OTH Regensburg https://www.oth-regensburg.de Aktuelles von der OTH Regensburg en-gb Sat, 18 Jan 2020 02:09:29 +0100 Sat, 18 Jan 2020 02:09:29 +0100 TYPO3 EXT:news news-13935 Fri, 17 Jan 2020 08:20:00 +0100 Publikationsserver der OTH Regensburg https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/publikationsserver-der-oth-regensburg.html Die Hochschulbibliothek bietet mit dem Publikationsserver allen Angehörigen der Hochschule – Lehrenden und Studierenden – die Möglichkeit, ihre wissenschaftlichen Dokumente kostenlos zu veröffentlichen. Zugang zum Publikationsserver erhalten Sie direkt unter https://opus4.kobv.de/opus4-oth-regensburg/home bzw. auf der Homepage der Hochschulbibliothek über den Button „Publikationsserver“.

Hier finden Sie auch alle Informationen, wie Sie Ihre Dokumente auf unserem Publikationsserver veröffentlichen können.

]]>
news-13932 Thu, 16 Jan 2020 08:32:00 +0100 Was bedeutet Vertreibung? https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/was-bedeutet-vertreibung.html Für einen Vortrag über „Das 20. Jahrhundert – das Jahrhundert der Vertreibungen“ hatte der berufsbegleitende Studiengang Soziale Arbeit den Vizepräsidenten des Bundes der Vertriebenen Christian Knauer gewinnen können. Unter dem Titel „Das 20. Jahrhundert – das Jahrhundert der Vertreibungen“ stand Mitte Dezember 2019 ein Gastvortrag, den der frühere Aichacher Landrat und Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), Christian Knauer, vor Studierenden des berufsbegleitenden Studiengangs Soziale Arbeit an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) in der Lehrveranstaltung „Gesellschaft und Migration“ hielt.

In seinem Vortrag spannte der Gastreferent den Bogen von den ersten Vertreibungen von Türkinnen und Türken aus Bosnien in den Jahren 1875 bis 1878 über die Ereignisse in den zerfallenden Vielvölkerreichen nach dem Ersten Weltkrieg. Obgleich sich Vertreibungen in Kriegs- und Nachkriegszeiten häuften, wurden „Zwangsumsiedlungen“ auch in Friedenszeiten von demokratisch gewählter Regierung und Völkerbund durchgeführt und gebilligt. 

Als Beispiel führte er das Schicksal der 1,2 Millionen anatolischen Griechinnen und Griechen und der 365.000 griechischen Musliminnen und Muslime an. Weiter erinnerte der BdV-Vizepräsident an die Vertreibung der Jüdinnen und Juden zu Beginn der nationalsozialistischen Rassenpolitik, die Zwangsumsiedlung von Polinnen und Polen, Ukrainerinnen und Ukrainern, Baltinnen und Balten und der finnischen Karelierinnen und Karelier. Auch nach der Vertreibung von 14 Millionen Deutschen aus den ehemaligen deutschen Reichsprovinzen und den Siedlungsgebieten im östlichen Europa habe das traurige Kapitel nicht geendet. So gab es 1974 Vertreibungen als Folge des Zypern-Konflikts sowie später im jugoslawischen Bürgerkrieg.

Aufruf zu Empathie und Gesprächen mit Zeitzeuginnen und -zeugen 

Mit Schilderungen vom Schicksal der eigenen, aus Schlesien vertriebenen Familie, warb er um Empathie für das Leid der von Vertreibung betroffenen Menschen. Die Studierenden forderte er auf, das Gespräch mit älteren Menschen zu suchen, um mehr über die Erfahrungen während des Vertreibungsgeschehens und bei Ankunft der Menschen in Bayern zu erfahren. „Sie sind die letzten, die noch Gelegenheit haben, Zeitzeugen zu befragen!“, mahnte Knauer.

Als Hauptaufgaben des Bundes der Vertriebenen bezeichnete der Vizepräsident die Wahrnehmung der Funktionen als Brückenbauer zu den heute in der alten Heimat lebenden Bewohnerinnen und Bewohnern, als Mahner gegen Vertreibungen sowie als Erinnerer und Pfleger des Kulturguts der Deutschen aus dem Osten. Zudem sieht er den BdV als Fürsprecher der deutschen Minderheiten im Ausland und als aktiv mitarbeitende Instanz in der Migrationsberatung.

Abschluss der Vortragsreihe zu „Gesellschaft und Migration“

Mit diesem Beitrag endete die Vortragsreihe der Lehrveranstaltung „Gesellschaft und Migration“, in der mit verschiedenen Gastvorträgen ganz konkrete gesellschaftliche Aspekte von Flucht, Vertreibung und Migration betrachtet und untersucht werden sollten. Am 25. September 2019 referierte Ludwig Simek, Referent der Arbeitsgemeinschaft der Integrationsbeiräte in Bayern (AGABY), am 18. Oktober 2019 sprach Prof. Dr. Christian Knödler von der OTH Regensburg über rechtliche Aspekte der Migration und am 15. November 2019 war Maren Stinessen Bøe mit einem Beitrag über die soziale Arbeit mit rumänischen Roma in Oslo, Norwegen in Regensburg zu Gast.

