Kursangebot für Lehrbeauftragte

28.09.2018
Von: Dr. Kerstin Pschibl

Wie sind Prüfungen fair und objektiv zu gestalten und zu bewerten? Was prüfe ich überhaupt? Und welche Leistung soll den Studierenden abverlangt werden? – Fragen wie diese waren Thema des Workshops „Kompetenzorientiert prüfen“ für Dozierende.

PD Dr. Ulrike Hanke beim Workshop „Kompetenzorientiert prüfen“. Die freiberufliche Dozentin für Hochschuldidaktik und Bibliotheksdidaktik berät Lehrende seit vielen Jahren in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

PD Dr. Ulrike Hanke beim Workshop „Kompetenzorientiert prüfen“. Die freiberufliche Dozentin für Hochschuldidaktik und Bibliotheksdidaktik berät Lehrende seit vielen Jahren in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Foto: Kerstin Pschibl

In Rahmen der Reihe Lehrbeauftragtenkurse an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) wurde am 21. und 22. September 2018 an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften der Workshop „Kompetenzorientiert prüfen“ angeboten.

Privatdozentin Dr. Ulrike Hanke arbeitete nach einem inhaltlichen Einstieg am ersten Tag mit den Teilnehmenden individuell an den jeweiligen Leistungsnachweisen. Auf Grundlage der Wechselwirkung von Lehre und Prüfung wurden Kompetenzstufen festgelegt, geeignete Prüfungsaufgaben gestaltet und kriterienorientierte Leistungsbeurteilungen diskutiert.

Die Teilnehmenden analysierten ihre Leistungsnachweise (z. B. Klausuren oder Fragestellungen für Referate und Seminare) anhand einer sogenannten Operationalisierungsmatrix. Die jeweilige Prüfung wurde in Kompetenztypen und Lernzieltaxonomien aufgegliedert. Die Dozierenden erstellten anhand dieser Tabelle eine Übersicht über die Anforderungen pro Kompetenzfeld, die auch als Vorlage für die spätere Leistungsbeurteilung dienen kann. Den „Fach-, Methoden-, personalen, sozialen und Handlungskompetenzen“ wurden jeweils die Lernzieltaxonomien „erinnern, verstehen, anwenden, analysieren, bewerten und entwickeln“ zugeordnet.

Wie funktioniert kriterienorientiertes Bewerten?

Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war das „kriterienorientierte Bewerten“. Die Teilnehmenden setzten sich dabei unter anderem mit häufigen Bewertungsfehlern auseinander. Dazu gehören unbewusste Erwartungen und Zuschreibungen (Halo-Effekt) oder auch Bewertungsverschiebungen, die sich im Verlauf längerer Korrekturphasen einschleichen können (Primacy- und Recency-Effekt). Privatdozentin Dr. Hanke erarbeitete mit den Teilnehmenden Möglichkeiten zur Vermeidung dieser Bewertungsfehler. 

An der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften werden seit einiger Zeit regelmäßig Inhouse-Schulungen für Lehrbeauftragte angeboten. Da aufgrund einer irrtümlichen Dateneingabe im Wintersemester 2017/2018 die Zahl der Studierenden und damit auch der Lehrbeauftragten sprunghaft angestiegen war, wurde die Taktung der Kursangebote erhöht.

Als nächster Kurs wird voraussichtlich „Hochschuldidaktik kompakt“ im Sommersemester 2019 angeboten. Wie bei „Kompetenzorientiert prüfen“ sollen offene Kursplätze an Lehrende im Allgemeinwissenschaftlichen Bereich vergeben werden. Dieser fakultätsübergreifende Austausch wird von den Teilnehmenden als bereichernd erlebt.

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