"Mission to Mars" der MINT-Girls Regensburg ging zu Ende

06.11.2014
Von: Armin Gardeia

Schülerinnen auf "Marsmission" im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen. Projekte bei Abschlussveranstaltung an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) vorgestellt.

Schülerinnen konstruieren und programmieren ASURO-Roboter.

Schülerinnen konstruieren und programmieren einen ASURO-Roboter.

Vizepräsidentin Prof. Dr. Klaudia Winkler begrüßt die Gäste im Namen der OTH Regensburg. Foto: OTH Regensburg.

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Das erste große Gemeinschaftsprojekt für Schülerinnen zur Studienorientierung, MINT-Girls Regensburg, fand mit einer großen Exkursion zum Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen und der Abschlussveranstaltung an der OTH Regensburg seinen Abschluss. Das Kooperationsprojekt der "Jungen Hochschule" der OTH Regensburg mit der UNI Regensburg, Fakultät Physik, wurde bei beiden Veranstaltungen präsentiert.

Im Rahmen der Initiative "Marsmission" konnten 16 Schülerinnen der neunten, zehnten und elften Jahrgangsstufen von Gymnasien und FOS/BOS ihre eigene Mars-Mission erleben. Die Initiative MINT-Girls Regensburg sollte den Mädchen die faszinierende Welt von Naturwissenschaft und Technik näherbringen und sie auf Studiengänge und Berufsbilder im natur- und ingenieurswissenschaftlichen Bereich neugierig machen.

Das Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von acht Monaten. In verschiedenen Seminaren, Vorlesungen und Workshops aus den MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, erlernten die MINT-Girls eine wissenschaftliche Herangehensweise, fachliches Knowhow und analytische Methoden vermitteln.

Auch die Soft-Skills kamen mit einem Präsentationstraining und einem Teambuilding-Workshop nicht zu kurz. So erhielten die Teilnehmerinnen zum Beispiel einen Einblick in "Elektromagnetische Wellen als Überträger kosmischer Informationen", "Programmieren eines Marsroboters", "Triangulation und Kartographie", "Voraussetzungen für eine bemannte Marsmission", "Spektroskopie" und vieles mehr.

Exkursion zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR

Höhepunkt war die Projektwoche in den Herbstferien, die mit einer Exkursion zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR nach Oberpfaffenhofen verbunden war. Dort wurden die von den Schülerinnen selbst konstruierten und programmierten ASURO-Roboter (ASURO ist eine Abkürzung und bedeutet "Another Small and Unique Robot from Oberpfaffenhofen) – diese Roboter wurden vom DLR speziell für MINT-Projekte entwickelt - in einer originalgetreuen Marslandschaft auf Herz und Nieren getestet.

Zudem konnten die MINT-Girls einen Flugsimulator testen, bekamen einen Eindruck vom humanoiden Roboter JUSTIN und in die Medizintechnik. Ein weiterer Höhepunkt war auch der Rundgang über die Besucherbrücke des Columbus-Kontrollzentrums, ein Forschungslabor der ISS Raumstation. Welche Forschungen am DLR zum Thema Robotik gerade aktuell durchgeführt werden, erklärte der langjährige Leiter des Instituts "Mechatronik und Robotik" Prof. Dr. Gerd Hirzinger.

Die Präsentation der vier ASURO-Aufgaben beim DLR und bei der Abschlussveranstaltung fand bei den Betrachtern und Gästen hoher Anerkennung. In einem Teilprojekt musste der in "C" programmierte Roboter selbständig aus einem Labyrinth finden, in einem weiteren wurde ein ASURO mit einer Kamera ausgerüstet und übertrug mittels WLAN Bilder in Echtzeit, ein weiteres Team detektierte verschiedene Stoffe wie Metall oder radioaktives Material und auch bei der Aufgabe "Odometrie" (Wegmessung) "lernte" der Roboter seine Wegstrecke, die er dann selbständig wiederholen konnte.

Der Leiter des DLR_Scholl_Labs, Dr. Dieter Hausamann: "Wir am DLR waren begeistert von den Ergebnissen der Schülerinnen. Sie haben unseren ASURO Roboter weiterentwickelt. Wir würden gerne ihre Konzepte in unser Schülerlabor übernehmen."

Bei der Abschlussveranstaltung an der OTH Regensburg präsentierten die Teilnehmerinnen ihre Aufgaben einem aufmerksamen Publikum. Eltern und geladene Ehrengäste waren ebenfalls erstaunt über die Leistungen der MINT-Girls. Zum Abschluss überreichten Dr. Stephan Giglberger, Leiter des Regensburger Schülerlabors der UNI Regensburg, und Armin Gardeia, Leiter der Jungen Hochschule Regensburg allen beteiligten jungen Damen ein Teilnahmezertifikat und einen Mars-Orden."

Interessant erscheint bei dieser Art von Projekten auch immer die Effizient und Effektivität, d. h. die "Wirkung" einer solchen langfristigen Maßnahme. Das Projekt MINT-Girls Regensburg wurde extern vom Lehrstuhl für Schulpädagogik, Prof. Dr. Heidrun Stöger, über den gesamten Zeitraum von zwei Doktoranden evaluiert. Die Endergebnisse liegen in Kürze vor und werden zeitnah veröffentlicht.

Bereits bei der Abschlussveranstaltung wurde von allen Seiten bekräftigt, dass die MINT-Girls Regensburg keine Eintagsfliege waren und vielleicht schon im kommenden Jahr bereits wieder eine vielversprechende Zusammenarbeit zwischen der UNI und der OTH Regensburg stattfinden wird. 

Weitere Links, Bilder und Videos:

Ansprechpartner und Verantwortliche:


OTH Regensburg
Dipl. Päd. Univ. Armin Gardeia
Leiter der Jungen Hochschule
armin.gardeia@oth-regensburg.de

UNI Regensburg
Dr. Stephan Giglberger
Leiter des Regensburger Schülerlabor
stephan.giglberger@ur.de

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