]]>
Nachrichten-Fakultät-Angewandte-Sozial-und-Gesundheitswissenschaften
news-13925 Wed, 15 Jan 2020 09:15:00 +0100 Elf spannende Projekte der Messtechnik https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/elf-spannende-projekte-der-messtechnik.html Im Rahmen einer Ergebnispräsentation führten die Studierenden des dritten Semesters Maschinenbau von der OTH Regensburg ihre Projekte aus dem Modul Messtechnik vor. [VIDEO 1 - Roboterauto]

[VIDEO 2 - Analoge Wetterstation]

[VIDEO 3 - NFC-basierte Lagerverwaltung]

[VIDEO 4 - Pflanzenbewässerung]

Während des Semesters tüftelten die Studierenden von Prof. Dr. Hermann Ketterl aus der Fakultät Maschinenbau der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) an verschiedenen Projekten, die sie am 9. Januar 2020 präsentierten. Am Anfang dieses Semesters durften die Studierenden sich ein Projekt auswählen, das sie in elf Kleingruppen bearbeiteten. Nachdem sie in einem theoretischen Teil die Grundlagen der Elektrotechnik und Programmierung lernten, wurden sie mit den notwendigen Materialien ausgestattet, um ihr Projekt praktisch umzusetzen. „Das Wichtigste ist,“ sagte Prof. Dr. Ketterl, „dass die Studierenden Spaß haben und das theoretisch erlernte Wissen praktisch umsetzen“.

Auch wenn sich kleine Schwierigkeiten und Stolpersteine nicht vermeiden ließen, haben die meisten ihr Projekt erfolgreich umgesetzt und alle gesetzten Ziele erreicht. Der Lerneffekt dieser Projektarbeit war groß und neben technischen Kenntnissen bestätigten die Studierenden, dass sie auch Teamarbeit, Zeitmanagement und strukturiertes Arbeiten mitnähmen. Auch der Grundsatz „erst recherchieren, dann probieren“ sowie diszipliniertes Weiterarbeiten, wenn es einmal nicht so gut läuft, waren Erfahrungen, die die Studierenden bei den Projekten machten.

Folgende elf Projekte wurden dieses Semester durchgeführt:

Roboterauto

Artem Kirienko, Alexander Hirsch und Philipp Thiel entwickelten ein selbsteinparkendes Roboterauto, das die bestehenden Parklücken erst abmisst und im zweiten Schritt entscheidet, ob die Parklücke groß genug ist zum Einparken.

Analoge Wetterstation

Yannick Zucker und Konstantin Wagner bauten eine digitale Wetterstation mit analoger Ausgabe. Hierbei kann Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit gemessen werden und anhand dieser Werte eine Wettervorhersage getroffen werden. Ebenso wurde eine Höheneingabe integriert, sodass ein Bezug des Luftdrucks zur Höhe über Normal Null hergestellt werden kann.

Einparksensor

Jens-Lukas Renoth, Yasin Yilmaz und Ziyed Ayed beschäftigten sich mit einem Einparksensor mit Temperaturfühler, der sowohl visuell (LED), als auch akustisch (Piezo-Buzzer) mit einem immer lauter werdenden Piep-Ton bei näherkommendem Gegenstand ein Warnsignal ausgibt.

Bewegungsgesteuerter Controller

Lukas Bauer, Ferdinand Gerngross und Chokri Laabani programmierten ein Spiel, bei der die Spielerin bzw. der Spieler ein „o“, das auf dem Display erscheint, mit dem Controller innerhalb von fünf Sekunden „einfangen“ muss. Dadurch lassen sich die Winkeländerung aus der gemessenen Winkelgeschwindigkeit durch numerische Integration (Trapezregel) berechnen.

Niederschlagsmesser

Lukas Landending, Raphael Gruber und Selina Wohlleben führten mit einem Wippniederschlagsmesser und der selbst programmierten Software eine Langzeitniederschlagsmessung durch, die bei der Auswertung sehr nah an dem offiziellen Niederschlagsdiagramm lag.

Tremor-Früherkennung

Simon Schmidt, Denise Staporowski und Matthias Kandlbinder entwickelten einen Beschleunigungssensor, mit dessen Hilfe ein Tremor gemessen werden kann. Tremores (Zittern) können durch Kälte, Unterzucker oder auch durch eine Krankheit auftreten. Bei diesem Versuchsaufbau wurde der Sensor an der Hand befestigt.

NFC-basierte Lagerverwaltung

Katharina Knopp und Moritz Raithel bauten und programmierten einen NFC-basiertes Lagerverwaltungssystem. Hierbei sollen die Mitarbeiter-Tags und die Produkt-Tags ausgelesen und beschrieben werden können. Dafür wurde mit einem RFID-Reader gearbeitet, der mit dem Arduino über das Zweidrahtbussystem (SPI) kommuniziert.

Tragbarer Beschleunigungsmesser mit Logging

Lukas Faeth, Alexander Kellinger und Martin Muehlbauer beschäftigten sich mit einem Beschleunigungsmesser, der beim Bergsteigen oder Wandern zum Einsatz kommt und die Höhenveränderung misst. Theoretisch ist die bestehende Kombination aus einem Beschleunigungsmesser und einem Gyroskop für die Umsetzung möglich, jedoch ist sie aufgrund der vielen Messungenauigkeiten praktisch nicht realisierbar. Ungefähre Höhenunterschiede in kurzen Abständen lassen sich aber gut messen.

