Premiere des Konzepts „Vertical Studio“

12.08.2019
Von: Georg Milde

Eine neue Orgel für das Audimax der Universität Regensburg: Das war die Aufgabe von Studierenden des Studiengangs Industriedesign, die dazu auch das Konzept „Vertical Studio“ anwandten und testeten.

Ein Team mit Studierenden des Studiengangs Industriedesign der OTH Regensburg aus drei verschiedenen Semestern bespricht vor dem Modell des Audimax seinen Entwurf.

Ein Team mit Studierenden des Studiengangs Industriedesign der OTH Regensburg aus drei verschiedenen Semestern bespricht vor dem Modell des Audimax seinen Entwurf.

Prof. Martin Kellhuber von der Hochschule für katholische Kirchenmusik (HfKM) bei der Demonstration der Orgel.

Prof. Martin Kellhuber von der Hochschule für katholische Kirchenmusik (HfKM) bei der Demonstration der Orgel. Fotos: Johannes Schmidtner

Die Zahl der Kirchenbesucherinnen und -besucher sinkt und somit steigt auch die Gefahr, dass Aspekte dieses kulturellen Guts in Vergessenheit geraten. Insofern war es besonders spannend, in einem kooperativen Projekt mit der Hochschule für katholische Kirchenmusik (HfKM) eine Orgel für das Audimax der Universität Regensburg zu entwerfen und damit gleichzeitig das Interesse für dieses wichtige Instrument bei den Studierenden zu wecken.

Konzept „Vertical Studio“ im Test

Im Rahmen dieses Projekts wurde ein Konzept getestet, das sich an anderen Hochschulen schon etabliert hat: das sogenannte Vertical Studio. Das Vertical Studio stellt allen Studierenden eines Studiengangs die gleiche Aufgabe – mit dem Effekt, dass sich die Studierenden der verschiedenen Semester innerhalb ihres Teams mit unterschiedlichen Aufgaben im Designprozess auseinandersetzen. 

Das Projekt kann komplexer behandelt, die Forschungen ausgiebiger gestaltet werden und die Umsetzung der Entwürfe fällt detaillierter aus. Im konkreten Fall wurde das erste Semester mit der Recherche um historische Bezüge zur Orgel und dem Anfertigen eines CAD-Modells des Audimax beauftragt. Das dritte Semester konnte sich mit der Funktionsweise der Orgel und ihrem Aufbau auseinandersetzen und dieses im Modell analog und digital umsetzen. Das fünfte Semester wiederum hatte die Leitung und Koordinierung des Teams übernommen.

Vorarbeit Wissensaneignung

Die Anfangsphase bestand im Wesentlichen aus der Aneignung von Wissen: Dazu wurden die Studierenden von Prof. Martin Kellhuber der HfKM eingeladen, um die vielen verschiedenen Orgeln der Hochschule zu begutachten und anzuhören. In Allkofen wurde den Studierenden der Bau des klassischen Instruments und die dafür notwendigen Komponenten von Orgelbauer Thomas Jann gezeigt. Außerdem erkundeten die Studierenden das Audimax und führten Interviews mit den Nutzerinnen und Nutzern des Raums.

Für die Gestaltung des Instruments wurde allen vier Teams je ein Studierender von der HfKM zur Seite gestellt. Der Austausch mit den zukünftigen Orgelspielerinnen und Orgelspielern garantierte einen nutzerzentrierten Ansatz. Die intensive Auseinandersetzung mit der Architektur der Universität war Wegweiser für die ästhetische Formulierung des Instruments. Der Umgang mit dem Raum wurde zu einem der differenzierenden Attribute der Entwürfe.

Ausstellung ab Oktober zeigt Ergebnisse

Die spannenden Ergebnisse dürfen als Teil der Ausstellung„Seven Year Itch - 7 Jahre Industriedesign an der OTH Regensburg“ am 30. Oktober 2019 um 19:00 Uhr mittels Virtual-Reality-Brille im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg bewundert werden. Die Ausstellung läuft vom 31. Oktober bis zum 13. November 2019.

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