Was haben der Further Drache, intelligente Bücherregale und ein Messezentrum in Mantua gemeinsam?

01.07.2008
Von: Christian Schmalzl

Bunte Präsentation hervorragender Diplomarbeiten aus allen Fakultäten der Hochschule Regensburg

Der Further Drache, intelligente Bücherregale und eine Mustermesse in Mantua waren drei von acht hervorragenden Diplomarbeiten, die bei der diesjährigen Vergabe des Präsentationspreises der Hochschule Regensburg  bedacht wurden. „Die Preisträgerinnen und Preisträger kommen aus den acht Fakultäten der Hochschule, die jeweils die beste Abschlussarbeit auswählen“, erklärte Vizepräsident Christine Süß-Gebhard bei ihrer Begrüßung und legte dar, worauf die Regensburger Hochschule für angewandte Wissenschaften besonderen Wert in ihrer Ausbildung legt: „Wir vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern auch Schlüsselkompetenzen. Dazu gehört unter anderem Präsentationskompetenz. Unsere Studierenden sollen durch den geschickten Einsatz von Rhetorik und Visualisierung lernen, wie man hochkomplexe Sachverhalte inhaltlich und visuell vereinfacht und verständlich aufbereitet.“

Die hervorragend dokumentierten und präsentierten Diplomarbeiten geben einen eindrucksvollen Überblick über die anspruchsvollen Themen, die an der Hochschule Regensburg zu bearbeiten sind. Jeweils 10 Minuten lang hatten die Referentinnen und Referenten Gelegenheit, die Ergebnisse ihrer Arbeiten vorzustellen. Anschließend stellten sie sich den Fragen des Publikums.

Wohl niemand aus dem Auditorium hätte vermutet, dass sich hinter dem Vortrag des Maschinenbauers Thomas Schießl die Kühlkonstruktion für den Further Drachen, der im Jahr 2010 durch die Bayerwaldstadt sein Feuer spucken soll, verbirgt. „Erstellen einer Wärmebilanz und Auslegung des Kühlsystems einer mechatronischen Laufmaschine“ lautete der Titel der Präsentation, die anschaulich verdeutlichte, wie man das 16 Meter lange und 3,5 Meter hohe Monster mit 10 Tonnen Gewicht vor dem Überhitzen bewahren kann.

Als Architekt Andreas Weiderer seinen Entwurf für eine Mustermesse in Mantua präsentierte, spitzte mancher Regensburger Stadtrat seine Ohren. Professor Eberhard Dünninger fand das Modell für die italienische Stadt sogar ansprechender als die Entwürfe für das Regensburger Kongresszentrum.

Der Diplom-Informatiker Georg Völkl präsentierte das von ihm entwickelte intelligente Bücherregal, das die Leihwerke automatisch bei der Entnahme aus dem Regal auf dem Benutzerkonto verbucht und den Nutzer erst dann wieder entlastet, wenn das Buch an die richtige Stelle im Regal zurückgestellt wird. Bibliotheken könnten so Personal entlasten und wirtschaftlicher arbeiten, ist Völkl von seiner Innovation überzeugt. Der Prototyp soll bald in Serie gehen.

Wie man mit der Methode der Moderation modern und effektiv Lernprozesse steuern kann, erläuterte die Sozialpädagogin Kristina Summer in ihrer Präsentation.

Der Wirtschaftsingenieur Christian Pfisterer konzipierte für das Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn in Kassel ein Tracking&Tracing-System, das dort die Arbeitsabläufe verkürzen und optimieren soll. Das Projekt ist in der Realisierungsphase.

Der Elektro- und Informationstechniker Ugur Gürsoy stellte dar, wie er für Bosch-Siemens-Hausgeräte den Testablauf in der Entwicklungsphase von Herden verbesserte, der Diplom-Ingenieur Alexander Sauerer hingegen beschäftigte sich für Infineon-Technologies mit der Leistungssteigerung elektrischer Bausteine.

Der Bauingenieur Matthias Stark ging schließlich der Frage nach, ob sich Planungsprozesse in einem Fertigteilwerk mit Hilfe parametrischer Gebäudemodellierung optimieren lassen.

Alle Referentinnen und Referenten wurden vom Publikum für ihre innovativen Konzepte mit viel Applaus bedacht. Die mit 300 € dotierten Preise -  gestiftet vom Verein der Freunde der Fachhochschule Regensburg - überreichte dessen Vorsitzender Dipl.-Ing. Johann Spieß. Die Vizepräsidentin sprach ihm großen Dank für dieses Förderengagement aus.

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