Archiv Alumni-Nachrichten

Alumni berichten aus ihrer Berufspraxis

22.11.2016
Von: Katja Meier

Anlässlich des Jubiläums 25 Jahre Mikrosystemtechnik folgten drei Alumni der Einladung des Alumni & Career Service der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und berichteten Studierenden im Rahmen der Veranstaltung „Career Stories“ von ihrer Berufspraxis in verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Mikrosystemtechnik.

Prof. Dr. Ernst Wild (links) und Prof. Dr. Alfred Lechner

Prof. Dr. Ernst Wild (links) und Prof. Dr. Alfred Lechner erzählen von den Anfängen des Studiengangs Mikrosystemtechnik an der OTH Regensburg, der 1990 an der damals FH Regensburg eingeführt wurde.

Thorsten Holley

Thorsten Holley, Account Sales Manager bei Tokyo Electron Europe Limited.

Dr. Matthias Regus

Dr. Matthias Regus spricht von seinen Erfahrungen als Diplomingenieur an der damals Fachhochschule Regensburg und seiner jetzigen Arbeit als Entwicklungsingenieur.

Simone Kiener

Simone Kiener studierte Mikrosystemtechnik an der damaligen Hochschule Regensburg. Heute ist sie Senior Engineer bei der OSRAM Opto Semiconductors GmbH in Regensburg. Foto: OTH Regensburg

„Es freut uns, Sie wiederzusehen“, begrüßte Prof. Dr. Ernst Wild, Lehrender im Studiengang Mikrosystemtechnik an der OTH Regensburg seit der ersten Stunde, seine ehemaligen Studierenden und bedankte sich für ihr Kommen.

Prof. Dr. Alfred Lechner, ebenfalls seit den Anfängen Professor im Studiengang Mikrosystemtechnik, ließ die Erfolgsgeschichte des 1990 neu eingeführten, damals deutschlandweit einzigartigen Studiengangs Revue passieren. Am 1. Oktober 1990 nahmen 42 Studenten und Studentinnen ihr Studium der Mikrosystemtechnik an der OTH Regensburg auf. Besonders stolz blickt Prof. Dr. Alfred Lechner auf den Bau des eigenen Reinraumlaborgebäudes mit Hörsälen und Büros zurück, welches 2002, zwölf Jahre nach Start des Studienganges, in Betrieb genommen werden konnte.

Prof. Dr. Alfred Lechner und Prof. Dr. Ernst Wild führten mit so mancher Anekdote aus der Studienzeit der Gäste durch die Veranstaltung, zu der sich über 60 Studierende eingefunden hatten.
„Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Ich habe hier sehr gerne studiert und Ihnen viel zu verdanken. Meine ganze Karriere ist von Ihnen geprägt.“, wandte sich Thorsten Holley, Account Sales Manager bei Tokyo Electron Europe Limited, zunächst an seine ehemaligen Professoren.

Nach einer kurzen Vorstellung des Unternehmens und Informationen zu aktuellen Stellenangeboten berichtete Thorsten Holley den Studierenden von seiner beruflichen Karriere. „Ich kann jedem nur empfehlen, ins Ausland zu gehen“, so sein Rat an die Studierenden. Er selbst wagte bereits im Rahmen seines Praxissemesters den Schritt nach Singapur. Damals besserte er seine Englischkenntnisse noch mühsam mit Harry Potter auf. Heute gehört die Kommunikation in Englisch zum täglichen Geschäft.

2004 schloss Thorsten Holley sein Studium an der damaligen Fachhochschule Regensburg erfolgreich ab. Als Prozessingenieur bei Tokyo Electron Europe Limited verbrachte er noch 40 Prozent seiner Arbeitszeit tatsächlich im Reinraum. 2008 wechselte er in den Vertrieb, wo er seit 2011 als Account Sales Manager versucht, Produkte beim Kunden optimal unterzubringen. Das bedeute in erster Linie viel Kommunikation, viele E-Mails, Konferenzcalls, vor allem auch international, brachte Thorsten Holley sein Alltagsgeschäft auf den Punkt. Ein paar kurze Einblicke in die japanische Kultur und Arbeitswelt rundeten seinen Erfahrungsbericht ab, bevor er den Studierenden Rede und Antwort stand.

Dr. Matthias Regus berichtete von seinen Erfahrungen als Diplomingenieur (FH) in der Grundlagenforschung. Er schloss das Studium der Mikrosystemtechnik an der damaligen Hochschule Regensburg 2009 ab. Dort zunächst als Prozess- und Entwicklungsingenieur tätig, wechselte er später als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Institut für Anorganische Chemie der Christian-Albrechts-Universität Kiel, wo er 2015 im Bereich der Festkörperchemie promovierte: „Für mich die geniale Kombination aus Arbeit an der Anlage selbst und zusätzlich dazu die wissenschaftlich tiefere Arbeit an einem konkreten Thema“, so Dr. Matthias Regus. Seit einem guten halben Jahr arbeitet er nun als Entwicklungsingenieur bei der EPCOS AG in München.

Simone Kiener studierte von 2005 bis 2011 Mikrosystemtechnik an der damaligen Hochschule Regensburg. Im Rahmen der Girls`days und weiterer Projekte engagierte sie sich während des Studiums, junge Frauen für die Technik zu begeistern. Heute ist sie Senior Engineer bei der OSRAM Opto Semiconductors GmbH in Regensburg, wo sie direkt nach ihrem Studium zunächst als Projektmanagerin einstieg und zuvor auch ihr Praxissemester absolvierte.

Was tut eine Senior Engineer eigentlich den ganzen Tag? Um dies zu veranschaulichen, zeigte Simone Kiener einen Auszug aus ihrer offiziellen Arbeitsbeschreibung. „Wenn man das liest – kann man das überhaupt?“, sprach sie wohl den Studierenden aus der Seele und relativierte daher diese Auffassung durch konkrete Beispiele und Erläuterungen. Den Überblick über alle laufenden Produkte und Entwicklungen zu bewahren und Kundenwünsche richtig zu verstehen, seien besondere Herausforderungen in ihrem Job, so Simone Kiener.

Auf die Frage, ob sie im Rückblick etwas in der Ausbildung an der OTH Regensburg schmerzlich vermisst hätten, waren sich alle drei Referentinnen und Referenten einig: Das Studium der Mikrosystemtechnik habe ihnen das notwendige Handwerkszeug mitgegeben, um sich auch auf immer wieder neue Situationen und Herausforderungen im Berufsleben einstellen zu können.

Neben den Kurzvorträgen bot die Veranstaltung Raum für den persönlichen Austausch zwischen Studierenden und Alumni.

25 Jahre Mikrosystemtechnik – das feiert die Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik der OTH Regensburg am 25. November 2016. Neben einem Festakt mit Gastredner Martin Weigert, Vice President and General Manager Industrial Fiber Products Division, Avago Technologie, und auch Alumnus des Studiengangs, erwarten die Gäste ein Alumni-Treffen, Laborführungen und eine Vorlesung der Professoren Dr. Helmut Hummel und Dr. Alfred Lechner.

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