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Gelungenes Beispiel internationaler Zusammenarbeit

11.05.2020
Von: Prof. Dr. Rainer Haller

Die ingenieurtechnische Ausbildung in Regensburg bietet den Studierenden regelmäßig Kurse für Simulationstechniken mit MATLAB und PSPICE an. Dazu kooperieren die Hochschulen in Pilsen und Regensburg.

Lehrkräfte von der Westböhmischen Universität in Pilsen unterrichten an der OTH Regensburg im Rahmen der MATLAB-Kurse, die von den Studierenden nach wie vor sehr gut angenommen werden.

Lehrkräfte von der Westböhmischen Universität in Pilsen unterrichten an der OTH Regensburg im Rahmen der MATLAB-Kurse, die von den Studierenden nach wie vor sehr gut angenommen werden. Foto: Prof. Dr. Rainer Haller

Kaum jemand hätte es im Sommersemester 2005 für möglich gehalten, dass ein damals durchgeführter Kurs für Simulationstechniken mit MATLAB und PSPICE so erfolgreich sein und bis heute Bestand haben würde. Die Idee für ein solches Kursangebot entstand auf Basis der immer enger werdenden Kooperation zwischen den Hochschulen in Pilsen und Regensburg – mit dem Ziel, von dem sehr guten theoretischen Lehrangebot an der Westböhmischen Universität in Pilsen auch die Studierenden der Elektrotechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) profitieren zu lassen. 

Lehrkräfte aus Tschechien dozieren nahezu ausnahmslos auf Englisch

Da der Kurs von den beteiligten tschechischen Gastdozierenden nahezu ausschließlich in englischer Sprache abgehalten wurde, war neben dem Kennenlernen ausländischer Dozierender auch ein gewisser Lerneffekt in Englisch damit verbunden. Aber auch für die tschechischen Lehrkräfte war dies eine gute Möglichkeit, ihre pädagogischen Fähigkeiten vor ausländischen Studierenden unter Beweis zu stellen. 

Die Lehrkräfte sind dabei ausnahmslos Mitglieder des Lehrstuhls für Theoretische Elektrotechnik der Westböhmischen Universität in Pilsen unter Leitung von Prof. Zdenka Benesova, die auch selbst einen Teil des Kurses vorträgt. Seitens der OTH Regensburg wurde das Vorhaben von Prof. Dr. Rainer Haller und, nun schon seit Längerem, durch Prof. Dr. Roland Schiek verantwortlich begleitet.

Kurs fand bereits zum 30. Mal statt

Nicht unerwähnt soll die wirkungsvolle Unterstützung durch das Akademische Auslandsamt mit Dr. Wilhelm Bomke bleiben, wodurch ein reger Erfahrungsaustausch der Gäste mit Regensburger Kolleginnen und Kollegen auch außerhalb der Kurszeiten gewährleistet war. Der Kurs wird als Blockkurs am Ende des jeweiligen Semesters (also zweimal im Jahr) angeboten und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei den Studierenden. Andernfalls wäre es nicht möglich gewesen, den Kurs im Wintersemester 2019/2020 bereits zum 30. Mal durchzuführen. 

Zweigeteilter Kurs: mit Grund- und Aufbaukenntnissen

Der Kursinhalt ist zweigeteilt: In einem ersten Teil werden Grund- und Aufbaukenntnisse der Programmiersprache MATLAB vermittelt, die dann in einem zweiten Teil auf elektrische Netzwerke angewendet werden. Dazu werden auch begleitend theoretische Grundlagen kurz wiederholt, damit sich die Studierenden hauptsächlich in den Applikationen mit MATLAB üben können. 

Ein Grundgedanke der ingenieurtechnischen Ausbildung besteht auch darin, erarbeitete Lösungen auf Plausibilität hin zu überprüfen. Bei der Programmierung gelingt das sehr gut mit dem Erarbeiten einer Lösung des gleichen Problems in einer anderen Programmiersprache. Diesem Gedanken folgend, wird im Kurs die Lösung der gegebenen Aufgaben durch PSPICE überprüft, wobei auch hier eine kurze vorherige Auffrischung der PSPICE-Kenntnisse erfolgt. 

Zum Abschluss ein Leistungstest

Der Kurs schließt jeweils mit einem kleinen Leistungstest, wobei die erreichten Kenntnisse der beiden Inhalte überprüft werden. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten alle Teilnehmenden ein Zertifikat. Wie sich erneut zeigte, sind die Kursergebnisse durchweg gut bis sehr gut. Mit der Einführung der modularen Blockstruktur wurde der Kurs entsprechend erweitert und enthält nun zusätzlich einen Teil für SIMULINK. Die bisherige Resonanz seitens der Studierenden ist sehr positiv. Es ist deshalb zu erwarten, dass auch der modifizierte Kurs weiter erfolgreich durchgeführt werden kann.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass mit diesem Kurs ein überzeugendes praktisches Beispiel wirkungsvoller internationaler Zusammenarbeit gegeben ist. Der Kurs ist ein Vorbild für ähnliche Projekte.

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