Alumni im Portrait

Siegfried Best

26.10.2011

Studiengang: Nachrichtentechnik (Abschluss 1974)
Arbeitgeber: Süddeutsche Verlagsgruppe
Position: Chefredakteur der Zeitschriften "elektronik industrie" und "Automobil Elektronik" (bis 2012)

1. Wenn Sie zurückblicken, wie würden Sie Ihr Studium kurz beschreiben?
Das Studium damals war sehr angenehm. Die "Klassengröße" lag bei 28 Studierenden und der "Professor" hat beim Aufgabenlösen auch schon mal über die Schulter geschaut. Es gab einen großen Zusammenhalt im Semester, Sitzenbleiber, die dazustießen, wurden freundschaftlich aufgenommen.

2. Was waren die wichtigsten Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?
Vor Studienbeginn hatte ich die Ausbildung zum Rundfunk- und Fernsehtechniker absolviert, war Funkmeister bei der Bundeswehr und habe über den zweiten Bildungsweg, damals Mittlere Reife und Gesellenbrief, den Fachhochschulzugang erlangt.
Nach dem Studium arbeitete ich vier Jahre für die Siemens AG in München. Dort war ich in der Entwicklungsabteilung von Kurzwellenempfängern und Richtfunkgeräten tätig. Weitere vier Jahre verbrachte ich bei der Siemens AG am Standort in Regensburg und beschäftigte mich als Mitglied der Qualitätsabteilung mit der Dokumentation über die Fertigung von Einzelhalbleitern, im Wesentlichen von LEDs, Mikrowellentransistoren und Dioden. In dieser Zeit veröffentlichte ich beim Franzis Verlag in München mein erstes Buch mit dem Titel "DX-Vademecum". Dieses Buch - entstanden aus meinem langjährigen Hobby als Kurzwellenhörer von Kindesbeinen an - hat sich bis heute als Standardwerk für die SWLs (Kurzwellenhörer) etabliert. Es wurde auch in Italienisch verlegt und 1992 folgte die zweite Auflage. Weitere Bücher, ebenfalls im Franzis Verlag erschienen, befassten sich mit "Aktiv-Antennen für den DX-Empfang".
Auf den Geschmack gekommen, wechselte ich im Jahr 1980 in die Verlagsbranche und startete meine Karriere als Fachredakteur. Ich war von 1980 bis 1993 beim Hüthig Verlag beschäftigt, von 1993 bis 2003 dann im holländischen Fachverlag Elsevier. 2003 kehrte ich zum Hüthig Verlag, inzwischen der Süddeutschen Verlagsgruppe zugehörig, zurück. Dort arbeitete ich bis zu meinem Ruhestand im Jahr 2012 als Chefredakteur der Zeitschriften "elektronik industrie" und "Automobil Elektronik".
In meiner Verlagszeit veröffentlichte ich ein weiteres Buch über die optische Nachrichtentechnik und das so genannten Kurzwellenposter, das heute noch im Fachbereich Nachrichtentechnik der OTH Regensburg hängt. Ich spezialisierte mich auf die Themenbereiche Analogtechnik und Kommunikationstechnik und stieg zum Chefredakteur und Verlagsdirektor auf. In diesen Positionen lernte ich die Welt kennen, denn ich kam in alle Länder, die über Elektronikindustrie verfügen, zum Beispiel in die USA oder nach Japan, Südostasien und natürlich Europa. Außerdem traf ich viele interessante Persönlichkeiten, wie zum Beispiel die Chefs von Intel, AMD, Linear Technology, um nur einige zu nennen und zu manchen von ihnen habe ich heute noch ein freundschaftliches Verhältnis.
Ich habe meinen Traumjob gefunden. Daneben bin ich seit 2013 als Funkamateur tätig. Während meiner gesamten beruflichen Tätigkeit blieb ich Regensburg treu. Heute lebe ich in Lappersdorf/Oppersdorf.

3. Wie hat Ihr Studium Ihre jetzige berufliche Tätigkeit geprägt?
Dieser berufliche Werdegang wäre ohne das Studium am damaligen Johannes-Kepler-Polytechnikum, später Fachhochschule Regensburg, heute OTH Regensburg, nicht möglich gewesen. Fast alle Fachredakteure bei den deutschen Elektronikzeitschriften waren zum Zeitpunkt 1980 Ingenieure oder Diplomingenieure. Gute Voraussetzungen für das Studium waren der Beruf des Rundfunk- und TV-Technikers sowie die Tätigkeit als Funkmeister bei der Bundeswehr, die zudem die Hochschulausbildung finanziell unterstützte. Nach langer Überlegung entschied ich mich, meinen Ing.grad in den Dipl.-Ing (FH) umzuwandeln. Grund war meine internationale Tätigkeit, wo der Ing.grad weniger bekannt war.

4. Was waren die wichtigsten drei Kompetenzen in Ihrem Arbeitsalltag?

  • Kein Multitasking
  • Keine Scheu vor hohen Tieren
  • Neben Fachwissen breites Wissen über Wirtschaft und Politik

5. Wenn Sie mit dem Wissen und der Erfahrung von heute Ihrem Studierenden-ICH einen Tipp geben könnten, was würden Sie ihm raten?
Damals galt schon der Leitspruch: "Jede Vorlesung besuchen ist die halbe Miete" - und der wird auch heute noch seine Gültigkeit haben.

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