Prof. Dr. Markus Enser zu Gast im Magazin des evangelischen Fernsehens

26.01.2015
Von: Sarah S. Ruppert, Evangelisches Fernsehen

SAT.1 strahlte im TV-Format "Lebensformen", das Magazin des evangelischen Fernsehens, die Sendung "Die letzte Chance" aus. Prof. Dr. Markus Enser von der Fakultät für Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der OTH Regensburg war als Jungend-Experte gefragt.

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"Lebensformen"-Moderatorin Christine Büttner sprach mit dem Experten Prof. Dr. Markus Enser über Problematiken in zerrütteten Familien. Der Experte wies auf zwei Gründe hin, weswegen Jugendliche häufig einer kriminellen Zukunft ausgesetzt sind. Zum einen die fehlende emotionale Zuwendung von den Eltern, als zweiter Faktor das unzureichende klare Setzen von Grenzen und Regeln. Doch: "Jeder hat einen Rechtsanspruch auf Unterstützung vom Jugendamt", so Prof. Dr. Markus Enser. Welche Faktoren dafür verantwortlich sind, dass Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten und dass Eltern ihr Recht auf „Hilfe zur Erziehung“ in jedem Fall rechtzeitig nützen sollten, darüber sprechen Lebensformen-Moderatorin, Christine Büttner, und Prof. Dr. Enser, im Studio.

"Mit Liebe und Hingabe um jeden Jugendlichen kämpfen", so beschreibt Jürgen Zenkel seine Arbeit bei der "Work and Box Company" in Taufkirchen bei München. Der 16-jährige Kamil Bernecki ist einer der jungen Männer, die der Sozialpädagoge in der ambulanten Jugendhilfemaßnahme betreut. Kamil ist verhaltensauffällig und wegen wiederholter Prügeleien bereits von mehreren Schulen geflogen. Er kommt aus zerrüttetem Elternhaus, emotionale Zuwendung kennt er nicht. Seit sechs Monaten ist Kamil jetzt bei "Work and Box". Vormittags arbeitet er mit anderen Jugendlichen in der angeschlossenen Schreinerei, nachmittags wird geboxt. Zwischendurch finden immer wieder therapeutische Gespräche statt, in der Gruppe oder einzeln mit dem jeweiligen Betreuer. Kamil hofft durch die "Work and Box Company" einen Ausbildungsplatz zu bekommen und darüber den Weg in ein selbstverantwortliches Leben in der Gesellschaft zu finden.

"Mama, ich weine..., ich schreie..., ich verändere..., mach alles besser..., und warum? Um DICH nicht zu verlieren! Ich liebe Dich." Dieser Brief hängt an der Wand von Anna Glatz Zimmer im Caritas Mädchenheim Gauting. Die 16-jährige wurde auf richterlichen Beschluss hierher gebracht. Anna ist eine von 64 weiblichen Jugendlichen, die wegen schweren Störungen des Sozialverhaltens in dieser therapeutischen Jugendhilfeeinrichtung untergebracht sind. Ein Jahr verbrachte sie in der geschlossenen Abteilung, bevor sie vor gut fünf Monaten in eine offene Wohngruppe umziehen durfte. Mittlerweile hat Anna ihren Hauptschulabschluss nachgeholt und hofft nun auf einen Ausbildungsplatz zur Konditorin. Und darauf, dass sie bald wieder zuhause bei ihrer Mutter wohnen darf.

 

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