Wissenschaftsminister Dr. Heubisch übergibt Urkunde "Technische Hochschule“

12.04.2013
Von: Diana Feuerer

Die Hochschule Regensburg (HS.R) und die Hochschule Amberg-Weiden (HAW) erhalten am Freitag, 12. April 2013 offiziell den neuen Titel verliehen. 600 Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft nehmen am Festakt in Regensburg teil.

Offizielle Übergabe der Urkunde "'Technische Hochschule".

Der Präsident der Hochschule Amberg-Weiden (HAW), Prof. Dr. Erich Bauer (links), Dr. Wolfgang Heubisch, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst und der Präsident der Hochschule Regensburg (HS.R) Prof. Dr. Wolfgang Baier (rechts) vor dem Haupteingang der Hochschule Regensburg in der Seybothstraße.

Ansprache des Wissenschaftsministers: Vor rund 600 Gästen aus den Hochschulen Regensburg (HS.R) und Amberg-Weiden (HAW), aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft gratulierte Dr. Wolfgang Heubisch zum neuen Titel „Technische Hochschule“.

Offizielle Übergabe: Dr. Wolfgang Heubisch (rechts), Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst und Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Bundes und Europaangelegenheiten, händigen die Urkunde zum neuen Titel „Technische Hochschule an den Präsidenten der Hochschule Regensburg (HS.R) Prof. Dr. Wolfgang Baier (2. von links) und an den Präsidenten der Hochschule Amberg-Weiden (HAW) Prof. Dr. Erich Bauer aus.

Die Präsidenten im Gespräch: Prof. Dr. Wolfgang Baier (rechts) und Prof. Dr. Wolfgang Bauer berichteten von dem Bewerbungsprozess und den Zielen der Technischen Hochschule. Martin Gottschalk von TVA moderierte das Gespräch.

Statements der Partner: Wie wichtig der Titel „Technische Hochschule“ für den gesamten ostbayerischen Wissenschafts- und Wirtschaftsraum ist verdeutlichten Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Bundes und Europaangelegenheiten und Vorsitzende des Oberpfalzrats (3. von links), Oberbürgermeister Hans Schaidinger (2. Von links), Landrat Simon Wittmann (links), Hans-Jürgen Thaus (rechts), Vorsitzender des Hochschulrats der Hochschule Regensburg (HS.R) und Christian Engel (2. von rechts), Vorsitzender des Hochschulrats der Hochschule Amberg-Weiden (HAW). Martin Gottschalk, TVA, leitete die Diskussion.

Neuer Name: Der neue Schriftzug „Technische Hochschule“ wird am Haupteingang der Hochschule Regensburg (HS.R) in der Seybothstraße enthüllt. Fotos: Hochschule Regensburg / www.florianhammerich.com

[BILDERGALERIE zum Festakt]

"Ein wunderbarer Tag“ war die heutige Urkundenverleihung "Technische Hochschule“  für Dr. Wolfgang Heubisch, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst an der Hochschule Regensburg (HS.R). Dass so viele Leute zu der Urkundenverleihung gekommen sind, ist für Dr. Heubisch ein Zeichen dafür, welche Dynamik der neue Titel mit sich bringe. Die Hochschule Regensburg (HS.R) und die Hochschule Amberg-Weiden (HAW) hatten sich gemeinsam im Wettbewerb um den Titel "Technische Hochschule“ unter den bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften beworben – und waren erfolgreich.

Am 19. März 2013 hat der Ministerrat entschieden: Die HS.R und die HAW erhalten im Verbund den Titel "Technische Hochschule". Die offizielle Urkundenverleihung durch Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch fand am Freitag, 12. April 2013, an der HS.R statt. Es nahmen rund 600  Gäste der beiden Hochschulen, aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft aus der gesamten Oberpfalz teil.

