Sport mit Tiefe: Maschinenbaustudent knackt Weltrekord im Highlinen

09.10.2014
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Diese Semesterferien wird Julian Mittermaier von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) nicht so schnell vergessen: An der Staumauer Mauvoisin im Kanton Wallis in der Schweiz ist er 224 Meter über eine Highline gelaufen.

Am 9. August 2014 stellt Julian Mittermaier, Student an der OTH Regensburg, den neuen Welt-Rekord im Highlinen auf.

Am 9. August 2014 stellt Julian Mittermaier, Student an der OTH Regensburg, den neuen Welt-Rekord im Highlinen auf.

200 Meter über den Abgrund über eine Distanz von 224 Meter.

200 Meter über den Abgrund über eine Distanz von 224 Meter.

Julian Mittermaier hat es geschafft! Fotos: Nocolas Sedlatchek / OTH Regensburg

Julian Mittermaier hat es geschafft! Fotos: Nocolas Sedlatchek / OTH Regensburg

40 Minuten lang wackelte er 200 Meter über dem Abgrund; "die letzten Meter sind für mich immer am schwersten", sagt Julian Mittermaier. Aber auch die hat der OTH-Maschinenbaustudent am 9. August 2014 geschafft; und damit den bisherigen Weltrekord im Highlinen geknackt. 

Nur drei Wochen später sitzt der 21-Jährige in der Cafeteria der OTH Regensburg-Mensa am Campus. Zweites Semester Maschinenbau; zuvor hat er drei Semester Regenerative Energien studiert. Ein drahtiger Typ; geradeaus und selbstsicher, so erzählt er von seiner Leidenschaft, dem Highlinen, also Slacklinen in schwindelerregenden Höhen. "Vor vier Jahren hab ich damit angefangen. Damals hatte sich eine Freundin eine Line gekauft, die ich im Park ausprobiert habe." Der Funke für den Sport sprang sofort über; als begeisterter Bergkletterer wollte Julian Mittermaier mit der Line schon bald höher hinaus. 

Seine erste Highline meisterte er in der Wolfsschlucht, unweit von Neubeuern im Landkreis Rosenheim. Dort, im oberbayerischen Alpenvorland, ist Julian Mittermaier aufgewachsen; von klein auf kennt er die Berge und liebt es, sie zu erkunden. "Auf der Line ist man auf sich gestellt; hat Zeit, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen", beschreibt er die Faszination für das Highlinen. Die Herausforderung bei sehr langen Lines sei vor allem mentaler Art: "Über die Länge durchhalten, weitermachen, nicht aufhören, das ist es, was letztlich zählt."

Zudem hatte Julian Mittermaier bei seinem geglückten Weltrekord-Versuch zwischenzeitlich immer wieder mit Orientierungslosigkeit zu kämpfen. "Bei niedrigen Lines hat man mehr Referenzpunkte; die fallen beim Highlining weg." Er schaue in großen Höhen nach vorne, nicht nach unten. Trotzdem: "Man ist sich der Höhe bewusst", sagt Mittermaier. 

Neben der mentalen Herausforderung reizt ihn am Highlinen vor allem die ästhetische Komponente: "Die Umgebung und das ganze Drumherum muss stimmen; wenn man zum Beispiel auf eine Felsspitze zuläuft und das Tal im Hintergrund wahrnimmt, dann kann das sehr überwältigend sein." Dass seine Leidenschaft auch gefährlich ist, gibt er zu; "aber das Hinkommen zum Spot, die ganze Befestigung der Line, das ist eher gefährlich, als das Drübergehen." Dabei ist Julian nämlich immer zweifach gesichert, so dass ein Absturz nahezu unmöglich ist. 

Während des Semesters an der OTH Regensburg kommt Julian nicht mehr ganz so oft zum Trainieren; vor allem im Winter steigt er nicht so häufig auf die Line. Dann kann er seine Konzentrationsfähigkeit im Hörsaal trainieren. Denn die braucht er sowohl im Studium, als auch auf der Line. 

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