OTH Regensburg stellt ihr neues Center of Health Sciences and Technology vor

21.03.2017
Von: ZWW, Stabsstelle ÖA

Neues Center bündelt alle Aktivitäten und Kompetenzen der OTH Regensburg im Bereich Gesundheit: Vorstellung anlässlich zweitägiger Fachtagung „Gesundheit im 21. Jahrhundert“ an der OTH Regensburg. Künftige Herausforderungen der Branche werden unter anderem bei Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Albert Füracker deutlich.

Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion zum Thema „Gesundheit im 21. Jahrhundert“.

Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion zum Thema „Gesundheit im 21. Jahrhundert“ (von links): Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, Manfred Baumann, Geschäftsführer der Gerresheimer Regensburg GmbH, Albert Füracker, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, MdL, Moderatorin Ilka Meierhofer, TVA Ostbayern, Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali, OTH Regensburg, Dr. Robert Seitz, Caritasverband für die Diözese Regensburg e. V. und Prof. Dr. Bernhard Weber, Vizepräsident der Universität Regensburg.

Integrata-Preisverleihung

Integrata-Preisverleihung (von links): Präsident der OTH Regensburg Prof. Dr. Wolfgang Baier, Preisträger Nico Jähne-Raden, Preisträgerin Annika Kaltenhauser, Prof. Dr. Karsten Weber von der OTH Regensburg, und Dr. Frank Schönthaler, Präsident des Kuratoriums der Integrata-Stiftung.

Otto Helmut und Alice Eckl-Preisverleihung

Otto Helmut und Alice Eckl-Preisverleihung (von links): Präsident der OTH Regensburg Prof. Dr. Wolfgang Baier, Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali und Prof. Dr. Christa Mohr, beide von der OTH Regensburg, Preisträger Alexander Dickopf, Preisträgerin Jessica Boguth, Dr. Klemens Martin, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Otto Helmut und Alice Eckl-Stiftung, und Preisträgerin Daniela Beck. Fotos: OTH Regensburg

Die OTH Regensburg hat anlässlich der Fachtagung zum Thema „Gesundheit im 21. Jahrhundert – Ethische, rechtliche, soziale und technische Aspekte von Gesundheit und Pflege in interdisziplinärer Perspektive“ am Freitag, 17. März, und Samstag, 18. März, ihr neues Regensburg Center of Health Sciences and Technology (RCHST) vorgestellt. „Das RCHST soll ein leistungsstarkes Zentrum für die Oberpfalz und Ostbayern werden, das national wie auch international für hochqualifizierte Forschung attraktiv ist“, so Prof. Dr. Klaudia Winkler, Vizepräsidentin der OTH Regensburg bei der Vorstellung des Centers. In dem Center sind alle Aktivitäten und Kompetenzen aus den Bereichen Pflege, Medizinische Informatik, Medizintechnik, Technikfolgenabschätzung, angewandter Ethik und Sozialforschung der OTH Regensburg gebündelt. Die Bedeutung des Themas Gesundheit habe die OTH Regensburg früh erkannt, so Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, in seiner Begrüßung. Seit etwa 10 Jahren arbeite die OTH Regensburg engagiert und erfolgreich daran, Kompetenzen in diesem Bereich über alle Fakultäten hinweg zu etablieren. Die Gründung des RCHST sei nun der vorläufige Höhepunkt aller Aktivitäten, so Präsident Prof. Dr. Baier. Neben zahlreichen Fachvorträgen von hochkarätigen Referenten und Referentinnen gab es bei der Fachtagung auch eine Podiumsdiskussion mit Vertretern und Vertreterinnen aus Politik, Gesundheitsversorgung und Wirtschaft, darunter Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat Albert Füracker. Des Weiteren wurden zwei verschiedene Preise an Studierende für ihre herausragende Bachelor- und Masterarbeiten verliehen: der bundesweite Integrata-Preis für die humane Nutzung der IT in der Pflege und der Otto Helmut und Alice Eckl-Preis für studentische Leistungen im Bereich Pflege. Die Otto Helmut und Alice Eckl-Stiftung war auch Sponsor der Veranstaltung. Insgesamt 150 Teilnehmer nahmen an der Fachtagung an der OTH Regensburg teil. Organisiert hat die Tagung das Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement (ZWW) der OTH Regensburg.