Mensa-Geräuschpegelmesser

Felix Abraham, Wolfgang Meier und Philipp Kuehnel hatten die Aufgabe eine Schalluntersuchung in der Mensa durchzuführen, um dort den leisesten Ort zu ermitteln. Gerade zu Stoßzeiten ist der Grundpegel in der Mensa extrem hoch. Doch die Sitzplätze am Fester in der Nähe der Tablettrückgabe sind im Vergleich die leiseren.

Pflanzenbewässerung

Lukas Holzner, Marco Schneider und Sophia Weger entwickelten ein System, das die Bodenfeuchtigkeit von Topfpflanzen misst und ermittelt, ob die Pflanze Wasser benötigt oder nicht. Wenn ja, wird mit einer Wasserpumpe automatisch Wasser über einen Schlauch in den Topf geleitet, bis die Sensoren erkennen, dass die Bodenfeuchtigkeit wieder in Ordnung ist.

Geschwindigkeitsmesser

Yasemin Tuncer und Verena Gnad bauten ein System, das die Geschwindigkeit mithilfe von zwei Lichtschranken misst. Das Objekt unterbricht die erste Lichtschranke durch das hindurchfahren und startet so die Zeitmessung. Die Messung endet mit der Unterbrechung der zweiten Lichtschranke.

Prof. Dr. Ketterl freute sich sehr über die gelungenen Ergebnisse. Die Projektbeschreibungen und Durchführungen sind als Plakate im Eingangsbereich des Raums C 104 im Hörsaalgebäude am Forum zu finden. Interessierte haben dort die Möglichkeit, sich die Entwürfe anzusehen.

[VIDEO 1 - Roboterauto]

[VIDEO 2 - Analoge Wetterstation]

[VIDEO 3 - NFC-basierte Lagerverwaltung]

[VIDEO 4 - Pflanzenbewässerung]

]]>
Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau
news-13911 Tue, 14 Jan 2020 08:27:00 +0100 Konzeptentwicklung einer verbesserten Brauanlage https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/konzeptentwicklung-einer-verbesserten-brauanlage.html Seit dem Sommersemester 2013 wird das AW-Fach „Verfahrenstechnik Brauprozess“ für Studierende aller Fakultäten angeboten. Hierbei wird gruppenweise an einer Micro-Brauanlage Bier gebraut. [VIDEO 1 - Projektbeschreibung 1 | VIDEO 2 - 3D-Animation]

Das Interesse am AW-Fach war so groß, dass eine Brauanlage nicht mehr ausreichte, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Da dieses Vorhaben ein vielschichtiges Konstruktionsprojekt ist, welches im weiteren Verlauf auch mehrere Studiengänge bzw. Fakultäten miteinschließt, sollte die neue Anlage in der eigenen Hochschule konstruiert und konzipiert werden. Die Realisation dieses Projektes läuft in Kooperation mit der Krones AG ab, insbesondere um den Studierenden ein Lernen von der Industrie zu ermöglichen.

Die im Rahmen dieser Projektarbeit entstehende Anlage erfüllt, neben einer Verbesserung des Brauprozesses durch den Einbau überarbeiteter technischer Teile, auch neue didaktische Anforderungen, wie beispielsweise das Vorhandensein von Schaugläsern ins Innere der Anlage. Dies geschieht in Kooperation der Fakultät Maschinenbau mit der Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften sowie der Krones AG. Das Team wird in allen Angelegenheiten der methodischen Konstruktion durch Prof. Dr. Andreas Wagner beraten und betreut. Geleitet wird das oben genannte AW-Fach von Siegfried Schrammel.

Den Beginn des Projektes stellte ein gemeinsamer Brautag des gesamten Teams sowie Mitarbeitern der Krones AG an der bisherigen Anlage dar. Hierbei konnten Schwachstellen der vorhandenen Anlage erkannt und Verbesserungsmöglichkeiten dieser gefunden werden. Mithilfe verschiedener Methoden des Projektmanagements wurden Meilensteine definiert und das Team in einzelne Gruppen gegliedert, welche speziell zugeteilte Aufgaben zu erledigen haben. Diese effiziente Arbeitsweise ermöglicht eine sichere Zielfindung. Mehrere Fachkräfte der Krones AG unterstützen das Projekt. Karlheinz Hierl, Leiter der Ausbildungswerkstatt der Firma Krones, unterstützt das Projekt mit Auszubildenden, welche die Brauanlagen fertigen. Andreas Gebhardt, Ausbilder für Produktdesign, hilft den Studierenden bei allen Anliegen rund um Auslegung und Konstruktion. Manfred Roman, Ausbilder für Schweißtechnik, berät das für die Schweißteile verantwortliche Team.

Es entstehen insgesamt vier Anlagen, eine für die Krones AG und drei für die OTH Regensburg. Die neuen Anlagen sollen der bereits vorhandenen Anlage ähneln. Gute Eigenschaften werden in die neue Konstruktion übernommen, andere verbesserungswürdige Bauteile werden neu konstruiert. Die Heizspirale im Inneren der vorhandenen Anlage wird beispielsweise durch Heizdrähte ersetzt. Auch wird eine Verbesserung am Rührwerk, dem Pumpensystem, dem Kessel und der SPS vorgenommen.

