Treffen der bayerischen und tschechischen Hochschulrektorinnen und -rektoren

13.06.2019
Von: Radka Bonacková

Beim Treffen der bayerischen und tschechischen Hochschulrektorinnen und -rektoren in Regensburg standen der aktuelle Stand der wissenschaftlichen Zusammenarbeit sowie die Anbahnung weiterer Kooperationen im Fokus.

Bereits zum vierten Mal trafen sich am 3. und 4. Juni 2019 insgesamt 26 Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen und tschechischen Universitäten und Hochschulen in Regensburg; hier beim Arbeitstreffen im Veranstaltungssaal der Neuen Synagoge.

Bereits zum vierten Mal trafen sich am 3. und 4. Juni 2019 insgesamt 26 Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen und tschechischen Universitäten und Hochschulen in Regensburg; hier beim Arbeitstreffen im Veranstaltungssaal der Neuen Synagoge.

Die Teilnehmenden bei einem Spaziergang über die Steinerne Brücke auf dem Weg zum Alten Rathaus der Stadt Regensburg.

Die Teilnehmenden bei einem Spaziergang über die Steinerne Brücke auf dem Weg zum Alten Rathaus der Stadt Regensburg.

Bürgermeister Jürgen Huber (5. von links) heißt die Teilnehmenden mit einem offiziellen Empfang im Alten Rathaus der Stadt Regensburg willkommen, darunter der Präsident der OTH Regensburg Prof. Dr. Wolfgang Baier (1. von links), Dr. Franz Rieger (3. von links) und Prof. Dr. Udo Hebel (ganz rechts).

Bürgermeister Jürgen Huber (5. von links) heißt die Teilnehmenden mit einem offiziellen Empfang im Alten Rathaus der Stadt Regensburg willkommen, darunter der Präsident der OTH Regensburg Prof. Dr. Wolfgang Baier (1. von links), Dr. Franz Rieger (3. von links) und Prof. Dr. Udo Hebel (ganz rechts). Fotos: Vladimír Šigut, BTHA

Vom 3. bis 4. Juni 2019 fand in Regensburg ein weiteres Vernetzungstreffen der bayerischen und tschechischen Hochschulrektorinnen und -rektoren statt. Dabei trafen sich 26 Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen und tschechischen Universitäten und Hochschulen nun bereits das vierte Jahr in Folge, um sich über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und des studentischen Austausches zu informieren und weitere Kooperationen zu initiieren.

Das Treffen wurde am Nachmittag des 3. Juni 2019 mit einem informellen Get-together auf einer der Regensburger Donauinseln eröffnet, ehe die Teilnehmenden zu einem kleinen Spaziergang über die Steinerne Brücke zum Alten Rathaus aufbrachen. Dort hieß sie Bürgermeister Jürgen Huber mit einem offiziellen Empfang der Stadt Regensburg willkommen.

Zunächst begrüßten die gastgebenden Hochschulrektoren, Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und Mitglied des Direktoriums von BAYHOST und der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur (BTHA), sowie Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg, die zahlreichen aus ganz Bayern und Tschechien angereisten Hochschulrektorinnen beziehungsweise Hochschulrektoren.

Die historischen Räumlichkeiten, in denen bis 1806 der Immerwährende Reichstag abgehalten wurde, nutzten die Teilnehmenden, um mit den anwesenden oberpfälzischen Landtagsabgeordneten Tobias Gotthardt, Vorsitzender des Ausschusses für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie regionale Beziehungen, und Dr. Franz Rieger, stellvertretender Vorsitzender des Europaauschusses, ins Gespräch zu kommen.

Arbeitstreffen im Veranstaltungssaal der Neuen Synagoge

Im zweiten Teil des Nachmittags fand im Veranstaltungssaal der Neuen Synagoge das Arbeitstreffen der Hochschulrektorinnen beziehungsweise -rektoren statt. Dieser Ort steht erneut für einen wichtigen Teil der gemeinsamen Geschichte. Als eine der ältesten und größten Jüdischen Gemeinden im deutschsprachigen Raum, war sie bereits im Mittelalter Vermittler zwischen den großen Synagogen westlich und östlich von Regensburg. Genau 500 Jahre nach Vertreibung der Juden aus der Stadt 1519 gelang es nun, auf Stelle der 1938 zerstörten Synagoge der Jüdischen Gemeinde einen würdigen Platz in der Mitte Regensburgs zurückzugeben.

Die Vorsitzende von Universität Bayern e.V., Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, eröffnete mit ihrem Grußwort das Arbeitstreffen und zeigte sich sehr erfreut darüber, dass man sich das vierte Jahr in Folge zum bayerisch-tschechischen Wissenschaftsdialog zusammengefunden hatte und der Kontakt immer intensiver werde. Dieses Netzwerk gelte es weiter auszubauen und sie benannte mit der Luft- und Raumfahrttechnologie, der künstlichen Intelligenz, der Mathematik sowie den Gesundheitswissenschaften die derzeitigen Schwerpunktthemen der bayerischen Universitäten, die auch für die weitere Zusammenarbeit von großer Bedeutung sind.

