Studiengebühren an der FH Regensburg: Gerechte Verteilung fördert Akzeptanz

14.03.2007
Von: Dr. Gregor Biletzki

Eckstein: "Wir bieten unseren Studierenden spürbare Verbesserungen der Studienbedingungen"

Regensburg. An vielen deutschen Hochschulen sorgen die neu eingeführten Studienbeiträge für Ärger – anders jedoch an der FH Regensburg. Für FH-Präsident Josef Eckstein ist dies weniger Zufall als das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung. Akzeptanz für die Studienbeiträge zu schaffen sei das erklärte Ziel der Hochschule. Ein vertrauensvoller, offener Dialog mit der Studierendenvertretung sei dafür eine zwingende Voraussetzung. „Wir setzen dabei auf eine Doppelstrategie: Erstens bestimmen bei uns die Studierenden bei der Verwendung des Geldes gleichberechtigt mit. Zweitens sorgen wir für eine gerechte Verteilung und spürbare Verbesserungen“, so Eckstein.

Gut angelegt: 3 Mio. Euro zur Verbesserung der Studienbedingungen

Wie die Mittelverteilung konkret aussieht, erläutert Eckstein anhand einer vorläufigen Kalkulation. Danach werden von einem Beitragsaufkommen von rund 3 Millionen Euro pro Jahr 30 % für zentrale Maßnahmen ausgegeben. Damit werden beispielsweise der Service und die Öffnungszeiten der Bibliothek sowie die Zentralwerkstatt auf Wunsch der Studierenden durch zusätzliches Personal ausgebaut. Auch das Rechenzentrum wird aufgestockt, etwa mit einer verstärkten Benutzerbetreuung. Einen besonderen Schwerpunkt setzt die Hochschule beim Ausbau von Beratungsangeboten: Zwei Mitarbeiter werden eingestellt, die sich nicht nur der allgemeinen Studienberatung sowie der Hilfestellung für ausländische Studierende widmen, sondern auch der psychosozialen Betreuung von Studierenden. „Wir wollen, dass unsere Studierenden merken: Die Studienbeiträge kommen ihnen wirklich zugute. Wir nehmen unsere Studierenden als Kunden sehr ernst!“, so FH-Präsident Eckstein.

Die Fakultäten bekommen rund 64 % der Studienbeiträge und finanzieren daraus beispielsweise neu angestellte Lehrkräfte für die Betreuung von Übungen, Projektarbeiten und  Laborpraktika in kleinen Gruppen, zusätzliche Lehrbeauftragte, Gastvorträge, Exkursionen, Tutorien, Fachliteratur und eine verbesserte Ausstattung von Laboren und Hörsälen. „Wir stellen sicher, dass das Geld der Studierenden gut angelegt ist“, erläutert Josef Eckstein. Lediglich knapp 6 % des Beitragsaufkommens müssen für die Verwaltung der Studienbeiträge aufgebracht werden – eine vergleichsweise geringe Summe angesichts der Aufgabenflut, von der die FH-Mitarbeiter betroffen sind. Diese sind unter anderem für die Beratung und Hilfestellung bei den Studienbeitragsdarlehen zuständig, die bislang allerdings erstaunlich selten in Anspruch genommen werden: Die Zahl der Antragsteller liegt unter zwei Prozent.

Sozialverträglich und leistungsorientiert: Beitragsbefreiungen für Studierende

Bei Befreiungen setzt die Hochschule neben Sozialverträglichkeit z.B. bei Studierenden mit Kindern, bestimmten ausländischen Studenten und Härtefällen einen besonderen Akzent: Leistung und Engagement sollen belohnt werden. Studenten, die an der Hochschule besonderes soziales, ehrenamtliches Engagement zeigen oder in Senat und Fakultätsräten als Studierendenvertreter mitarbeiten, werden bei Befreiungen ebenso berücksichtigt wie Studierende, die ein Auslandssemester ablegen und damit zur Internationalisierung der Hochschule beitragen. Bislang sind rund 700 Studierende an der FH Regensburg von Studienbeiträgen befreit. Nach einer Übergangsfrist kommen die „Top 10 %“ der besten Absolventen aus jedem Studiengang ebenfalls in den Genuss einer Rückerstattung.

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