[VIDEO 1 - Projektbeschreibung 1 | VIDEO 2 - 3D-Animation]

]]>
Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau Nachrichten-Fakultät-Angewandte-Natur-und-Kulturwissenschaften
news-13922 Mon, 13 Jan 2020 11:00:00 +0100 Ethik und Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/ethik-und-kuenstliche-intelligenz-im-gesundheitswesen.html Die KI drängt in das Gesundheitswesen, doch es fehlt ein verlässlicher Leitfaden, wie viel Einfluss man ihr geben sollte. Prof. Dr. Karsten Weber von der OTH Regensburg will mit einem Forschungsprojekt heute vorsorgen, statt den heiklen Fragestellungen morgen hinterherzurennen. Die öffentlichen Meldungen sind spektakulär – „Künstliche Intelligenz (KI) erkennt Hautkrebs besser als Hautärzte“, „KI erkennt Darmkrebs-Vorstufen“. Forschungsteams weltweit führender Universitäten und Hochschulen feiern rapide Fortschritte in der Implementierung von Künstlicher Intelligenz in der Medizin. Gleichzeitig fragen sich Ethiker und Ärzte, wie diese neue Form der Diagnostik das Gesundheitswesen verändern könnte. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos, doch kratzen sie auch an den Grenzen des moralisch Vertretbaren. Nicht zuletzt, wenn Algorithmen über die Expertise von Ärzten gestellt werden.

Wo diese Grenzen liegen, dazu gibt es bislang weder einen wirklichen Konsens oder gar ein Nachschlagewerk. Prof. Dr. Karsten Weber von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) erstellt aktuell mit Ärzten und KI-Forschern einen Leitfaden zur sicheren Verwendung von künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen. Dabei setzt er auch einen besonderen Fokus auf Gespräche mit Medizinern in ländlichen Gebieten. „Für ein Flächenland wie Bayern ist das durchaus bedeutend“, stellt Prof. Dr. Weber fest. Als Leiter des Labors für Technikfolgenabschätzung und angewandte Ethik und einer der drei Direktoren des Regensburg Center of Health Sciences and Technology an der OTH Regensburg untersucht er Langzeitkonsequenzen technischer Neuerungen. Für das aktuelle Projekt arbeitet er mit Prof. Dr. Christoph Palm zusammen, Experte für medizinische Bilderkennung und Deep Learning.

Offene Probleme der KI

 „Es ist die Frage: Wem vertraut man?“, wirft Prof. Dr. Weber auf, „Der Ärztin mit Erfahrung oder der KI, die von den Fallzahlen her mehr gesehen hat, als es je ein Mensch könnte?“ Diese Frage betreffe vor allem Ärzte in der Peripherie, die bestimmte seltenere Krankheitsbilder vielleicht ein oder zwei Mal in ihrer gesamten Berufslaufbahn auch nur zu Gesicht bekommen werden. Für sie bedeutet dieser Fortschritt potenziell eine komplette Veränderung ihres Berufsfelds.

Doch die Frage „Wem vertraut man?“, ist nicht die einzige. Die Beispiele, die Prof. Dr. Weber bislang herausgearbeitet hat, sind zahlreich. Beginnend beim Datenschutz, über juristische Haftungsfragen bei Fehldiagnosen bis zum Potenzial versteckter Diskriminierung: Wenn beispielsweise Algorithmen mit Datensätzen weißer Menschen gefüttert werden und sie andere Ethnien deshalb schlechter diagnostizieren können. Bisherige Handlungsempfehlungen, wie beispielsweise der Ethikkommission der Bundesregierung, bleiben zu abstrakt, um da wirkliche, konkrete Lösungen anbieten zu können.

Noch ganz am Anfang

Prof. Dr. Karsten Weber hofft deshalb, dass sein Projekt eine Debatte bereichert, die besser früher als später in den Sitzungsplänen der Gesetzgebung landet. „Am Ende ist Ethik ja eine tolle Sache, aber wenn es um die Durchsetzung von Ansprüchen geht, brauchen wir immer das Recht,“ weiß der Professor. Es ist ein schmaler Grat. Die Ansicht der Ärzte, die sich bislang herauskristallisiert: Die KI sollte eine zweite Meinung darstellen, die Entscheidungshoheit sollte aber auf Seiten des ärztlichen Personals liegen.

Erste genauere Ergebnisse sollen ab Ende 2019 folgen, sobald Prof. Dr. Weber zusammen mit dem Mitarbeiter Arne Sonar intensive Interviews geführt hat. 2020 sollen sie veröffentlicht werden und eventuell in einer Fachtagung gipfeln. Bislang steht das Projekt noch auf theoretischer Basis. Doch schon im Verlauf soll es eine Wechselwirkung mit Prof. Dr. Christoph Palms aktuellem Projekt geben in Fragen der praktischen Anwendung durch die weiterhin menschlichen Ärzte. Damit der verantwortungsvolle Umgang mit der neuen Technik auch an den Grenzen des Machbaren gilt.