Bekräftigung der vielfältigen und intensiven Beziehungen

Daran anschließend bekräftigte Prof. Dr. Uta M. Feser als Vorsitzende von Hochschule Bayern e.V. die vielfältigen und intensiven Beziehungen. Die Hochschulen in Bayern bewegen sich im Dreieck zwischen Lehre, Forschung und Wirtschaft und es sei regional wie überregional ihr Ziel, die Inhalte der Wissenschaft in die konkrete Praxis zu transferieren. 

Ebenso begrüßte der stellvertretende Vorsitzende der Tschechischen Hochschulrektorenkonferenz doc. PhDr. Mikulás Bek, Ph.D., den großen Zuspruch der Rektoren aus beiden Ländern und die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Treffen. Er stellte die Wichtigkeit internationaler Zusammenarbeit zur Finanzierung von Wissenschaftsprojekten dar und gab einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen der tschechischen Hochschulpolitik. Da er vom Amt des Rektors der Masaryk-Universität ausscheidet und in den Senat des Parlaments der Tschechischen Republik wechselt, wurde er unter großem Beifall für seinen Einsatz beim Aufbau dieses Netzwerks mit einem symbolischen Präsent gewürdigt.

Partnerschaften zwischen Bayern und Tschechien erfolgreich

Ministerialrat Dr. Christoph Parchmann vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst erweiterte mit seinen Anmerkungen zur Entwicklung der Internationalisierung der Hochschulen den Themenkreis des Treffens. Anschließend präsentierte die Projektmanagerin der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur, Radka Bonacková, den aktuellen Stand der bayerisch-tschechischen Hochschulzusammenarbeit und die Entwicklung der Förderung durch die BTHA. Dabei wurde deutlich, dass bereits eine Vielzahl erfolgreicher Partnerschaften zwischen Bayern und Tschechien geknüpft werden konnten, deren Ausbau aber auch weiterhin vorangetrieben werden muss. Sie appellierte an die Anwesenden, Studierende und Dozierende weiterhin nachhaltig für den bayerisch-tschechischen Austausch zu motivieren. Dies gelinge unter anderem durch die Etablierung binationaler Studiengänge und weiterer Studienangebote mit Beteiligung der Hochschulen in beiden Ländern.

Beispiele für die gelungene binationale Zusammenarbeit

Darauf aufbauend zeigten Vertreterinnen und Vertreter grenznaher bayerischer Hochschulen einige Beispiele, wie Zusammenarbeit im akademischen Bereich zugunsten von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern funktionieren kann.

So stellte Claudia Probst von der Technischen Hochschule Deggendorf das internationale duale Studienprogramm „CAST“ vor. Mit ihren Partnern von der Westböhmischen Universität in Pilsen und der Technischen und Ökonomischen Hochschule in Budweis geben sie Studierenden die Chance, praxisorientiert und mit internationaler Ausrichtung zugleich zu studieren. Dieses flexible Studienmodell ist als Verbundstudium oder als Studium mit vertiefter Praxis möglich und basiert auf Kooperationen mit Unternehmen in der bayerisch-tschechischen Grenzregion.

Prof. Dr. Jakub Rosenthal von der OTH Amberg-Weiden konnte von fünf erfolgreichen Forschungsprojekten mit tschechischen Partnern berichten, die in enger Einbindung der Studierenden durchgeführt werden. Er berichtete auch von den Herausforderungen der Projekte im Bereich der Finanzierung und den bürokratischen Hindernissen bei der Durchführung, was zu einer lebhaften Diskussion anregte, wie diese Probleme in Zukunft besser zu bewerkstelligen sind.

Studierende bewerten binationale Zusammenarbeit positiv

Prof. Dr. Thomas Groll von der OTH Regensburg stellte sein Studierendenprojekt im Bereich des Change-Managements anhand eines Imagefilms dar. Die Studierenden arbeiteten zusammen mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen von der Westböhmischen Universität in Pilsen mit der Methode des „Design Thinking“. Die Erfahrung mit dieser Methode und die binationale Zusammenarbeit im Projekt lobten die Studierenden im Film ausdrücklich.

Abschließend stellte Prof. Dr. Marek Nekula vom Bohemicum der Universität Regensburg gleich zwei erfolgreiche Studienmodelle vor. Bereits seit zwölf Jahren gelingt es, mit dem binationalen Bachelorstudiengang der „Deutsch-Tschechischen Studien“ einen engen Austausch mit der Karlsuniversität in Prag zu bewerkstelligen. Die Biografien der Absolventinnen und Absolventen zeigen, wie dadurch Expertinnen und Experten in den deutsch-tschechischen Beziehungen ausgebildet werden. 

Des Weiteren wurde dieses Angebot um das Zusatzstudium „Regionalkompetenz Bayern – Tschechien“ erweitert, das es Studierenden aller Richtungen in Pilsen und Regensburg ermöglicht, in ihrem Fachbereich deutsch-tschechische Zusatzkompetenzen zu erlangen. Radka Bonacková hob als Projektmanagerin der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur die Bedeutung dieser und weiterer bilateraler Studienangebote hervor und betonte, dass diese eine besondere Leistung der jeweiligen Beteiligten seien, die es künftig noch stärker zu unterstützen gelte. Die Gespräche und der Erfahrungsaustausch wurden bei einem informellen Abendessen fortgesetzt.