Die beiden Präsidenten, Prof. Dr. Wolfgang Baier von der HS.R und Prof. Dr. Erich Bauer von der HAW, zeichneten für das Publikum in einem lockeren Gespräch noch einmal den Weg "Von der Idee zur Wirklichkeit" hin zu dem Titel  "Technische Hochschule" nach. Dr. Heubisch würdigte in seiner Ansprache "Hochschulmodell mit Zukunft" das Verbundmodell der beiden Hochschulen.

Partner aus Politik und den Hochschulen machten in einer Gesprächsrunde deutlich, wie wichtig der neue Titel nicht nur für die Hochschulen, sondern auch für die Städte Regensburg, Amberg und Weiden und den gesamten Wissenschafts- und Wirtschaftsraum sei.

Im Anschluss an die Veranstaltung enthüllte Wissenschaftsminister Dr. Heubisch den neuen Schriftzug "Technische Hochschule“ am Haupteingang der HS.R in der Seybothstraße. Durch das Programm der Veranstaltung leitete souverän Moderator Martin Gottschalk von TVA – Regionalfernsehen für Ostbayern. Mit viel Schwung umrahmte das Jazzensemble Desafinado den Festakt.

Die Veranstaltung an der Hochschule Regensburg (HS.R) eröffnete der "Hausherr" HS.R-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier. Er begrüßte die Anwesenden und bedankte sich ausdrücklich für die breite Unterstützung bei der Bewerbung um den Titel "Technische Hochschule" bei den Hochschulangehörigen, der Politik und der Wirtschaft aus der Region. Dies sei ein guter Tag für Regensburg, für die Region und für ganz Ostbayern,  so HS.R-Präsident Prof. Dr. Baier: "Dieser Erfolg ist eine große Gemeinschaftsleistung der gesamten Region." Der Erfolg spiegelt für Prof. Dr. Baier die Leistung der Hochschulangehörigen aller drei Standorte wider. "Wir alle haben in einer unglaublichen Geschlossenheit an einem Strang gezogen. Das war und ist einmalig", sagte Prof. Dr. Baier in seiner Begrüßung.

Nach der Begrüßung bat Moderator Martin Gottschalk, TVA, die beiden Präsidenten Prof. Dr. Baier von der HS.R und Prof. Dr. Erich Bauer von der HAW zu einer Gesprächsrunde nach vorne. "Wann ist der Wettbewerb um den Titel gestartet?", fragte Gottschalk. Der Startschuss fiel im Jahr 2011 anlässlich des 40jährigen Jubiläums der zehn Hochschulen der ersten Stunde – damals noch Fachhochschulen, inzwischen  angewandte Wissenschaften Bayerns, erinnerte sich HAW-Präsident Prof. Dr. Bauer. Damals versprach Dr. Wolfgang Heubisch, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dass sich besonders erfolgreiche HAWs in Zukunft "Technische Hochschulen" nennen dürfen. Auf die gemeinsame Bewerbung von HS.R und HAW angesprochen, sei für Prof. Dr. Bauer von Anfang an klar gewesen, dass eine Bewerbung im Verbund die beste Variante sei. Auch für HS.R-Präsident ist klar, dass die demographische Entwicklung der Region nur gemeinsam geschultert werden könne. Er sei überzeugt, dass das erfolgreiche Verbundmodell eine Entwicklung der Zukunft in Deutschlands Hochschullandschaft vorwegnehme. "Miteinander sind wir stärker als alleine“, sagte Prof. Dr. Baier. "Zwei Hochschulen machen sich stark für eine Region“, so auch die Losung von Prof. Dr. Bauer. Die gemeinsame Bewerbung bringe drei "M“s mit sich:  Magnetfunktion der Hochschulen, Mehrwert für die Region und das Miteinander. Ein Gutachten des Fraunhofer Instituts 2011 zum Ausbaupotential im MINT-Bereich sei laut Prof. Dr. Baier ein weiterer Anstoß gewesen, der die gemeinsame Bewerbung ins Rollen brachte. Das Gutachten attestierte der Region einen Mangel an Fachkräfte im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Daraus ist im ersten Schritt das Technologie- und Wissenschaftsnetzwerk Oberpfalz (TWO) entstanden. Die "Technische Hochschule" ist der neuerliche und ganz eigene Beitrag der Hochschulen in der Region, um die prognostizierten demographischen Wandel in der Region bewältigen zu können, so Prof. Dr. Baier.