]]>
news-13906 Fri, 10 Jan 2020 08:23:00 +0100 Gastvortrag über Feminismus in Europa https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/gastvortrag-ueber-feminismus-in-europa.html Mit dem Vortrag „Feminismus in Europa - Zwei Männer auf einer Reise durch einen Kontinent der Ungleichheit“ endet die Reihe „Das Geschlecht der Europa - Europäische Integration und Geschlechtergerechtigkeit“. Am 7. Januar 2020 kamen die Aktivisten, Autoren und deutschen UN Women #HeForShe-Botschafter Vincent-Immanuel Herr und Martin Speer an die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg). Sie berichteten von ihrer Reise durch zwölf europäische Länder im Frühjahr 2019, auf der sie sich mit den Fragen beschäftigten, wie es um die Gleichberechtigung in Europa steht und welche Rolle Männer im Feminismus spielen. „Es ist wichtig, dass auch Männer sich mit Feminismus beschäftigen“, starteten HERR & SPEER, wie sich die beiden Aktivisten nennen, in ihren Vortrag. Die Frage „Wie kann man die Gesellschaft gerechter machen?“ führte die beiden dazu, sich mit Geschlechtergerechtigkeit zu beschäftigen. Durch ihre Aktivitäten wollen sie auf das Thema aufmerksam machen und Menschen sensibilisieren.

Die Eindrücke und Erfahrungen, die sie durch Interviews, Gespräche und Veranstaltungen sammelten, fassten sie in sieben Beobachtungen zusammen:

Das Schreckwort „Feminismus“

„Vor allem in Osteuropa ist der Begriff ‚Feminismus‘ negativ konnotiert und ruft Zurückhaltung bis hin zu Ablehnung hervor“, berichteten HERR & SPEER. Doch auch wenn sich die meisten nicht öffentlich als Feministin oder Feminist bekennen würden, bestünde laut der Aktivisten bei manchen jüngeren Menschen Interesse an dem Thema. „Die Europäische Union bewegt sich bei der Geschlechtergerechtigkeit im Schneckentempo voran“, zitieren sie einen Bericht des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE), eine von der Europäischen Union (EU) finanzierte Agentur mit Sitz in Vilnius, Litauen. Das EIGE untersucht Geschlechtergerechtigkeit anhand von Indikatoren. Vor allem der Indikator, der den Zugang zu Machtstrukturen für Frauen abbildet, zeichnet mit 51,9 von 100 Prozentpunkten im EU-Durchschnitt ein düsteres Bild des Status quo.

Engagement ist weiblich, Macht ist männlich

Während die politische Macht noch immer mehrheitlich in männlicher Hand sei, engagierten sich Frauen oft demokratisch und ehrenamtlich, berichteten HERR & SPEER: „Auf unserer Reise trafen wir deutlich mehr Frauen als Männer, die sich für soziale und Umweltfragen engagierten.“ Als Beispiele nannten sie die „Anti-Brexit-Superheldin“ Madeleina Kay, Klimaaktivistin Greta Thunberg, Europa-Aktivistin Katja Sinko, Feministin Kristina Lunz oder Carolina Almeida Cruz, die während der Krisenjahre in Portugal beim Aufbau einer vitalen Jungunternehmerszene mitwirkte. „All diese Frauen setzen sich für ein gerechtes und nachhaltiges Europa ein“, sagten sie und wiesen darauf hin, dass aktuell 40,4 Prozent der Abgeordneten im EU-Parlament Frauen seien – unter anderem aufgrund eines wachsenden Anteils der Grünen.

Traditionelle Familienbilder und Ungleichheit bei der Care-Arbeit

„Die tägliche Care-Arbeit in Europa wird zu zwei Dritteln von Frauen und nur zu einem Drittel von Männern erledigt“, betonten HERR & SPEER und führten an, dass unter den traditionellen Familienbildern nicht nur Frauen, sondern auch Männer litten und ein Aufbrechen dieser starren Rollenzuschreibungen zahlreiche neue und vielfältige Lebenswege ermöglichen würde. „Männer brauchen einen Zugang zum Feminismus, indem sie die Welt aus den Augen der Frauen sehen können“, sagten sie und wiesen darauf hin, dass bestimmte Alltagssituationen, in denen Frauen Diskriminierung oder Sexismus erleben, Männern oft verborgen blieben.

Sicherheit und Gewalt

„Jede dritte Frau erlebt in ihrem Leben irgendwann einmal Gewalt“, berichteten die Aktivisten und erzählten von ihrem Besuch bei einer Richterin in Madrid, die sich für Opfer von Menschenhandel oder häuslicher Gewalt einsetzt und den beiden offenbarte, dass sich Männer in der Regel nicht für die Inhalte ihrer Arbeit interessierten – und dass, obwohl in Spanien eine der größten #MeToo-Bewegungen stattfand.

Körperliche Selbstbestimmung

In Nordirland trafen HERR & SPEER Aktivistinnen und Aktivisten einer Grassroots-Bewegung, die in Belfast auf die Straße ging, um sich für die Legalisierung von Abtreibung auszusprechen. Sie berichteten, dass gleichzeitig eine andere Gruppe junger Menschen gegen das Abtreibungsrecht demonstrierten. Trotz des Widerstands stimmte eine Zweidrittelmehrheit schließlich für eine Lockerung des Abtreibungsverbots. „Daran sieht man, dass politisches Engagement etwas bewirken kann“, betonten sie.

Männer und Feminismus?

