Professor Dr.-Ing. Friedrich Mielke ist verstorben

15.10.2018
Von: Sophie Schlosser

Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) trauert um Professor Dr.-Ing. Friedrich Mielke (1921-2018). Er ist der Begründer der Scalalogie und Mentor des Friedrich-Mielke-Institutes für Scalalogie an der OTH Regensburg.

Professor Dr.-Ing. Friedrich Mielke (1921-2018).

Professor Dr.-Ing. Friedrich Mielke (1921-2018). Foto: OTH Regensburg

Nach seinem Studium der Architektur war Professor Dr.-Ing. Friedrich Mielke ab dem Jahr 1949 in der Denkmalpflege tätig. Bereits in seiner Promotion mit dem Titel „Die Treppe des Potsdamer Bürgerhauses im 18. Jahrhundert“, die er an der Technischen Hochschule in Dresden ablegte, widmete er sich den Treppen. Ab 1958 arbeitete Professor Dr.-Ing. Friedrich Mielke an der TU in Westberlin, 1971 wurde er schließlich zum Professor berufen und war damit der erste Inhaber eines Lehrstuhls für Denkmalpflege in Deutschland. 

Wie er selbst zu sagen pflegte, war die Treppenkunde dabei stets sein „Handpferd“. So richtete er 1980 schließlich die „Internationale Arbeitsstelle für Treppenforschung“ ein und gründete 1985 die "Gesellschaft für Treppenforschung (Scalalogie) e.V.". Zudem war er langjähriges Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler wissenschaftlicher Gremien. Seine ungezählten Veröffentlichungen zu Themen der Denkmalpflege und Stadtentwicklung waren dabei ebenso wegweisend wie die 22 Bücher und zahlreichen Artikel, die er zum Thema Scalalogie verfasste.

Seine denkmalpflegerischen Verdienste um die historische Potsdamer Architektur wurden 1991 durch die Stadt Potsdam mit Vergabe der Ehrenbürgerwürde geehrt. Aus Altersgründen übergab Professor Dr.-Ing. Friedrich Mielke 2012 den überwiegenden Teil seiner umfangreichen wissenschaftlichen Sammlung als Vorlass dem neu gegründeten Friedrich-Mielke-Institut für Scalalogie an der OTH Regensburg und stellte damit seine weltweit einzigartige Sammlung zum Thema Treppe zur Verfügung. 

Professor Dr.-Ing. Friedrich Mielke zeichnete sich durch seine Disziplin und Hartnäckigkeit bei der Suche nach und Erforschung von interessanten Objekten sowie seine unermüdliche Sammlungstätigkeit aus. Die Kenntnisse über historischen Treppenbau und die zugehörige Fachterminologie wurden durch seine Arbeiten maßgeblich geprägt. Darüber hinaus überwand er im Rahmen seiner Forschungen schon vor Jahrzehnten die herkömmlichen Grenzen zwischen verschiedenen Disziplinen und konnte so die Vielschichtigkeit des Themas Treppe darlegen. Diese Forschungsweise hat ihre Bestätigung nicht zuletzt in der Teilnahme an der Biennale in Venedig 2014 erhalten. Ganz besonders verdankt die OTH Regensburg ihm somit nicht nur das Inventar des Institutes, sondern auch die Grundlagen der wissenschaftlichen Erforschung von Treppen.

Die Pflege und Fortführung dieses Vermächtnisses ist der OTH Regensburg eine ehrende Verpflichtung. Ein aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie und seinen Freunden.

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