Logistische Optimierungspotenziale erkennen und nutzen

18.12.2006
Von: Traidl, Margit

Auftaktveranstaltung des Innovationszentrums für Produktionslogistik und Fabrikplanung (IPF) an der Fachhochschule Regensburg

Unter dem Titel „Hochschule und Praxis" fand an der Hochschule Regensburg in Kooperation mit dem REFA-Bezirksverband Regensburg (Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung e.V.) ein REFA-Workshop statt, moderiert von Herrn Dipl.-Ing. Johann Spieß, Vorsitzender REFA-Verband.

In Anwesenheit des Präsidenten, der Hochschulleitung und des Vorsitzenden des Hochschulrats der Hochschule Regensburg informierten sich mehr als 100 interessierte Vertreter aus Industrieunternehmen über die Aufgaben und Ziele des neu gegründeten „Innovationszentrums für Produktionslogistik und Fabrikplanung“ (IPF). Nach der Eröffnung des Workshops durch Herrn Dipl.-Ing. Johann Spieß und der Begrüßung durch den Präsidenten der Hochschule stellte Herr Professor Dr.-Ing. Wolfgang Bock, Vizepräsident und Gründungsmitglied, das Innovationszentrum vor.

In den Kurzvorträgen sowie in den Diskussionsbeiträgen wurde von Unternehmerseite klar, dass die zunehmende Globalisierung die Konkurrenz in den Absatz- und Beschaffungsmärkten noch verschärft und der Zeitdruck immer größer wird. Die Unternehmen sind daher gezwungen, ihre Produktionskonzepte, –strategien und –technologien kontinuierlich zu verbessern. Dazu gilt es insbesondere, die interne aber auch die unternehmensübergreifende Liefer- und Wertschöpfungskette auf die jeweiligen Produktionsprozesse abzustimmen. Jedes Suboptimum hinsichtlich Struktur, Prozess oder Bestand muss im ganzheitlichen Zusammenhang gezielt erkannt und konsequent methodisch ausgeschaltet werden.

Das IPF stellt diese methodische Kompetenz zur Verfügung und möchte für die Betriebe der Region eine erste Anlaufstelle zur Kooperation im Rahmen produktionslogistischer Projekte und Fragestellungen sein. Hierzu bündelt das IPF die Kompetenz von Experten unterschiedlicher Fachgebiete der Produktionslogistik. Herr Prof. Dr. Wolfgang Bock vertritt das Gebiet der Industrie- und Fertigungsautomation, Prof. Dr. Willi Ertl ist Ansprechpartner für die Technische Logistik, Materialfluss- und Betriebsstättenplanung und Prof. Dr. Frank Herrmann ist Fachmann für quantitative Modellierungsansätze und Lösungsmethoden in der Produktionslogistik sowie IT-Systeme zur Regelung produktionslogistischer Prozesse (wie das SAP R/3-System). Neben den Forschungstätigkeiten gehören auch hochqualifizierte Weiterbildung, Gutachten und Beratungen zu den Kernkompetenzen des IPF.

Im Anschluss an die Vorstellung des IPF erläuterte Herr Professor Dr.-Ing. Willi Ertl (Gründungsmitglied des IPF) in seinem Fachvortrag die Relevanz gut ausgelegter Puffer in elastisch verketteten Produktionslinien. Diese Linien werden häufig in produzierenden Unternehmen eingesetzt. Bisheriger Stand der Technik ist eine durch den VDI erarbeitete Richtlinie. Am IPF wurde ein pragmatisches Verfahren zur Pufferauslegung in solchen elastisch verketteten Produktionslinien erarbeitet. Simulationsstudien anhand von einem Industrieunternehmen zur Verfügung gestellten Daten zeigten, dass das neue Verfahren deutlich bessere Ergebnisse als die VDI-Richtlinie liefert. Professor Dr.-Ing. Frank Herrmann (Gründungsmitglied des IPF) analysierte anhand kleinerer Beispielen zur Produktion von Tischen die Schwächen der derzeit in Produktionsunternehmen eingesetzten Produktionsplanungs- und -steuerungssysteme (PPS-Systeme). Zur Überwindung dieser Schwierigkeiten stellte er eine Ablaufsimulation über einen kurzfristigen Planungshorizont einerseits und die Leistungsfähigkeit der neuesten Planungsalgorithmen aus der anwendungsorientierten Forschung andererseits vor. Die Demonstration des am IPF entwi-ckelten Simulationssystems für PPS-Systeme zeigte, dass die Regelung praxisrelevanter Produktionsprozesse unter realistischen Randbedingungen simuliert werden kann. In den anschließenden Kurzvorträgen von Unternehmensvertretern und in der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass diese Methodenkompetenz benötigt wird.

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