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Beitrag mittelständischer Unternehmen der Region zum Klimaschutz

09.12.2020
Von: Katja Meier

Große Resonanz: Die Veranstaltung "Realität Klimaschutz im Mittelstand" mit Vorträgen von renommierten regionalen Unternehmen, wurde vom Verein der Freunde durchgeführt und war mit rund 100 Gästen auch virtuell ein großer Erfolg.

Wie setzen Unternehmen in der Region rund um Regensburg Klimaschutzmaßnahmen erfolgreich um und welche Erfahrungswerte können sie weitergeben? – Diese Frage stand im Fokus der Veranstaltung "Realität Klimaschutz im Mittelstand. Wie mittelständische Unternehmen Klimaschutzmaßnahmen erfolgreich umsetzen". Rund 100 Gäste waren der Einladung des Vereins der Freunde der OTH Regensburg e.V. zur Veranstaltungsreihe "zu Gast bei Freunden" gefolgt. Aufgrund der aktuellen Situation wurde die Veranstaltung in den virtuellen Raum verlegt.

Der Vorstandsvorsitzende des Vereins der Freunde der OTH Regensburg, Eduard B. Wagner, begrüßte das Publikum und zeigte sich sehr erfreut über das große Interesse. Zudem lud er die Gäste herzlich dazu ein, sich in das lebendige Netzwerk des Vereins einzubringen: „Der Verein der Freunde der OTH Regensburg steht doch immer wieder für den Austausch guter Ideen und neuer Ansätze mit dem Ziel, bestmöglich die Gemeinschaft um die Hochschule zu fördern und in die Gesellschaft, besonders in unsere Region, mit einzuspeisen.“

Das Thema Klimaschutz sei ein extrem wichtiges Thema, das die Zukunft, die folgenden Generationen und auch die Frage des zukünftigen menschlichen Miteinanders betreffe, so Eduard B. Wagner. „Wir beschäftigen uns heute damit, weil wir natürlich darauf einen Einfluss haben. Setzt aber voraus, dass wir etwas tun“, appellierte der Gastgeber.

Schnelles Handeln dringend erforderlich

„Klimaschutz geht uns ganz massiv was an“, so Prof. Dr. Michael Sterner von der Fakultät Elektro- und Informationstechnik der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg). Er zeigte zu Beginn auf, was der Klimawandel für die Wirtschaft und Ostbayern bedeutet. Anhand aktueller Daten und Fakten verdeutlichte Prof. Dr. Sterner, dass schnell gehandelt werden müsse. Schwerpunkt seines Beitrags bildete die Energie- und Mobilitätswende, aber auch deren Kosten unter Betrachtung verschiedener Szenarien. 

Er kommt zu dem Schluss, dass die Klimaschutzziele im Verkehr und in der Industrie nicht ohne Wasserstoff und massiven Ausbau von Wind- und Solarenergie erreichbar seien. Kein Klimaschutz und die damit verbundenen Folgen seien aus seiner Sicht wesentlich teurer als jede Energiewende. „Jeder kann was machen; in seinem Unternehmen, zu Hause, in seinem Umfeld“, motivierte Prof. Dr. Sterner das Publikum und zeigte Beispiele vor Ort, die zum Handeln einluden: so etwa das Solarstrompotenzial der Parkplatzfläche der Infineon Technologies AG, eine Hackschnitzelheizung an der OTH Regensburg oder ein vegetarisches Mensaangebot.

Thema Nachhaltigkeit für Unternehmen eine Kostenfrage

Im anschließenden Vortrag von Johannes Helmberger, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Graphischen Kunstanstalt Fr. Ant. Niedermayr, stellte dieser die Frage: „Ist industrielle Produktion überhaupt umweltfreundlich?“ Er betonte, dass das Thema Nachhaltigkeit für Unternehmen eine Kostenfrage sei. Die Graphische Kunstanstalt Fr. Ant. Niedermayr habe in den vergangenen Jahren in eine umfassende Umweltstrategie investiert, die von der Einrichtung einer eigenen Abteilung für Nachhaltigkeit und Umweltschutz bis hin zur im Frühjahr 2020 in Betrieb genommenen Photovoltaikanlage zahlreiche Maßnahmen umfasse. 

In seinem Vortrag zeigte Johannes Helmberger, dass Massendrucksachen und Nachhaltigkeit kein Widerspruch seien. Er sprach in seinem Erfahrungsbericht von Erfolgen, aber auch von Hindernissen. Die besondere Herausforderung sieht Johannes Helmberger in der Frage: „Wo findet man die richtige Balance zwischen Performance und Umweltschutz?“

Große Verantwortung bei den Unternehmen

Johannes Ehrnsperger, Geschäftsführer der Neumarkter Lammsbräu, Gebr. Ehrnsperger KG, versteht Klimaschutz als ureigene Aufgabe verantwortungsvollen Unternehmertums. „Unternehmer sind Influencer“, so Johannes Ehrnsperger. Aus diesem Grund gehe sein Familienunternehmen bereits seit vielen Jahren mit gutem Beispiel voran. Auch er betonte, dass Industrie immer Ressourcen verbrauchen würde. Gerade deshalb sehe er bei den Unternehmen eine ganz große Verantwortung. Bereits 1986 stellte die Brauerei auf Bio-Bier um und trage seither nach dem Motto "vom Acker bis ins Glas" die Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette. 

Johannes Ehrnsperger stellte die Klimaschutzstrategie der Neumarkter Lammsbräu vor. Sie sei fest in der Unternehmensstrategie verankert und umfasse die Handlungsfelder Reduktion, Substitution und Kompensation.

Regionale Initiative will Ostbayern zur Umweltregion machen

Eduard B. Wagner, Gründer der Unternehmerinitiative "OHA! Ostbayern handelt e.V.", stellte schließlich Idee und Ziele der regionalen Initiative vor. Er träume davon, dass Ostbayern so schnell wie möglich eine erstklassige Umweltregion werde. „Ostbayern hat viel drauf. Lasst uns gemeinsam starten“, rief er die Mitwirkenden auf, dem Netzwerk beizutreten und sich den Herausforderungen des Klimawandels aktiv zu stellen. Im Anschluss an die interessanten Vorträge blieb ausreichend Zeit für Fragen aus dem Publikum und eine anregende Diskussion.

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