Studie über Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Bayern

27.06.2017
Von: Sabine Hoffmann

Abwertende Einstellungen gegenüber spezieller Personengruppen sind auch in Bayern verbreitet. Die zugehörige Studie des Instituts für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde vor Kurzem vorgestellt.

Werner Fröhlich stellte die zentralen Ergebnisse der Studie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Bayern“ vor.

Werner Fröhlich stellte die zentralen Ergebnisse der Studie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Bayern“ vor. Foto: OTH Regensburg

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, oder wie der Referent Werner Fröhlich besser erklärte, abwertende Einstellungen gegenüber bestimmter Personengruppen, ist auch in Bayern ein verbreitetes Phänomen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Instituts für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München, die am 21. Juni 2017 im Rahmen eines Vortrags mit Diskussion an der OTH Regensburg vorgestellt wurde. 

Unter Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit werden dabei abwertende Einstellungen gegenüber Menschen verstanden, die tatsächlich oder aber auch nur vermeintlich einer bestimmen Gruppe zugeteilt werden. Am weitesten verbreitet ist die Abwertung von Muslimen/innen, Sinti und Roma, Langzeitarbeitslosen und Geflüchteten. Ein geschlossenes Menschenfeindlichkeitsbild, also die Abwertung sehr vieler oder aller der untersuchten Gruppen ist aber selten. Die Einstellungen sind abhängig vom Geschlecht, dem Zugehörigkeitsgefühl zu Deutschland, den Kontakten im Freundeskreis, der Bildung, dem Institutionenvertrauen und der kollektiven Deprivation.  

Knapp 50 Hochschulangehörige nahmen an der Veranstaltung teil, bei der neben dem Referenten Werner Fröhlich, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter der LMU München die Studie mitverfasst hat, noch weitere Gäste aus der Region eingeladen waren. So stellte Julia Eder von der Regionalen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus die dortigen Angebote vor. Christoph Seidl, Amt für kommunale Jugendarbeit, präsentierte das bundesweite Projekt „Partnerschaft für Demokratie“, an dem sich auch die Stadt Regensburg beteiligt. 

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Veronika Schuck und Paschew Kader vom Regensburger Jugendbeirat und Jan Nowak, der sich publizistisch mit Rechtsextremismus auseinandersetzt, über regionale Probleme und Lösungsmöglichkeiten, um Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu begegnen. Schwierig ist dabei vor allem, die richtigen Personen zu erreichen. Man war sich mit Fröhlich einig, dass es wieder mehr zivilgesellschaftliches Engagement und „soziale Innovationen“ zur Einbindung bisher „Abgehängter“ benötigt. Politische und sonstige Rahmenbedingungen dürfen keine Ausrede sein, sich einzumischen. Prof. Dr. Clarissa Rudolph, die das Podium moderierte, brachte es auf den Punkt mit „Demokratie ist nichts für Faule“. 

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Servicestelle für Gender und Diversity und der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften. Prof. Dr. Christine Süß-Gebhard, Hochschulfrauenbeauftragte und als beratendes Mitglied in der Hochschulleitung für die Themen Gender und Diversity zuständig, stellte in ihrer Begrüßung die Bedeutung solcher Veranstaltungen heraus. Schließlich habe die OTH Regensburg als Hochschule auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag. 

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