Als Mitglied der Ortsgruppe Regensburg im Verein „Ingenieure ohne Grenzen“ war er vor anderthalb Jahren beispielsweise in Kamerun, wo er sein Wissen zum Turbinenbau aus einfachsten Mitteln weitergegeben hat. Am Polytechnikum der Stadt Bamenda wurde der Bau von Wasserturbinen nun sogar in den Lehrplan integriert. Es sind derartige Projekte, die Blasius Walch direkt den Sinn seines Studiums vor Augen führen. Und sein Reisefieber ist keinesfalls gesunken: Einen erneuten Auslandsaufenthalt kann er sich sehr gut vorstellen. 

Nach seinem Bachelorstudium hat Blasius Walch ein Masterstudium in Richtung Robotik/Neuro-Engineering geplant. An sein Praxissemester in Valparaíso hat er übrigens eine Südamerika-Reise angeschlossen, die ihn nach Peru, Argentinien, Bolivien und Mexiko führte. Wohin es den Studenten aus einer Kallmünzer Künstlerfamilie als nächstes verschlägt, bleibt abzuwarten. 

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