Studierende lernen, ihre Projekte gründlich zu planen

03.04.2019
Von: Tanja Rexhepaj

Prof. Dr. Franz Graf, Fakultät Elektro- und Informationstechnik, will seine Lehrmethoden immer weiter verbessern, auch noch kurz vor seinem Ruhestand. – Die „Serie: Lehre“ stellt ausgewählte Beispiele aus den acht Fakultäten der OTH Regensburg vor, die einen Einblick in die Vielfalt der Lehre geben.

Prof. Dr. Franz Graf (Bildmitte) ist immer noch daran interessiert, seine Lehrmethoden zu verbessern – obwohl er nach dem Sommersemester 2019 in Ruhestand geht.

Prof. Dr. Franz Graf (Bildmitte) ist immer noch daran interessiert, seine Lehrmethoden zu verbessern – obwohl er nach dem Sommersemester 2019 in Ruhestand geht. Foto: Florian Hammerich, OTH Regensburg

„Gut ausgebildete und motivierte Ingenieurinnen und Ingenieure sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Das sichert unseren Lebensstandard.“ Dr. Franz Graf ist Professor für Digital-, Automatisierungs- und Mikrocomputertechnik an der Fakultät Elektro- und Informationstechnik. Der promovierte Diplomphysiker tritt dieses Jahr seinen Ruhestand an – und ist bis zuletzt daran interessiert, seine Lehrmethoden zu verbessern. Einige seiner jungen Kolleginnen und Kollegen seien ihm in dieser Hinsicht ein Vorbild, sagt Prof. Dr. Graf. 

„OTH Regensburg aktuell“ hat ihn in seiner Veranstaltung „Speicherprogrammierbare Steuerungen“, einem studiengangübergreifenden Wahlpflichtmodul, besucht. Der Kurs setzt sich aus Vorlesung und Praktikum zusammen, die zu 60 beziehungsweise 40 Prozent in die Prüfungsleistung eingehen. Er richtet sich an Bachelorstudierende im sechsten Semester der Fächer Mechatronik, Regenerative Energietechnik und Elektro- und Informationstechnik. Prof. Dr. Graf legt Wert darauf, dass seine Studierenden „gründlich nachdenken, bevor sie eine neue Arbeit beginnen. Wenn man einen guten Plan hat, muss man weniger schuften.“

Das Echo der Studierenden als Gradmesser

Und so ist auch der Ablaufplan der Lehrveranstaltung durchdacht: Zu Beginn der Unterrichtseinheit geht Prof. Dr. Graf wiederholend auf eine Ampelanlage ein, die in der vorangegangenen Stunde Thema war. Nachdem er hier nochmals auf Begriffe wie Taktgenerator und Zeitoperationen einer SPS zurückgekommen ist, kommt er zum Gegenstand, der heute behandelt werden soll: Die Studierenden sollen eine „State Machine“ bauen. Dabei geht es um einen Automaten, der je nach Anforderung in einen von begrenzt vielen Zuständen wechselt.

Die Studierenden sollen kleine Aufgaben am Rechner umsetzen, gegebenenfalls gemeinsam mit der Nachbarin oder dem Nachbarn. Prof. Dr. Graf geht dabei durch die Reihen und gibt Hilfestellung. Das Echo der Studierenden ist ihm dabei ein essenzieller Gradmesser: „Durch meine Lebenserfahrung merke ich sehr schnell, ob der Stoff verstanden wird oder nicht.“

Im Labor eigenverantwortlich Projekte durchführen

Am Ende des Semesters haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, in einer Gruppe eigenverantwortlich ein Projekt durchzuführen. Dabei steht ihnen das Labor zur Verfügung. Dort können sie zum Beispiel eine Vereinzelungsanlage implementieren oder einen Simulator zu einem SPS-System bauen. In einer Poster-Session präsentieren sie anschließend ihre Ergebnisse; die gelungensten Beispiele werden in den Schaukästen im Gang ausgestellt. Das Sommersemester 2019 wird für Prof. Dr. Graf das letzte seines Berufslebens sein. Deshalb freue er sich auf alle Veranstaltungen, ganz besonders auf die in höheren Semestern.

Dieser Beitrag erschien auf Seite 2 der Ausgabe 01/2019 von „OTH Regensburg aktuell“.

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