Bei der Frage, ob sich jemand als Feministin oder Feminist bezeichnen würde, gäbe es wenig Zweifel. Trotz der Komplexität des Begriffs, positionierten sich die meisten entweder klar dafür oder klar dagegen, erklärten HERR & SPEER: „Daran wird deutlich, wie polarisierend das Thema ist.“ In Europa sei die Idee, dass Männer sich für Feminismus engagieren noch nicht weit verbreitet. Die globale Kampagne #HeForShe, die auch von HERR & SPEER unterstützt wird, sei eine Idee, Männern einen einfachen Einstieg in die Thematik zu geben.

Die Zukunft ist weiblich

„Auf unserer Reise haben wir viele kluge und tolle Frauen kennengelernt, die sich für ein gerechtes Europa einsetzen“, resümierten die beiden ihre Erlebnisse. „Wir haben festgestellt, dass Frauen eher pro-europäische und weniger populistische Parteien wählen als Männer“, fuhren sie fort und beendeten ihren Vortrag mit dem Plädoyer: „Wenn wir als Kontinent Frauen fördern, dann fördern wir auch Europa!“

Mit einer anregenden Diskussion mit dem Publikum endete der Vortragsabend und somit auch die Veranstaltungsreihe, die in Kooperation der Hochschulfrauenbeauftragten, der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften und der Servicestelle Gender und Diversity durchgeführt wurde. Prof. Dr. Clarissa Rudolph bedankte sich bei Veronika Rösch, Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Geschlechterforschung, für die gute Konzeption und Organisation der Vorlesungsreihe.

]]>
Nachrichten-Fakultät-Angewandte-Sozial-und-Gesundheitswissenschaften
news-13903 Thu, 09 Jan 2020 08:27:00 +0100 Praxisorientierte Forschung: Vortrag auf ICIS präsentiert https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/praxisorientierte-forschung-vortrag-auf-icis-praesentiert.html Die Ergebnisse einer Fallstudie mit der Continental AG zum Thema Cloud-Computing-Strategie stellte ein Doktorand der Wirtschaftsinformatik einem internationalen wissenschaftlichen Fachpublikum auf der ICIS 2019 in München vor. Die jährlich stattfindende International Conference on Information Systems (ICIS) ist die renommierteste wissenschaftliche Konferenz rund um Wirtschaftsinformatik weltweit. Sie fand vom 16. bis 18. Dezember 2019 in München statt. Ein Doktorand der Wirtschaftsinformatik von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) konnte erfolgreich einen Vortrag auf der Konferenz platzieren.

Wirtschaftsinformatik-Doktorand auf der ICIS 2019

Doktorand Frederik Wulf, dessen Promotion in Regensburg von Prof. Dr. Markus Westner aus der Fakultät Informatik und Mathematik betreut wird, referierte in der Kategorie „Praxisorientierte Forschung” („Practice-oriented Research“) zu seinem Forschungsthema „Cloud Computing”. Der Titel seines Vortrags: „Preparing for a Digital Future: Cloud Strategy at Continental AG“.

Der Beitrag wurde in enger Kooperation mit der Continental AG erarbeitet. Die Ergebnisse richten sich an IT-Führungskräfte, die die Adoption von Cloud Computing Services in ihrem Unternehmen fördern wollen. Im Paper wird anhand des Fallbeispiels der Continental AG deren Cloud-Computing-Strategie über einen Zeitraum von 2012 bis heute nachgezeichnet. Darauf aufbauend, werden Handlungsempfehlungen für die Praxis abgeleitet und Forschungsmöglichkeiten identifiziert.

Gute Anknüpfungspunkte für weiteren Forschungsverlauf

Der Vortrag wurde vom zahlreich anwesenden Fachpublikum aus der ganzen Welt sehr positiv gewürdigt. Aus den sich ergebenden Fachgesprächen resultierten interessante Diskussionen und Anknüpfungspunkte für den zukünftigen Forschungsverlauf. Die Annahme des Beitrags unterstreicht die anwendungsbezogene und industrienahe Forschungsstärke an der OTH Regensburg, die als eine der wenigen Hochschulen für angewandte Wissenschaften auf der ICIS mit einem Beitrag präsent war.

Die von Prof. Dr. Markus Westner aus der Fakultät Informatik und Mathematik betreute Promotion wird in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Informationssysteme in Industrie und Handel von Prof. Dr. Susanne Strahringer an der Technischen Universität Dresden durchgeführt.

]]>
Nachrichten-Fakultät-Informatik-und-Mathematik
news-13880 Thu, 09 Jan 2020 08:10:00 +0100 Neue Nestschaukel vom Verein der Freunde der OTH Regensburg finanziert https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/neue-nestschaukel-vom-verein-der-freunde-der-oth-regensburg-finanziert.html Ende Oktober wurde eine neue Nestschaukel eingeweiht, die vom Verein der Freunde der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg e. V. gespendet und schon voller Vorfreude erwartet wurde. Die Bestellung der Schaukel wurde im Juli aufgegeben und bereits im Oktober stellte das städtische Bauamt die Schaukel in rekordverdächtigen sechs Tagen neben dem Studierendenhaus auf. Dort steht sie nun bereit für alle kleinen und auch großen Schaukelbegeisterten, die zwischendurch spielen oder einfach mal die Seele baumeln lassen wollen. Bis zu 200 kg hält die Nestschaukel aus und kann somit von mehreren Personen gleichzeitig benutzt werden.

