Was ist ein Social Business und wer ist Social Entrepreneur?

13.06.2017
Von: Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker, start-up center

In einer gemeinsamen Veranstaltung des start-up centers und der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften gab es am 7. Juni 2017 zahlreiche Antworten zum Thema "Gründen im sozialen Bereich".

Veranstaltung „Gründen im sozialen Umfeld“

Die Veranstaltung „Gründen im sozialen Umfeld“ lockte viele Interessierte – im einleitenden Vortrag von Brigitte Kauer vom start-up center konnten sie sich über vielfältige Gründungsmöglichkeiten informieren.

Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker

Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker (im Bild links) von der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften holte alle Referenten und Referentinnen abschließend zu einer Fragerunde nochmals auf die Bühne.

Natalie Hofmann-Jäger

Natalie Hofmann-Jäger gab eines der Impulsreferate: Sie gründete den Verein Familienwerkstatt Regensburg e.V., der heute 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt. Fotos: start-up center

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Zur Begrüßung um 15.15 Uhr stand Prof. Dr. Backert, Dekan der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften, vor einem bis auf den letzten Platz mit Studierenden und Gästen voll besetzen Hörsaal E 205 an der OTH Regensburg. „Dieser Zulauf zeigt, wie wichtig das Thema geworden ist“, gab Dekan Backert zu bedenken und dankte allen, die in die Vorbereitung involviert waren: Das start-up center als Gründungsinitiative der OTH Regensburg, die Fakultät und eine studentische Initiativgruppe, die sich an den Vorbereitungen beteiligt hat. Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker, Vertreterin der Fakultät, brachte die Freude über die Zusage der Alumni und Studierenden zum Ausdruck, über ihre Gründungs-Entwicklungsgeschichte aus erster Hand zu berichten. 

Zu Beginn gab Brigitte Kauer, Referentin für Unternehmensgründungen, einen Überblick über „Gründung und Selbständigkeit als berufliche Option“ und öffnete damit den Reigen sich bietender Möglichkeiten. „Die folgenden Impulsvorträge sind ein Beispiel für positive Rollenvorbilder“, beendete sie ihre Ausführungen und leitete auf die Präsentationen über. Natalie Hofmann-Jäger, Gründerin der Familienwerkstatt Regensburg e.V. und Alumna der Fakultät stellte vor, wie sie aus einer engen Verbindung mit einer Freundin heraus die ersten Schritte wagte, zwischenzeitlich 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen beschäftigt und ihr Portfolio stets erweiterte. Patrik Stemmer, Initiator des KUJO-Konzepts und Preisträger des start-up Ideenpreises 2016 repräsentiert einen nebenberuflich Selbständigen, der mit seiner Bachelorarbeit ein Konzept erstellte und danach den Schritt gewagt hat, Seminarbausteine zur Medienpädagogik anzubieten. 

Brigitte Kauer stellte den Social Startup Guide vor, der vom start-up center und Enactus Regensburg e.V. initiiert wurde. Dieser Guide soll Gründer und Gründerinnen, die ein gesellschaftliches Problem auf wirtschaftliche Weise lösen wollen, als kompakter Wegweiser dienen und wie ein roter Faden durch den Gründungsprozess führen. Die ergänzende Homepage www.social-startup-guide.de wurde von Alexander Schoenenwald (Enactus Regensburg e.V.) vorgestellt. Mit ihr kann man den Guide interaktiv erleben und einen Businessplan erstellen. 

Weiter ging es mit zwei Vorträgen von Enactus Regensburg e.V., einem Verein, der sich der Aufgabe stellt, durch nachhaltige soziale Projekte wirtschaftliche Perspektiven für Benachteiligte zu eröffnen. Alexander Zacharuk und Daniel Kotter präsentierten das mit dem GreenTec Award ausgezeichnete Projekt „Thriving Green“ - das Superfood Spirulina soll die Mangelernährung in Kenia bekämpfen. Nina Auer, die an der OTH Regensburg Sozialwissenschaften und Betriebswirtschaft studiert, stellte ein weiteres ausgezeichnetes Projekt von Enactus Regensburg e.V. vor: Hydro Solution. Das Ziel ist, Menschen in ländlichen Gebieten Kenias mithilfe von Wasserfiltern zu sauberem Wasser zu verhelfen.

Um ein ganz anderes Thema ging es beim Vortrag von Sophia Schaaf, der Mitgründerin des Fördervereins für Musik und Kultur Uganda e.V. und ebenfalls Alumna der Fakultät. Ihr Verein unterstützt durch Musikkonzerte und damit eingespielte Spenden eine internationale Musik- und Sprachenschule in Uganda. Die „Himbisa Mukama“ Konzerte sind heute schon ein Begriff, nicht nur in Regensburg!

Frank Becher ist freiberuflicher Trainer und Inhaber des RKKB (Rhetorik, Körpersprache, Kommunikationsstruktur im Beruf). Nach einer Ausbildung und dem Studium der Sozialen Arbeit fand er erst im mittleren Erwachsenenalter seinen Weg in die Selbständigkeit. Für die anwesenden Studierenden der Studiengänge zerstreute er die Bedenken der Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen vor einer Selbständigkeit. Das Studium lege wesentliche fachliche Grundlagen, darin waren sich alle Social Entrepreneure einig, man müsse jedoch bereit sein, sich weiter zu entwickeln und sich mit betriebswirtschaftlichem Know-how anzureichern. 

Da die Zeit wegen der spannenden Berichte weit fortgeschritten war, wurde die angesetzte Podiumsdiskussion kurzerhand zu einer Fragerunde umfunktioniert. „Das soziale Umfeld aus Familie, Freunden und den persönlichen Netzwerken stellte für alle Gründer und Gründerinnen eine enorme Motivations-, Inspirations- und Durchhaltequelle dar“, brachte es Prof. Schroll-Decker auf den Punkt. 

Die Veranstaltung zeichnete einen bunten Regenbogen an Gründungsideen, die alle Anwesenden inspirierten und motivieren. „Es hat Spaß gemacht und ich muss wirklich sagen, ich war beeindruckt von den Vorträgen der Gründer!“, zog eine Teilnehmerin das Resümee.

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