Roboter spielt "Siedler von Catan"

18.11.2015
Von: Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Mehr als technische Spielerei: Zwei Informatik-Studenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) lassen einen Roboter das Brettspiel Siedler von Catan spielen.

Markus Reichl (links) und Markus Webert, beides Informatik-Studierende der OTH Regensburg, lassen einen Roboter das Brettspiel Siedler von Catan spielen. Foto: OTH Regensburg

Markus Reichl (links) und Markus Webert, beides Informatik-Studierende der OTH Regensburg, lassen einen Roboter das Brettspiel Siedler von Catan spielen. Foto: OTH Regensburg

Markus Webert und Markus Reichl lassen einen Roboter ein Brettspiel spielen und betreiben damit Grundlagenforschung im Bereich Software Engineering. Das Spiel „Die Siedler von Catan“ ist im Prinzip ein Spiegel des technischen Fortschritts der vergangenen 20 Jahre: Seit seinem Erscheinen als Brettspiel im Jahr 1995 ist das Spiel vielfach von der realen Welt in die virtuelle Welt projiziert worden – und dank zweier Informatik-Studenten der OTH Regensburg nun wieder zurück aufs Brett. Allerdings auf ein Bildschirmbrett, das von einem Kuka-Roboter bespielt wird. Der Roboter baut Gebäude und Siedlungen, versetzt Räuber und optimiert Straßenzüge; und zwar für vier Spieler gleichzeitig.

Markus Webert und Markus Reichl, der eine Technische Informatiker, der andere spezialisiert auf Software Engineering, haben dem Catan-Universum damit eine neue Dimension gegeben. Nach elektronischen Spielvarianten auf Diskette (1997), diversen Spielekonsolen und nach Versionen für Tablets und Mobiltelefone, hat Markus Webert zunächst ein PC-Programm für die Online-Plattform „Brettspielwelt“ für „Die Siedler von Catan“ implementiert.

Was als Betreuung eines P-Seminars begann, endete in seiner Bachelorarbeit „Entwurf und Analyse von Spielstrategien am Beispiel von ‚Die Siedler von Catan‘“ im Fach Technische Informatik. Webert hat quasi drei künstliche Intelligenzen aufgebaut, die mit seiner Software nicht nur mit verschiedenen Taktiken gegeneinander spielen können, sondern zudem so weiterentwickelt werden können, dass sie ihre Ergebnisse sammeln und verwerten können, damit sie beim nächsten Spiel eine noch ausgefeiltere Strategie fahren können.

Aufbauend auf dieser Arbeit hat Markus Reichl in seiner Masterarbeit eine Systemarchitektur für den an der Fakultät Informatik und Mathematik neu angeschafften Kuka-Roboter entwickelt. Es war Pionierarbeit, was der junge Masterand schließlich vollbrachte: Eine Bibliothek von Funktionen anzulegen, also eine Sammlung all jener Funktionen, die für die Steuerung des Roboters beim Spielen von „Die Siedler von Catan“ notwendig sind. Anzusehen, wie der einarmige Roboter nach den Spielsteinen greift und diese passgenau versetzt, während vollautomatisiert die Software ihr eigenes Spiel vorantreibt, ist für beide immer noch ein ganz besonderes Spieleerlebnis.

„Wir könnten damit nach dem Muster von Let’s Play-Videos wahrscheinlich sogar Geld verdienen“, sagt Markus Webert halb scherzend. Stattdessen wollen Prof. Dr. Klaus Volbert und Prof. Dr. Martin Weiß, die Initiatoren und Betreuer Betreuer der Abschlussarbeiten, die geschaffenen Grundlagen in Zusammenarbeit mit Industriepartnern weiterentwickeln: "Roboter werden in Zukunft vernetzt immer komplexere Aufgaben bearbeiten. Das Forschungscluster für Robotik, Algorithmen, Kommunikation und Smart Grid (RAKS) an der OTH Regensburg und der OTH Amberg-Weiden hat hierfür genau die richtigen Kompetenzen gebündelt“.

Infos zur Informatik an der OTH Regensburg

  • Bachelor- und Masterstudiengänge
  • Anzahl der Studierenden (Informatik): 1340 (CHE-Hochschulranking 2015) und damit die meisten unter allen bayerischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften
  • Anzahl der Professoren (Informatik): 24

Bestnoten für die Informatik von den Studierenden im aktuellen, deutschlandweiten CHE-Hochschulranking. In der Spitzengruppe landet die Informatik an der OTH Regensburg unter anderem bei Studierbarkeit, Lehrangebot, Betreuung, Berufs- und Praxisbezug sowie Infrastruktur.

Beispiele für Forschungseinheiten im Bereich Informatik:
IT-Anwenderzentrum, www.it-anwenderzentrum.de
Regensburg Medical Image Computing (ReMIC), www.re-mic.de
Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE), www.rcbe.de

Hochschulübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Informatik und Digitalisierung im Netzwerk INDIGO, in dem neben der OTH Regensburg und der OTH Amberg-Weiden die Technische Hochschule Deggendorf und die Hochschule Landshut sowie die Universitäten Passau und Regensburg kooperieren. Ziel: Durch die Bündelung der Kompetenzen von 210 Wissenschaftlern den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Ostbayern stärken; auch durch die Einrichtung eines Promotionskollegs.

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