]]>
Nachrichten Verein der Freunde
news-13891 Wed, 08 Jan 2020 08:30:00 +0100 Agrarroboter mit Künstlicher Intelligenz https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/agrarroboter-mit-kuenstlicher-intelligenz.html An der OTH Regensburg schrauben Studierende an einem intelligenten Roboter, der ohne Glyphosat und für den Preis eines neuen Handys, Bio-Felder von Unkraut befreien soll. Die Sonne brennt auf die schattenlose Weite, ein scharfer Wind schneidet über die Hügel. Unermüdlich surrt und knattert ein kleiner Roboter zwischen jungen Feldpflanzen umher und scannt mit zwei kleinen Kameraaugen die Umgebung. Immer, wenn die Künstliche Intelligenz (KI) in seiner Platine Unkraut erkennt, fährt ein Stecharm in den Boden und rupft wucherndes Unkraut aus der Erde. Keine tausend Kilogramm wiegt er und keinen Tropfen Glyphosat muss er dabei verteilen. Es ist eine Vision von smarter Landwirtschaft, die weit entfernt wirkt. Doch an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) gibt es einen Idealisten, der seit einem Jahr an genau dieser Vision bastelt. Prof. Dr. Hermann Ketterl, Fakultät Maschinenbau, entwickelt mit seinen Studierenden einen kleinen Agrarroboter mit künstlicher Intelligenz, der nicht nur Biobauern eine Freude sein soll, sondern auch flexibel und vor allem erschwinglich.

Noch ganz am Anfang

„Seit das mit Glyphosat ein Thema ist, sind viele motiviert, in diese Richtung zu gehen,“ erzählt Prof. Dr. Ketterl, während er zwischen dutzenden „wilden“ Erfindungen im Labor für Mess- und Steuerungstechnik steht. Erst vor einem Jahr startete das erste Agrartechnik-Projekt seines Labors überhaupt. Heute sind schon rund zehn Studierende dabei und einige Masterarbeiten in vollem Gange. Prof. Dr. Ketterl hatte schon Jahre zuvor das Thema angestoßen, hat er doch selbst ein paar Hektar Bioland mit zwei Kühen in Niederbayern. Mit dem Studenten Michael Engel startete es schließlich durch. Engel forscht an einem Konzept zur Reihenerkennung in Getreidefeldern. Im Sommersemester 2019 startete schließlich das Projekt „Agrarroboter“. Für den Anfang der großen Vision soll es erst einmal darum gehen, Futterrüben von Melden zu unterscheiden, einem hartnäckigen Fuchsschwanzgewächs, das vielen Bauern auf die Nerven geht.

Günstige Alternative

Ziel wäre eine kleine Maschine, die sich vor allem auch kleine Biobetriebe leisten können. Die Bauteile sind deshalb günstig, zwei Motoren für je 50 Euro und ein „Raspberry Pi“-Rechner für nochmal 50 Euro. Bislang liegt der Prototyp bei 300 Euro, am Ende sollte er inklusive GPS-Modul, Ladestation und einer schicken Hülle bei unter 1.000 Euro liegen. Auch im Stromverbrauch soll er sehr sparsam sein.

Damit ist die Maschine ein Gegenentwurf zu dem, was bislang auf dem Markt ist. Denn natürlich sind die Regensburger weit davon entfernt, die Ersten zu sein, mit der Idee eines intelligenten Unkraut-Vernichters. Viele technische Universitäten arbeiten bereits an dem Thema. Und auf den Feldern fahren bereits erste Hackgeräte herum. Diese sind jedoch für Großbauern angelegt, müssen noch von einem großen Diesel-Traktor gezogen werden und kosten einen sechsstelligen Betrag. An der OTH Regensburg forschen die Studierenden auf eigene Faust, ohne Zusammenarbeit mit Privatfirmen. „Industrielle Interessen sind da oft andere,“ weiß Prof. Dr. Ketterl, „die haben wenig Interesse an Low-Cost-Alternativen.“

Realistische Ziele

Außerdem, und das will der Professor noch ausdrücklich betonen, ist der Agrarroboter in erster Linie ein Lehrforschungsprojekt. Es geht um die Ausbildung künftiger Ingenieure, die vielleicht in der Zukunft die Agrarwirtschaft verändern werden. Und nicht um den Bau eines marktreifen Produkts innerhalb weniger Monate. Und schon gar nicht um den Bau eines perfekten Roboters, der 100 Prozent des Unkrauts erkennt und sich nie mal irgendwo festfährt. Das ist für den Preis auch nicht möglich. Dennoch geht die Arbeit an der Optimierung des Roboters stetig weiter. Der erste ferngesteuerte Prototyp fährt mit seinen wackeligen Test-Reifen seit wenigen Wochen und auch der mechanische Hackarm ist bereits montiert.