Center ist Antwort der OTH Regensburg auf Bedarf in der Region 

Prof. Dr. Klaudia Winkler stellte anlässlich der Fachtagung das Regensburg Center of Health Sciences and Technology der OTH Regensburg vor. Das Center sei eine Antwort auf den Bedarf in der Region und im Umfeld der OTH Regensburg. Die OTH Regensburg hat in den vergangenen zehn Jahren im Zuge der Akademisierung der Gesundheitsfachberufe zahlreiche neue Studiengänge eingerichtet, wie zum Beispiel Medizinische Informatik, Biomedical Engineering, Pflege und Physiotherapie. In Planung ist derzeit der Master Klinische Pflege in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Es kamen, laut Prof. Dr. Winkler, rund 15 neue Professuren in diesem Themenfeld hinzu. Zwei große Forschungseinheiten, das Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE) und das Institut für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST) haben sich im Bereich Forschung an der OTH Regensburg etabliert. Das RCHST sei aber auch eine Antwort auf den Megatrend „Gesundheit“, so Prof. Dr. Winkler. Die OTH Regensburg liefert qualifizierte Absolventen und Absolventinnen für diesen wichtigen Zukunfts- und Wachstumsmarkt, denn die OTH Regensburg sehe sich als Motor für die gesundheitsbezogene Entwicklung in der Oberpfalz und ganz Ostbayern. Das RCHST greife dabei auf die vielen bereits vorhandenen Fachkompetenzen in der OTH Regensburg zurück und baue auf die vielen etablierten Netzwerke in der Region auf. Sie verwies auch auf die hervorragenden Rahmenbedingungen für das RCHST, zum Beispiel der gemeinsame Campus mit Universität, Universitätsklinikum und BioPark, oder die laufenden Kooperationen mit Krankenhäusern und weiteren medizinischen Einrichtungen in der Region.

Aus den, das RCHST tragenden Einrichtungen wurden aktuelle Forschungsergebnisse und künftige Fragestellungen präsentiert. Prof. Dr. Christa Mohr berichtete über die kommenden Herausforderungen der Pflege- und Gesundheitswissenschaften und den damit einhergehenden Wandel der Berufspraxis. Prof. Dr. Christoph Palm lieferte als wissenschaftlicher Direktor des RCBE einen Einblick in die vielfältigen Forschungsaktivitäten im Bereich Medizinische Informatik und Medizintechnik. Prof. Dr. Karsten Weber, einer der Leiter des Instituts für Sozialforschung und Technikfolgenabschätzung (IST), hob die Notwendigkeit von Werten in der Technik hervor, damit Technik für den Menschen entwickelt wird und zeigte dies anhand dreier laufender bzw. beendeter Forschungsvorhaben des IST auf.

 Bei der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Gesundheit im 21. Jahrhundert“ betonte Staatssekretär Albert Füracker, dass die Voraussetzungen für das RCHST der OTH Regensburg in Regensburg optimal seien. Er sehe riesige Herausforderungen in der Pflege auf die Gesellschaft zukommen. Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali von der OTH Regensburg machte auf eine der Herausforderungen aufmerksam, nämlich auf Ungleichheit und Lücken in der Versorgung in ländlichen Regionen aufgrund des Fachkräftemangels. Dr. Robert Seitz vom Caritasverband der Diözese Regensburg betonte, dass die Arbeit einer Pflegekraft mindestens so wichtig sei wie die des Arztes. Er hoffe, dass der Wettbewerb in der Pflege nicht auf dem Rücken hilfloser Menschen ausgetragen würde. Er wünsche sich Qualität im Pflegebereich. 

Zwei Preise im Bereich Pflege für Studierende vergeben

Anschließend fand die Verleihung zweier Preise an Studierende statt: den  bundesweiten Integrata-Preis für die humane Nutzung der IT in der Pflege mit je 1.500 Euro erhielten Annika Kaltenhauser und Nico Jähne-Raden. Übergeben wurde der Preis durch  den Präsidenten der OTH Regensburg, Prof. Dr. Wolfgang Baier, Prof. Dr. Karsten Weber von der OTH Regensburg und Dr. Frank Schönthaler, Präsident des Kuratoriums der Integrata-Stiftung. Den Otto Helmut und Alice Eckl-Preis für studentische Leistungen im Bereich Pflege über je 1.000 Euro erhielten Jessica Boguth, Alexander Dickopf und Daniela Beck. Gratuliert haben Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier, Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali und Prof. Dr. Christa Mohr, beide von der OTH Regensburg, sowie Dr. Klemens Martin, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Otto Helmut und Alice Eckl-Stiftung.

Am zweiten Tag der Tagung erörterten hochkarätige Referenten und Referentinnen – wie Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, der Leiter des Deutschen Zentrums für Altersfragen, Prof. Dr. Remmers von der Universität Osnabrück oder Prof. Dr. Hanna Mayer von der Universität Wien – ethische, rechtliche, soziale und technische Aspekte von Gesundheit und Pflege. Bei den verschiedenen Vorträgen kam zum Ausdruck, dass die Menschen im Alter verstärkt in den „eigenen vier Wänden“ leben und nicht in ein Altersheim gehen möchten. Daher sei es wichtig, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Verstärkter Technikeinsatz soll die Menschen im Alter, aber auch die Pflegenden unterstützen. 

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