Presseerklärung zur Presseerklärung der SPD-Landtagsfraktion vom 14. Oktober 2008

14.10.2008
Von: Prof. Dr. Klaudia Winkler, Dekanin Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften

 

Die in der Presseerklärung der SPD-Landtagsfraktion erhobenen Vorwürfe der Fehlorganisation und Misere in der Fakultät Sozialwissenschaften an der Hochschule Regensburg weisen wir entschieden zurück. Die damit signalisierten Aufgeregtheiten sind für uns absolut unverständlich.

 

Im Einzelnen muss Folgendes angemerkt werden:

1. Vorwurf der Kollision von Diplomstudiengang und Bachelorstudiengang

Davon tangiert sind letztlich nur die beiden Fächer Politik und Soziologie. In diesen Fächern ist die Situation insofern angespannt, als Lehrangebote wegen eines Auslandssemesters einer Professorin nachgeholt werden müssen. Darauf bezogen wurden von der Fakultät zu den vorhandenen sechs Lehrveranstaltungen kurzfristig weitere fünf Lehrveranstaltungen zusätzlich ins Programm genommen.

Damit wurde die durchschnittliche Belegungsquote von zunächst 55 Studierenden pro Lehrveranstaltung deutlich verbessert. Insgesamt werden für die 110 Bachelor- und 100 Diplomstudierenden somit elf Veranstaltungen angeboten. Selbst wenn die Bachelorstudierenden jeweils zwei Lehrveranstaltungen besuchen, bleibt die durchschnittliche Belegung bei 28 Studierenden pro Lehrveranstaltung günstig. Von einem „Rauswurf von Studierenden", geschweige denn Verschiebungen ins 6. Semester, kann somit keine Rede sein.

 

2. Überschneidungen im Stundenplan

Der Vorwurf ist unberechtigt. Die Fakultät hat die Wahlmöglichkeiten für die Studierenden massiv erhöht und bietet eine Vielzahl von frei wählbaren gleichwertigen Alternativen an. Festzustellen ist allerdings, dass es in Einzelfällen – aus welchen Gründen auch immer – einen Run auf bestimmte Veranstaltungen gibt. Diese sind dadurch überfüllt, während andere mit kleiner Besetzung von 10 bis 12 Studierenden laufen.

„Beim Versuch, Studierende in geringer besetzte Veranstaltungen umzudirigieren, musste ich allerdings die Erfahrung machen, dass einzelne Studierende apodiktisch ein Recht (!) auf die Wahl eines bestimmten Faches einforderten. Ein solches Recht gibt es jedoch nicht", so Dekanin Prof. Winkler dazu.

 

3. Vorwurf „zu wenig Räumlichkeiten"

Die Fakultät Sozialwissenschaften hat in der Tat nur begrenzte Räumlichkeiten zur Verfügung. Dies macht es erforderlich, die vorhandenen Räumlichkeiten effektiv zu nutzen, d.h. auch die Zeitfenster am späten Nachmittag und frühen Abend auszuschöpfen. Dass dies von Fall zu Fall mit den individuellen Zeitplänen Studierender kollidiert, ist nachvollziehbar, aber nicht vermeidlich.

 

4. Vorwurf „zu wenig Fachpersonal"

Zunächst ist festzuhalten, dass die vom Ministerium zugewiesenen NC-Zahlen beinhalten, dass die vorhandenen Kapazitäten bis auf den letzten Platz ausgenutzt werden. Gleichzeitig hat die Fakultät zusätzliche Stellen für den Ausbau bewilligt bekommen. Entsprechende Besetzungsverfahren laufen. Dass es derzeit allerdings Schwierigkeiten gibt, an den Hochschulen qualifiziertes Personal zu akquirieren, ist allgemein bekannt, auch die Fakultät ist davon betroffen, z. B. in Form von mehrmals notwendigen Ausschreibungen. Die Fakultät hat darauf reagiert und 20 zusätzliche Lehrbeauftragte verpflichtet.

 

Wir konstatieren, dass das vom Freistaat Bayern und von der Hochschulleitung geforderte Ausbauprogramm eine erhebliche Zusatzbelastung für alle Professorinnen und Professoren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit sich bringt. Wir stellen uns dieser Aufgabe, weil wir überzeugt sind, dass wir damit eine wichtige Verantwortung für unsere Gesellschaft und zukünftige Generationen wahrnehmen.

 

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