Im kommenden Semester arbeiten Studierende wie der Masterand Clemens Hölscher an der GPS-Positionierung. Masterand Michael Dier will bis dahin die Abstandsermittlung mittels Triangulation mit den beiden Kameras optimiert haben. Und noch in diesem Frühherbst soll ein 50 Quadratmeter großes Testfeld zwischen den Testanlagen für Erneuerbare Energien entstehen. „Dann kann man das mal richtig testen,“ freut sich Prof. Dr. Ketterl bereits, „wenn‘s mal geregnet hat und er verschlammt, wenn Dreckbatzen auf der Linse sind, dann wird‘s erst spannend.“

]]>
Nachrichten-Fakultät-Maschinenbau
news-13892 Wed, 08 Jan 2020 08:19:00 +0100 Zugänge zu anderen Kulturen mittels Musik und Tanz am Beispiel Tschechien https://www.oth-regensburg.de/hochschule/aktuelles/einzelansicht/news/zugaenge-zu-anderen-kulturen-mittels-musik-und-tanz-am-beispiel-tschechien.html Die Musikethnologin und Pianistin Prof. Dr. Judita Kucerová von der Masaryk Universität in Brünn war als Gastdozentin an die Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften eingeladen. Schon bei der Planung der Lehrveranstaltung wurde klar, dass diese umfassende Einblicke in das musikalische Brauchtum unterschiedlicher Regionen der Tschechischen Republik anhand von Liedern und Volkstänzen bieten würde. Landesgeschichte und Volkskunde wurden mit zahlreichen Videos und Liedbeispielen behandelt, doch auch die Studierenden selbst wurden aktiv eingebunden ins Singen, Tanzen und Instrumentalspiel. 

Innerhalb von nur neun Tagen, die der Musikethnologin und Pianistin von der Faculty of Education der Brünner Masaryk Universität Prof. Dr. Judita Kucerová für ihre Lehrveranstaltung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) zur Verfügung standen, konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen kulturellen Überblick zu Böhmen, Mähren und weiteren Regionen erarbeiten. Zudem eruierten sie didaktisch-methodische Möglichkeiten, wie man das Liedgut sowie die Tänze vermitteln könnte. Am Ende konnten einige musikalische Ergebnisse präsentiert werden. 

Großes historisches Interesse der Studierenden

Während des Seminars waren die Instrumententypen, Textinhalte, die Herkunft der Lieder, die historische Einordnung, musiktheoretische und interpretatorische Aspekte Gegenstand der Diskussionen mit den Studierenden, deren Fokus hauptsächlich darin liegt, über musikalische und tänzerische Elemente Zugang zu Zielgruppen zu erhalten und musikpädagogisch zu wirken. Die Gastwissenschaftlerin freute sich über das historische Interesse der Studierenden: „Wir haben oft über die Bedeutung der Liedtexte diskutiert und ich wurde immer wieder aufgefordert, von der Geschichte Böhmens zu erzählen“, berichtete sie am Ende der Lehrveranstaltung.

Prof. Dr. Kucerová besuchte selbst auch einige Lehrveranstaltungen von Prof. Renate Kühnel und Prof. Dr. Christian Zürner, um sich an der OTH Regensburg über die Verbindung von Sozialer Arbeit und Musik und Bewegung zu informieren. Eine sehr gute Gelegenheit bot dazu ihre Teilnahme am Kulturabend des Studiengangs Musik- und bewegungsorientierte Soziale Arbeit, an dem studentische künstlerische Projekte gezeigt wurden. Besonders positiv fiel Dr. Kucerová dabei das Engagement, der soziale Zusammenhalt und das Niveau der Studierenden auf.

Gespräche über die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit

Des Weiteren umfasste ihr Programm Besuche beim Dekan der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften Prof. Dr. Carl Heese sowie bei Dr. Wilhelm Bomke, dem Leiter des Akademischen Auslandsamts, und beim Vizepräsidenten für Internationales Prof. Dr. Thomas Fuhrmann. In allen Gesprächen wurde der Abschluss eines „Erasmus+ Interinstitutional agreement between programme countries“ erörtert und ein Vertragsentwurf erarbeitet. 

Alle Beteiligten waren sich einig, dass gerade die bayerisch-tschechische Zusammenarbeit aufgrund eines von vielen Gemeinsamkeiten gekennzeichneten Kulturraums ein ganz besonderes Ziel sein kann. Eine Studentin der Lehrveranstaltung brachte dies sehr treffend zum Ausdruck: „Die kulturelle Nähe zur Tschechischen Republik und die Ähnlichkeiten der Volksmusik sowie der Tanzformen sind erstaunlich. Schade, wie wenig wir voneinander wissen – kulturell wie politisch.“ Deswegen fand auch ein Treffen mit dem Leiter des Koordinierungszentrums Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch Tandem, Thomas Rudner, und der Projektmanagerin der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur Radka Bonacková statt, um weitere Optionen einer Kooperation auszuloten.

Während ihres Aufenthalts an der OTH Regensburg hat es sich Prof. Dr. Kucerová als erfahrene Chor-Expertin mit vielen Auftritten im In- und Ausland nicht nehmen lassen, den Chor der Regensburger Domspatzen im Dom live singen zu hören. Die Gastwissenschaftlerin hatte einen sehr engen Zeitplan und schätzte insbesondere auch die Möglichkeiten der Bibliothek der OTH Regensburg. 

Der Kontakt mit der tschechischen Gastdozentin Prof. Dr. Judita Kucerová kam auf Einladung von Prof. Dr. Schroll-Decker und Prof. Kühnel von der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften zustande. Ihr Aufenthalt wurde aus dem „Professorinnenprogramm II“ gefördert und möglich gemacht.

]]>
Nachrichten-Akademisches Auslandsamt Nachrichten-Fakultät-Angewandte-Sozial-und-Gesundheitswissenschaften