Auf die gemeinsamen Ziele der HS.R und der HAW angesprochen, berichteten die beiden Präsidenten, dass die beiden Hochschulen bereits im Bewerbungsprozess viel Gemeinsames festgestellt hätten, zum Beispiel arbeiten die Kollegen der Energietechnik der HAW längst mit den Architekten der HS.R zusammen. Gemeinsame Forschungsgebiete von HS.R und HAW sind bereits jetzt die Energie- und die Medizintechnik. Die Hochschulen haben zusammen inzwischen folgende Leitthemen definiert: Energie und Mobilität, Information und Kommunikation, Lebenswissenschaften und Ethik, Produktion und Systeme, Gebäude und Infrastruktur, mit der Sensorik und Aktorik als Querschnittstechnologie.

Ziel der "Technischen Hochschule“ sei ein Mehrwert für alle Bereiche - für Lehre, Forschung und Weiterbildung. Studierende sollen zum Beispiel ein abgestimmtes Masterangebot nutzen können und kooperative Promotionen sollen in Zukunft besser gehandhabt werden können. Die noch stärkere Vernetzung von Lehre und Forschung der Hochschulen Regensburg und Amberg-Weiden, auch gemeinsam mit der Universität Regensburg und auch mit der Wirtschaft der Region, steht im Fokus der Entwicklung der "Technischen Hochschule“. Dass der Titel das Renommee der Hochschulen steigert, da waren sich die beiden Präsidenten einig. Als Symbol für die bereits vorhandene Zusammenarbeit erwähnte Prof. Dr. Bauer noch den Weiterbildungstag von Hochschule Regensburg (HS.R) und Hochschule Amberg-Weiden (HAW) neben drei weiteren Hochschulen Bayerns, ebenfalls am Freitag, 12. April 2013, an der HS.R.

"Dass der Titel Technische Hochschule für solch eine Begeisterung sorgen wird, ahnte ich nicht“, sagte Wissenschaftsminister Dr. Heubisch in seiner Ansprache. Ziel des Wettbewerbs sei es gewesen, die Hochschullandschaft weiter zu differenzieren und es den Hochschulen zu ermöglichen, ihr Profil deutlicher zu schärfen. Als er im Jahr 2011 den Wettbewerb ins Leben gerufen habe, waren der doppelte Abiturjahrgang und der Fachkräftemangel die Themen, mit denen sich die Hochschulen beschäftigten. Und es sei klar gewesen: "Wir müssen noch mehr in die technischen Fächer investieren, um unseren Wohlstand zu sichern“, sagte Dr. Heubisch. "Jetzt ist der erste kleine Schritt gemacht“, sagte Dr. Heubisch und gratulierte den beiden Hochschulen zu ihrem neuen Titel. Er kündigte eine Evaluation an, denn er wolle "nachschauen“, was aus den Technischen Hochschulen wird. Wissenschaftsminister Heubisch berichtete davon, wie sehr die Hochschulen für angewandte Wissenschaften von den Studierenden nachgefragt werden.

Er sei von der "Erfolgsgeschichte“ der Hochschulen für angewandte Wissenschaften beeindruckt. Diese Hochschulart habe sich enorm weiterentwickelt, vor allem im Bereich der Forschung und in der Einwerbung der Drittmittel. Der Titel "Technische Hochschule“ könne enormes Potenzial freisetzen, prophezeite er. Der Titel für die beiden Hochschulen HS.R und HAW drücke die Verantwortung für den Wissenschafts- und Wirtschaftsraum der gesamten Region aus. Dem Freistaat sei dies zunächst jährlich eine Million Euro wert. Ob aufgrund des Doppelstandorts eine weitere Million folgen könne, das sei laut Dr. Heubisch eine "pfiffige Idee“, die ihm zugetragen worden sei, die wohl aber in dieser Legislaturperiode nicht mehr beantwortet werden könne. Die HS.R und die HAW sind schon heute "Motoren“ der Region. "Wenn wir so weitermachen, sind wir auf einem guten Weg“, wünschte Dr. Heubisch abschließend den Hochschulen. Anschließend überreichte er den beiden Präsidenten die Urkunden.