Gespräche über mögliche Kooperationen

Der nächste Tag begann mit individuellen Gesprächen zu möglichen Kooperationen, wobei sich interessierte Rektoren konkret mit möglichen Partnern austauschen konnten und individuelle Beratung zu den Fördermöglichkeiten erhielten.

Zudem standen noch Besuche der Regensburger Hochschulen auf dem Programm. Zunächst konnte bei einer Führung durch die OTH Regensburg anhand der neuen Gebäude plastisch dargestellt werden, wie rasant sich deren Studierendenzahl in den letzten Jahren gesteigert hat. Besonders die vielen Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft bewirken, dass die Studierenden ihre theoretischen Kenntnisse direkt in die Praxis umsetzen können.

Nach einem Spaziergang über den gemeinsamen Campus von OTH und Universität Regensburg wurden die tschechischen Hochschulvertreterinnen und -vertreter von Prof. Dr. Udo Hebel und Maria Grotz vom International Office begrüßt. Prof. Dr. Hebel stellte unter anderem die transnationalen Strategien sowie die Prioritäten der Universität vor, zu denen auch die besondere Ausrichtung auf die Länder Mittelosteuropas gehört. Maria Grotz ergänzte die Präsentation um Erfahrungen aus dem EU-Programm „Erasmus+“ im Kontext der Kooperationen zwischen der Universität Regensburg und tschechischen Universitäten.

Beim gemeinsamen Mittagessen wurde das erfolgreiche Vernetzungstreffen der bayerischen und tschechischen Hochschulrektoren abgeschlossen und eine Fortführung dieser Treffen angedacht. Das Vernetzungstreffen wurde von der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur in Kooperation mit Hochschule Bayern e.V., Universität Bayern e.V. und der Tschechischen Hochschulrektorenkonferenz organisiert.

Vertreterinnen und Vertreter tschechischer Universitäten und Hochschulen

  • doc. PhDr. Mikulás Bek, Ph.D, Rektor, Masarykova univerzita, stellvertretender Vorsitzender der Tschechischen Hochschulrektorenkonferenz
  • prof. MUDr. Václav Báca, Ph.D., Rektor, Vysoká skola polytechnická Jihlava
  • doc. RNDr. Miroslav Brzezina, CSc., Rektor Technická univerzita v Liberci
  • prof. RNDr. Václav Snásel, CSc., Rektor, Vysoká skola bánská – Technická univerzita Ostrava
  • JUDr. Michaela Vrázelová, Ph.D., LL.M., Leiterin Internationale Beziehungen, VSB – TU Ostrava
  • Mgr. Leona Stasová, Ph.D., Prorektorin, Univerzita Hradec Králové
  • PhDr. Zdenek Beran, Ph.D., Prorektor, Univerzita Hradec Králové
  • Ing. Dita Hommerová, Ph.D., MBA., Prorektorin, Západoceská univerzita v Plzni
  • prof. Dr. RNDr. Pavel Matejka, Prorektor, Vysoká skola chemicko-technologická v Praze
  • prof. PaedDr. Pavel Doulík, Ph.D., Prorektor, Univerzita J. E. Purkyne v Ústí nad Labem

Vertreterinnen und Vertreter bayerischer Universitäten und Hochschulen

  • Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg, Vorsitzende Universität Bayern e.V.
  • Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg, stellvertretender Vorsitzender Universität Bayern e.V.
  • Prof. Dr. Uta M. Feser, Präsidentin der Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm, Vorsitzende Hochschule Bayern e.V.
  • Prof. Dr. Andrea Klug, Präsidentin der OTH Amberg-Weiden
  • Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Müller, Vizepräsident der OTH Amberg-Weiden
  • Prof. Dr. Günther Pröbstle, Vizepräsident der Hochschule Ansbach
  • Prof. Dr. Eva-Maria Beck-Meuth, Präsidentin der Technischen Hochschule Aschaffenburg
  • Prof. Dr. Christiane Fritze, Präsidentin der Hochschule Coburg
  • Prof. Dr. Karl Stoffel, Präsident der Hochschule Landshut
  • Prof. Dr. Michael Braun, Präsident der Technischen Hochschule Nürnberg
  • Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, Mitglied des BAYHOST-Direktoriums
  • Prof. Dr. Thomas Fuhrmann, Vizepräsident der OTH Regensburg
  • MR Dr. Christoph Parchmann, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
  • Lena von Gartzen, Geschäftsführerin der Hochschule Bayern e.V.
  • Alexander Fehr, Geschäftsführer der Universität Bayern e.V.
  • Nikolas Djukic, Geschäftsführer des Bayerischen Hochschulzentrums für Mittel-, Ost- und Südosteuropa
  • Radka Bonacková, Projektmanagerin der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur
Zurück