Alumni im Portrait

Dirk Bartel

27.10.2011
Dirk Bartel

Studiengang: Bauingenieurwesen (1994-1999)
Arbeitgeber: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Berlin
Position: Gruppenleiter in der Verkehrsabteilung

1. Wenn Sie zurückblicken, wie würden Sie Ihr Studium kurz beschreiben?
Es war eine der schönen Zeiten in meinem Leben. Viele Studiengänge, darunter auch meiner, waren an der damaligen Fachhochschule noch in der Prüfeninger Straße angesiedelt. Die Gebäude und Labore waren zwar schon etwas älter, jedoch waren die Studiengruppen klein und das Betreuungsverhältnis sehr gut und teilweise familiär. Die Studierenden rekrutierte sich damals eher aus der näheren und ferneren Umgebung Niederbayerns und der Oberpfalz. Eine damalig regional stark verankerte Fachhochschule, wie sie im Buche stand: praxisorientiert, mit kurzen Studienzeiten, sinnvollen Studiengängen, die die Region brauchte, sowie fachlich auf der Höhe der Zeit. Regensburg selbst war und ist eine ideale Stadt für Studierende: nicht zu groß und nicht zu klein, ein - im Verhältnis zur Einwohnerzahl - hoher Anteil von Studierenden, die grandiose Altstadt mit der Donau, ein tolles Angebot an Kultureinrichtungen, Kneipen und Gastronomie, die bayerische Lebensart und natürlich viel Natur drum herum. Als Oberzentrum bietet die Stadt auch alles, was neben dem Studium im Leben wichtig ist, wie zum Beispiel eine gute Verkehrsinfrastruktur und medizinische Versorgung, weitere Bildungseinrichtungen (Universität), hohe Lebensqualität, viele Studentenjobs durch eine hohe Wirtschaftskraft und viele Sport- und Freizeitangebote. Kurzum: Die Studentenstadt Regensburg musste bzw. muss sich nicht hinter den typischerweise genannten altehrwürdigen deutschen Studentenstädten wie Tübingen, Marburg, Freiburg oder auch Heidelberg verstecken.

2. Was waren die wichtigsten Stationen auf Ihrem beruflichen Weg?
Vor dem Studium an der Fachhochschule Regensburg hatte ich eine Berufsausbildung als Bauzeichner im Tief-, Straßen- und Landschaftsbau absolviert. Die zeichnerischen Erfahrungen halfen mir im Studium natürlich ungemein weiter. Nach dem Studium in Regensburg arbeitete ich bis 2008 zunächst als Projektingenieur in drei verschiedenen Planungs- und Ingenieurbüros im Bereich der Wasserver- und -entsorgung. Während dieser Zeit qualifizierte ich mich aufgrund des dafür enorm gestiegenen Bedarfes im Bereich Geoinformationssysteme weiter. Die Netzanalyse und -dokumentation gehören heute weltweit zum Standard bei der Optimierung von Ver- und Entsorgungssystemen. Aufgrund privater Umstände und meiner familiären Vorgeschichte väterlicherseits zog ich 2008 nach Berlin. Dort qualifizierte ich mich innerhalb von zwei Jahren mit dem konsekutiven Masterstudium „Urbane Infrastruktur - Verkehr und Wasser“ an der Beuth Hochschule für Technik Berlin noch einmal weiter und zwar mit dem Schwerpunkt Schienenverkehr. Parallel dazu arbeitete ich in einem mit der Bundesverkehrswegeplanung befassten Umweltverband als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bis 2013 hatte ich dann die Möglichkeit, als Lehrbeauftragter an meiner ehemaligen Ausbildungsstätte, der Beuth Hochschule für Technik, mein umfangreiches Wissen in den Fächern Projektmanagement und Geoinformation an die nächste Generation von IngenieurInnen weitergeben zu dürfen. Daneben bekleidete ich ehrenamtlich die Position des stellvertretenden Sprechers des BUND-Arbeitskreises Verkehr. Dies war eine sehr spannende Zeit, in der ich viel Neues kennenlernte und meine Netzwerke gut ausbauen konnte. Die Expertise aus der Lehre befähigte mich dann ab 2013 dazu, als wissenschaftlicher Angestellter im Fachbereich Schienenfahrwege und Bahnbetrieb bei Professor Dr.-Ing. Siegmann das nationale Forschungsinformationssystem (FIS) des BMVI bis 2015 für den Themenbereich Schienenverkehr zu betreuen. Auch dies war eine hochspannende Zeit mit Personalverantwortung. Aufgrund meiner Vorerfahrung in vielen Bereichen der Verkehrsplanung arbeite ich seit Herbst 2015 als Gruppenleiter im Berliner Verkehrsministerium, das dort Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz heißt. Dort bin ich u.a. für die Gestaltung  von Straßen und Plätzen im Berliner Innenstadtbereich und für den Fußverkehr für ganz Berlin zuständig.

3. Wie hat Ihr Studium Ihre jetzige berufliche Tätigkeit geprägt?
Eindeutig haben meine damalige, wohl nicht so falsche Schwerpunktsetzung in den Wahlpflichtfächern (Städtebau- und Ortsplanung, Wasserbau) und meine sehr interessante Diplomarbeit in der Verkehrsplanung dazu geführt, dass ich stets meinen Grundthemen Verkehrs- und Infrastrukturplanung treu geblieben bin.

4. Was waren die wichtigsten drei Kompetenzen in Ihrem Arbeitsalltag?

  • Menschenkenntnis
  • Organisationsgeschick
  • Flexibilität

5. Wenn Sie mit dem Wissen und der Erfahrung von heute Ihrem Studierenden-ICH einen Tipp geben könnten, was würden Sie ihm raten?
Die Zeit des Studiums gehört in der Regel zur unbeschwertesten Zeit im Leben. Hier gilt es nicht nur an gute Zensuren und Karriere zu denken, sondern sich auch als Mensch weiterzuentwickeln. Im Studium ist neben dem Studentenjob und dem einen oder anderen Bierchen auch Zeit für vielfältige anderen Aktivitäten, die einem im späteren Leben durchaus nützen können. Ich habe bspw. das ganze Studium über an der Universität Regensburg im Studententheater in den verschiedensten Funktionen (Regie, Autor, Schauspieler) unbewusst meine „soft skills“ weiterentwickelt. So habe ich heute etwa keine Probleme damit, vor größeren Gruppen zu sprechen bzw. meine Führungsrolle gut auszufüllen.

 

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