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Binationales Projekt „Forschen in der Krise“ mit Pilsen

05.08.2020
Von: Simone Boettger

Was bedeutet die Corona-Krise für bayerisch-tschechische Wissenschaftskooperationen? Die OTH Regensburg und die Westböhmische Universität Pilsen arbeiten gemeinsam an dem Projekt „Forschen in der Krise“.

Die Corona-Krise hat das wissenschaftliche Leben, wie wir es kannten, zum Erliegen gebracht. Wissenschaftlicher Austausch in den bisher üblichen Formaten wie Konferenzen, Workshops, Seminare und persönliche Treffen ist derzeit und auf nicht absehbare Zeit nicht mehr möglich.

Projekt "Forschen in der Krise" mit der WBU Pilsen

Was bedeutet die Corona-Krise also für bayerisch-tschechische Wissenschaftskooperationen? Wie kommen diese durch die Krise? Wo gibt es Schwierigkeiten? Welche neuen Formen der Kooperation etablieren sich bereits? Welche Erfahrungen gibt es mit dem Einsatz neuer digitaler Kommunikations- und Kooperationsmethoden? Und kann die Corona-Krise auch als Chance gesehen werden, die Digitalisierung der Wissenschaft weitaus schneller und umfassender voranzutreiben?

Projektleiterin Dr. Caroline Dotter, die das Forschungscluster „Ethik, Technologiefolgenforschung und nachhaltige Unternehmensführung“ (ETN) an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) als Forschungsassistentin mitbegleitet, und ihre Kollegin Dita Hommerova an der Westböhmischen Universität Pilsen (WBU Pilsen) arbeiten im Rahmen des Projekts „Forschen in der Krise – Wege, Mittel und Bedürfnisse bayerisch-tschechischer Forschungskooperationen in der Corona-Krise“ an der Erforschung dieser Fragestellungen.

Online-Umfrage zu den wissenschaftlichen Auswirkungen der Krise

Mittels einer gemeinsam entwickelten Online-Umfrage wird bei den wissenschaftlichen Angehörigen tschechischer und deutscher Hochschulen und Universitäten erfragt, inwieweit sich die Corona-Krise auf die tschechisch-deutsche wissenschaftliche Kooperation auswirkt, um daraus Best-Practice-Ansätze entwickeln zu können. Zudem soll ein möglichst vollständiger Überblick der bestehenden bayerisch-tschechischen Forschung und Kooperation an den Universitäten und Hochschulen beider Länder geschaffen werden, um auch Bereiche zu identifizieren, in denen noch wenig geforscht wird beziehungsweise wenig Kooperationen bestehen. 

Die neu gewonnenen Informationen können Hochschulen und Fördereinrichtungen dienen, um zukünftige Maßnahmen besser zu planen und die Anstrengungen auf bisher wenig erforschte Bereiche zu fokussieren. Zudem können Potenziale identifiziert werden, in denen digitale Kommunikations- und Kooperationswege die Schwelle für die Zusammenarbeit senken könnten.

Um die Ergebnisse aus der Befragung möglichst vielen Akteur*innen aus Wissenschaft und Politik zugänglich zu machen, werden die Ergebnisse sowohl in einem „Policy Brief“ als auch in einem wissenschaftlichen Artikel veröffentlicht sowie bei Konferenzen oder anderen Veranstaltungen geteilt.

Förderung und Förderdauer

Das Projekt „Forschen in der Krise“ wird von der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur (BTHA) gefördert und läuft von August bis November 2020. Auf bayerischer Seite wird es von Prof. Dr. Sonja Haug und Prof. Dr. Karsten Weber, die die gemeinsame Leitung des Instituts für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST) innehaben, und auf tschechischer Seite von Prorektor doc. Ing. Luděk Hynčík, Ph.D. inhaltlich unterstützt. Prof. Dr. Haug und Prof. Dr. Weber sind zudem Mitglied im Regensburg Center of Health Sciences and Technology (RCHST) der OTH Regensburg.

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