Regensburg bekommt "Center of Biomedical Engineering"

29.02.2012
Von: Christian Schmalzl

Hochschule Regensburg und Universität Regensburg richten „Regensburg Center of Biomedical Engineering“ ein. Die Scheubeck-Jansen-Stiftung unterstützt die HS.R dabei mit einer Stiftungsprofessur und einer Mitarbeiterstelle.

Von links: Mit der feierlichen Vertragsunterzeichnung ist die Gründung des Regensburg Center of Biomedical Engineering vollzogen. Prof. Dr. Josef Eckstein (Präsident der Hochschule Regensburg), Prof. Dr. Thomas Strothotte (Rektor der Universität Regensburg) (vorne); Dr. Nicolas Maier-Scheubeck (Vorstand der Scheubeck-Jansen Stiftung), Prof. Dr. Dr. Torsten Reichert (Dekan der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg), Richard Scheubeck (Vorstand der Scheubeck-Jansen Stiftung), Dr. Wolfgang Zeitler (Bayerisches Wissenschaftsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst) und Dieter Daminger (Referat für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen der Stadt Regensburg). Foto: Schmalzl

Regensburg bekommt ein Center of Biomedical Engineering. Mit drei Verträgen wurde die neue Einrichtung am Mittwoch, 29. Februar 2012, an der Hochschule Regensburg  (HS.R) besiegelt. Im Mittelpunkt stand dabei die Vereinbarung zwischen der Universität Regensburg und der Hochschule Regensburg zur Errichtung und zum Betrieb des Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE).

Das neue Zentrum soll die biomedizinische Kompetenz der Universität und die ingenieurwissenschaftliche Kompetenz der Hochschule bündeln. Dabei soll ein besonderer Blick auf gemeinsame Forschung und Entwicklung sowie Weiterbildung gelegt werden. Dieses Brückenprojekt, gemeinsam von einer Hochschule für angewandte Wissenschaften und einer Universität betrieben, dürfte in dieser Form einmalig in Deutschland sein.

„Die Einrichtung eines gemeinsamen Zentrums ist die logische Konsequenz der bisherigen Zusammenarbeit zwischen der HS.R und der Universität Regensburg. Gerade in den Bereichen Medizininformatik und Biomedical Engineering gibt es eine Reihe von etablierten Kooperationen sowohl in der Forschung als auch in der Lehre“, so HS.R-Präsident Prof. Josef Eckstein, der zur feierlichen Vertragsunterzeichnung in seinem Hause begrüßte.

Auch Uni-Rektor Prof. Strothotte sieht in dem neuen gemeinsamen Zentrum einen weiteren Meilenstein in der Zusammenarbeit mit der HS.R: „Die Universität und die HS.R ergänzen sich am Hochschulstandort Regensburg in außerordentlicher Weise. Das enge Miteinander kommt insbesondere durch den gemeinsamen Campus zum Tragen. Jeder trägt mit dem bei, was er am besten kann; davon profitieren die Wissenschaft und die Studierenden. In diesem Rahmen bietet das RCBE eine hervorragende Möglichkeit, um die Zusammenarbeit im naturwissenschaftlich-technischen Bereich weiter auszubauen.“

Einen besonderen Impuls bekommt das RCBE, das an der HS.R angesiedelt sein wird, durch das Engagement der Scheubeck-Jansen Stiftung. Diese unterstützt mit der zweiten unterzeichneten Vereinbarung das Vorhaben durch die Stiftung einer Professur und einer wissenschaftlichen Mitarbeiterstelle für die Dauer von fünf Jahren. Beide Stellen sind an der HS.R angesiedelt.

Die Förderung umfasst ein Gesamtvolumen von 750.000 Euro. „In der intelligenten Vernetzung vorhandener Potenziale liegt der einfachste Weg, Innovation zu befördern“, so Stiftungsvorstand Richard Scheubeck, der sich vom RCBE weitere Impulse für die Region verspricht. „Wie bereits bei der Etablierung des Sensorik-Clusters erfolgreich praktiziert, soll über die Einbeziehung von Industriepartnern, Forschungseinrichtungen und Unternehmensgründungen ein weiterer nachhaltiger Wachstumsimpuls für die Region gesetzt werden“, erläutert Vorstand Dr. Nicolas Maier-Scheubeck die Motivation der Stiftung, getreu dem Motto „Aus der Region für die Region“.  Gerade mit dem Standort zwischen den Metropolregionen München und Nürnberg, gelte es sich zu behaupten: „Wenn eine Region klein und nicht gerade reich ist, dann muss sie wenigstens schlau und schnell sein“, so Maier-Scheubeck weiter. 

Prof. Dr. Dr. Reichert, Dekan der Fakultät für Medizin an der Universität Regensburg, verwies auf die bereits laufenden gemeinsamen Forschungsprojekte in der Unfallchirurgie und Kieferorthopädie. Das neue Zentrum sei aus seiner Sicht äußerst wertvoll für die Studierenden und die Weiterentwicklung in der Medizin am Standort Regensburg.

Welche Rolle das neue Zentrum für die Stadt Regensburg hat, stellte der Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent der Stadt Regensburg Dieter Daminger dar: „Die derzeitig gute gesamtwirtschaftliche, gesellschaftliche  und technologische Situation Regensburgs ist den beiden Hochschulen zu verdanken. Das RCBE passt hervorragend zu den bisher etablierten Technologiefeldern. Ich sehe darin großes Potential für die Stadt und die Region, das man zukunftsorientiert nutzen kann.“

In Vertretung von Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch nahm der Ministerialdirigent des Bayerischen Wissenschaftsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang  Zeitler, an der feierlichen Vertragsunterzeichnung teil. Er betonte vor allem den Mehrwert der Kooperation zwischen den beiden Hochschularten: „Sie sind heute Zeuge eines Blicks in die künftige Hochschullandschaft Bayerns.

In der Vergangenheit war eine Zusammenführung von grundlagenorientierter und anwendungsorientierter Forschung undenkbar. Mit dieser Vereinbarung werden mentale und rechtliche Barrieren überwunden. Es geht nicht mehr um die Versäulung von Hochschultypen, sondern um die Verstärkung von Stärken.“ Er berichtete zudem, dass diese Kooperation zwischen der HS.R und der Universität Regensburg sowohl vom Minister als auch vom Ministerrat ausgesprochen positiv bewertet werde. 

In einem dritten Vertrag wurde schließlich der Lehrexport aus der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg für den Bachelorstudiengang Biomedical Engineering an der HS.R geregelt. Der Bachelorstudiengang läuft bereits sehr erfolgreich, ebenso wie der Studiengang Medizinische Informatik, den die HS.R bereits seit Wintersemester 2008/2009 anbietet.  

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