Preis für interkulturelle Forschung im Kindergarten

30.11.2011
Von: Förderverein für interkulturelle Kommunikation e.V.

An der Hochschule Regensburg (HS.R) hat der Förderverein für interkulturelle Kommunikation e.V. die Abschlussarbeit von Roxana Matei gewürdigt.

Glückwünsche: (von links) Felix Grabmeyer, Vorsitzender des Fördervereins, Preisträgerin Roxana Matei, Dipl. Psych. Ulrich Hößler von der HS.R und Prof. Dr. Alexander Thomas. Foto: Förderverein für interkulturelle Kommunikation e.V.

Vor großer Kulisse fand am 18. November 2011 die Verleihung des Förderpreises für die herausragende Abschlussarbeit von Roxana Matei an der Hochschule Regensburg statt. Der Preis wird jährlich gestiftet vom Förderverein für interkulturelle Kommunikation e.V., deren Vorsitzende zusammen mit Prof. Dr. Alexander Thomas das Preisgeld in Höhe von 500,- Euro übergaben.

Prof. Dr. Thomas kehrte anlässlich der Preisverleihung an seine alte Wirkungsstätte zurück: Vor zehn Jahren hatte er als Professor für Sozial- und Organisationspsychologie an der Universität Regensburg das „Zusatzstudium Interkulturelle Handlungskompetenz“ für Studierende der HS.R und der Uni Regensburg ins Leben gerufen.

Viele der Studentinnen und Studenten, die den Hörsaal fast bis auf den letzten Platz füllten, wollten die Chance nutzen, eine ausgewiesene Koryphäe auf dem Gebiet der interkulturellen Psychologie trotz bereits erfolgter Pensionierung ochmals live zu erleben.

Die Hauptperson des Abends steht dagegen noch am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn. Roxana Matei von der LMU München überzeugte mit ihrer Magisterarbeit zum Thema "Probleme (sozial)pädagogischer Fachkräfte in Elterngesprächen mit Migranten im Kindergarten" die Jury des Fördervereins in allen Belangen: Sie lieferte eine wissenschaftlich einwandfreie Arbeit mit interkultureller Bezug ab, die einerseits einen aktuellen, gesellschaftlich relevanten Praxisbezug aufweist, andererseits auf einem breiten theoretischen Fundament aufbaut.

Sie kam zu dem Ergebnis, dass es noch viele Mängel, und dadurch auch Chancen gibt, wenn es darum geht, Fachkräfte in Kindergärten auf potenziell konflikthafte interkulturelle Begegnungen vorzubereiten. Dabei weiß sie sehr wohl, unter welch schwierigen Umständen die Pädagogen ohnehin arbeiten: „Aus den Befragungen weiß ich, dass die Mitarbeiter in Kindergärten unter großem Stress stehen und ihr Beruf außerdem in der Gesellschaft bei weitem nicht genug wertgeschätzt wird.“

Zu den alltäglichen Belastungen kommen im interkulturellen Kontakt zum  Beispiel sprachliche Schwierigkeiten, verschiedene Wahrnehmungen von Geschlechterrollen und ein unterschiedliches Verhältnis zu elementaren Dimensionen wie „Zeit“ hinzu. Da die gelungene Integration von Migranten ein Schlüsselaspekt bei der Bewältigung von drängenden Zukunftsfragen wie demographischem Wandel, Fachkräftemangel oder ähnlichem ist, lohne sich  der Aufwand, bereits im Kindergarten möglichst alles für ein gutes Zusammenleben aller zu tun, so Matei.

Das Zusatzstudium „Interkulturelle Handlungskompetenz“  haben mittlerweile über 1.300 Teilnehmer durchlaufen, großes Potenzial also für die Gründung eines Alumni-Vereins. Der „Förderverein für interkulturelle Kommunikation“, den der Vorsitzende Felix Grabmeyer am Ende der Preisverleihung  vorstellte, hat es sich zum Ziel gesetzt, nicht nur jährlich einen Förderpreis zu verleihen, sondern kontinuierlich den Kontakt zwischen den Absolventen aufrecht zu erhalten und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Informationen zu Aktivitäten und Beitrittsmöglichkeiten erhalten Interessierte unter www.ziko-alumni.de.

Zurück