Staatssekretär Füracker beim Forum Medizinische Informatik

26.05.2014
Von: Diana Feuerer

Albert Füracker, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen,

für Landesentwicklung und Heimat besucht 2. Regensburger Forum Medizinische Informatik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg).

Im Regensburg Center of Biomedical Engineering: Staatssekretär Albert Füracker lernt die Trainingsstation für die Handchirurgie kennen. Carlos Serra, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der OTH Regensburg, erklärt.

Im Regensburg Center of Biomedical Engineering: Von Prof. Dr. Thomas Schratzenstaller (links) erfahren Staatssekretär Albert Füracker (Mitte) und Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, von den neuesten Forschungen zu Stents, welche bei Herzinfarkten zum Einsatz kommen. Fotos: OTH Regensburg

Das 2. Regensburger Forum Medizinische Informatik an der OTH Regensburg hatte am Freitag, 23. Mai 2014, einen prominenten Gast: Albert Füracker, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, ließ es sich nicht nehmen, dem Staatssekretär nach der Eröffnung des Forums auch noch das Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) zu zeigen.

Das RCBE ist eine gemeinsame Forschungseinrichtung der OTH Regensburg und der Universität Regensburg und Aushängeschild für fakultäts- und hochschulübergreifendes Arbeiten. Staatssekretär Füracker war von den interessanten Forschungsprojekten aus dem Bereich Medizintechnik beeindruckt.

"Der Studiengang Medizinische Informatik hat enormes Zukunftspotenzial", sagte Präsident Prof. Dr. Baier bei der Eröffnung des 2. Regensburger Forums Medizinische Informatik an der OTH Regensburg. Der Studiengang gehört wie auch der Bachelor Biomedical Engineering zu den interdisziplinären Studiengängen der OTH Regensburg im Bereich Gesundheit.

Die OTH Regensburg sei auf diesem Gebiet mit ihren technischen Fakultäten und den Angewandten Sozialwissenschaften enorm gut aufgestellt, so Prof. Dr. Baier. Wichtig seien dabei auch die Kooperationspartner vor Ort, das Uni-Klinikum, die Fachkliniken und die Berufsfachschulen in Regensburg, mit denen die OTH Regensburg zum Beispiel im Bachelorstudiengang Pflege (dual) zusammenarbeitet. Im Leitthema "Lebenswissenschaften und Ethik" der OTH kommt diese Kompetenz zum Ausdruck. Insgesamt zählt die OTH fünf Leitthemen.

Das Ministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat setzt sich für gleichwertige Lebensqualität in allen Teilen Bayerns ein, so Staatssekretär Füracker in seinem Grußwort. Dazu gehöre auch, dass überall eine ordentliche medizinische Versorgung vorhanden ist, sagte Füracker im Hinblick auf den Studiengang Medizinische Informatik. Das Forum Medizinische Informatik sei seiner Meinung nach eine gute Gelegenheit für die Teilnehmer, sich zum Thema fortzubilden und einen Einblick in die Praxis zu erhalten.

Große Nachfrage nach Absolventen

Prof. Dr. Thomas Waas, Dekan der Fakultät Informatik und Mathematik, stellte anschließend den Studiengang Medizinische Informatik genauer vor. Seit fünf Jahren bietet die OTH Regensburg den Bachelorstudiengang an. Er zeichnet sich durch die sehr enge Kooperation der OTH Regensburg und der Universität Regensburg aus. Derzeit studieren ihn rund 200 Studierende. 60 Absolventen hätten den Einstieg ins Berufsleben bereits erfolgreich gemeistert, so Prof. Dr. Waas, denn die Nachfrage nach den Absolventen sei groß.

Im anschließenden Rundgang durch das RCBE der OTH Regensburg lernte Staatssekretär Füracker einige interessante Forschungsprojekte aus dem Bereich Medizintechnik kennen. Das RCBE zählt derzeit fünf Labore. Es bündelt die ingenieurwissenschaftliche und medizin-informatische Kompetenz der OTH Regensburg und die biomedizinische Kompetenz der Universität.

Therapierbarkeit von Hirntumoren mittels Bildverarbeitung

Im Labor Regensburg - Medical Image Computing (ReMIC) stellte Prof. Dr. Christoph Palm dem Staatssekretär zum Beispiel ein Projekt vor, welches sich mit der verbesserten Therapierbarkeit von malignen Hirntumoren beschäftigt. Mittels medizinischer Bildverarbeitung und multimodaler Bildgebung wird versucht, Tumorgewebe genau zu identifizieren, damit bei einer Operation der Tumor möglichst vollständig entfernt werden kann ohne zu viel gesunde Hirnmasse zu schädigen.

Die Forschung soll auch zeigen, welche Patienten mit einem Hirntumor auf eine medikamentöse Therapie ansprechen und welche nicht, um so eine individualisierte Patientenversorgung zu ermöglichen. Des Weiteren lernte Staatssekretär Füracker im ReMIC das Projekt VRSkillsLab kennen: eine Trainingsstation für die Handchirurgie.

Damit soll es künftig möglich sein, in einem virtuellen Operationsraum mit realen Patientendaten minimal-invasive Handoperationen zu simulieren und so virtuell zu üben. Die medizinische Bildverarbeitung liefert dazu 3D-Modelle der Handwurzelknochen aus Computertomographie-Daten.

Eine Software erlaubt die Koppelung der 3D-Modelle, der Visualisierung in der virtuellen Realität und des haptischen Feedbacks des chirurgischen Bohrers, so dass ein realistisches Trainingsszenario entsteht.

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