Hochschulfach Hebammenkunde

Als einziges Fach innerhalb der Gesundheitsberufe ist in der Hebammenkunde die Vollakademisierung gesetzlich verankert worden. Das heißt, dass Hebammen ihren Beruf in Zukunft nur noch an Hochschulen erlernen können. Seit dem Wintersemester 2019/2020 können sie das auch an der OTH Regensburg, die als eine der beiden ersten Hochschulen Bayerns den Studiengang angeboten hat.

Jubiläumsgeschichte Hebammenkunde
Foto: OTH Regensburg/Tanja Rexhepaj

Der Hebammenberuf ist einer der ältesten Berufe der Welt. Heute vereint er in besonderer Weise wissenschaftliche Erkenntnisse mit handwerklichem Geschick. Hebammen tragen große Verantwortung und bereits im Studium werden die künftigen Hebammen darauf vorbereitet. Der Bachelorstudiengang Hebammenkunde an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) dauert sieben Semester. In jedem Semester sind Theorie und Praxis rund um Themen wie Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett oder Stillzeit eng miteinander verzahnt. Auf die theoretischen Lehrinhalte an der Hochschule folgen Einheiten in den hochschuleigenen Simulationslaboren. Dort können die Studierenden Hebammentätigkeiten in den Bereichen Schwangerenbetreuung, Geburtshilfe, Wochenbettbetreuung oder der Stillzeit vertiefen. Die berufspraktischen Einsätze verbringen sie in kooperierenden Kliniken und bei freiberuflichen Hebammen. Dieser praxisorientierte Aufbau des Studiums kommt bei den Studierenden sehr gut an. Das Studium wird mit einer staatlichen Prüfung sowie mit einer Bachelorarbeit abgeschlossen.

Zudem lernen die Studierenden, selbst hebammenwissenschaftlich zu forschen. Der Studiengang reiht sich daher perfekt in die anderen Studiengänge an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften ein: Unter Federführung von Vizepräsidentin Prof. Dr. Klaudia Winkler und unter Mitarbeit von Kerstin Hartmann und Barbara Fillenberg, beide akademisierte Hebammen, wird er derzeit weiter aufgebaut. Und dafür, dass sie es auf Anhieb verstanden hat, die sehr praxisorientierten Lehrinhalte auch in Corona-Zeiten zu vermitteln, hat Kerstin Hartmann, Lehrkraft für besondere Aufgaben und stellvertretende Studiengangleitung, von der Studierendenvertretung sowie dem Verein der Freunde der OTH Regensburg sogar den Newcomer-Preis verliehen bekommen.

20 Bewerbungen auf einen Studienplatz

Jubiläumsgeschichte Hebammenkunde - Gerät
Foto: OTH Regensburg/Tanja Rexhepaj

Das Interesse am Studiengang ist ungebrochen, das zeigt das immense Interesse an den regelmäßig stattfindenden Informations- und Hochschultagen. Auf einen Studienplatz im Fach Hebammenkunde kommen derzeit rund 20 Bewerbungen. Und wie eine IGES Studie aus dem Jahr 2019 zeigt, lassen sich Hebammen später bevorzugt dort nieder, wo sie ausgebildet wurden. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass die meisten Absolvent*innen künftig auch in Ostbayern tätig sein werden. Vor einer Bewerbung sollten die Interessent*innen allerdings wissen, dass Hebamme ein sehr anspruchsvoller Beruf abseits von jeglichen romantischen Klischees ist. Eine häufig gestellte Frage war bisher stets, ob an der OTH Regensburg auch Männer Hebamme studieren. Die Antwort: „Bisher sind alle Studierenden weiblich“, sagt Kerstin Hartmann. Sie fügt an: „Und wir sind schon gespannt, wann sich das ändern wird“.