Nach der Verleihung traten verschiedene Partner der beiden Hochschulen nach vorne. Moderiert durch Martin Gottschalk, TVA, machten Gäste aus Politik und Wirtschaft die Bedeutung des neuen Titels deutlich. Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Vorsitzende des Oberpfalzrats, gratulierte. Der Titel unterstreiche die Leistungsfähigkeit der Hochschulen und stärke das Potenzial der gesamten Oberpfalz. Müller erwarte sich mehr Möglichkeiten und eine weitere Steigerung der Attraktivität des Standorts. "Wir sind eine Top-Region und eine Hightech-Region, das wollen wir auch in der Zukunft ausbauen“. Auch in Europa erhöhe solch ein Titel die Sichtbarkeit der Region Oberpfalz, davon ist Emilia Müller überzeugt. Denn die Technische Hochschule Regensburg und Amberg-Weiden befasse sich mit den Megatrends der Zukunft, wie Energie- und Medizintechnik.

"Nichts prägt derzeit diesen Standort so sehr, wie seine Hochschulen“, ließ Oberbürgermeister Hans Schaidinger wissen. Er verwies nochmals auf das Fraunhofer Gutachten und den damit identifizierten Mangel an MINT-Fachkräften. Mit dem Titel "Technische Hochschule“ könnte dies "wettgemacht“ werden, ist sich Schaidinger sicher. Der Durchbruch sei geschafft, so Schaidinger, wenn die erste Promotionsurkunde an einen Absolventen der Technischen Hochschule Regensburg und Amberg-Weiden verliehen worden sei. Die Stadt unterstütze die erfolgreiche Entwicklung "Technische Hochschule“ mit dem TechCampus, der derzeit in unmittelbarer Nähe zum Campus in Regensburg entsteht.

Große Freude über den neuen Titel auch bei Simon Wittmann, Landrat des Landkreises Neustadt a. d. Waldnaab und Sprecher der Oberpfälzer Landräte. Erstmals seien die Landkreise mit in die Hochschulentwicklung eingebunden. Die Verleihung des Titels sei ein großes Ereignis für die Fortschrittsregion Oberpfalz, so Wittmann. Der Titel trage seiner Meinung nach dazu bei, Kreativität weiter zu fördern und bei den Studierenden die Heimatverbundenheit zu stärken. Das Modell, das eine Region Technische Hochschule wird, werde weit über die Oberpfalz strahlen, so Wittmann.

"Wir brauchen die besten Köpfe“, sagte Hans-Jürgen Thaus, Vorsitzender des Hochschulrats der Hochschule Regensburg (HS.R) bei der Gesprächsrunde. Und die Technische Hochschule sei die richtige Plattform dafür, um die Wirtschaft der Oberpfalz nachhaltig zu sichern, so Thaus. Er halte den Titel für absolut wertvoll und verspreche sich eine nun folgende weitere, noch stärkere Vernetzung in Wissenschaft und Wirtschaft.

Der Vorsitzende des Hochschulrats der Hochschule Amberg-Weiden (HAW), Christian Engel, hofft, dass der Titel zur Standortsicherung beitrage. Er wünsche sich, dass die jungen, gut ausgebildeten Leute in der Region arbeiten und leben können. Auch eine stärkere Zusammenarbeit von Hochschulen mit der Wirtschaft hält er als Technische Hochschule für gewinnbringend für die Zukunft. 

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