Kinder- und Jugendhilfe im Fokus

25.01.2011
Von: Prof. Dr. Barbara Seidenstücker, Diana Feuerer

130 Teilnehmer und Teilnehmerinnen fanden sich auf der hochkarätig besetzten Fachtagung an der Hochschule Regensburg anlässlich des 20-jährigen Jubiläums Kinder- und Jugendhilfegesetz ein.

Am Podium: (von links) Prof. Dr. Bernd Seidenstücker, Mitglied der Sachverständigenkommission des 14. Kinder- und Jugendberichts, Günter Tischler, Leiter des Amts für Jugend und Familie der Stadt Regensburg, Prof. Dr. Barbara Seidenstücker von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der HS.R, Erika Simm, Richterin a.D. und Kreisrätin des Landkreises Regensburg und Prof. Dr. Johannes Münder von der Technischen Universität Berlin.

Am Podium: (von links) Prof. Dr. Barbara Seidenstücker von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der HS.R, Erika Simm, Richterin a.D.und Kreisrätin des Landkreises Regensburg und Prof. Dr. Johannes Münder von der Technischen Universität Berlin. Fotos: Feuerer

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) ist eine Erfolgsgeschichte – so der Tenor der Fachtagung an der Hochschule Regensburg (HS.R) anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Gesetzes am 14. Januar 2011. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung lockte mehr als 130 Teilnehmer aus verschiedenen Kinder- und Jugendeinrichtungen aus ganz Bayern an die HS.R. Neben Expertenvorträgen fand eine Podiumsdiskussion zum Thema "Herausforderungen durch das KJHG - Chancen, Risiken für die weitere fachliche Entwicklung" statt. Unter den Vortragenden der Fachtagung befand sich unter anderen Prof. Dr. Reinhard Wiesner, ehemals Leiter des Referats Kinder- und Jugendhilferecht im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und bekannt als „Vater des KJHG“. Initiiert hatte die Fachtagung Prof. Dr. Barbara Seidenstücker von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der HS.R. Sie nahm in ihrem Vortrag Stellung zum Thema „Jugendhilfe im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen, rechtlichen und fachlichen Entwicklungen“. Organisiert hat die Veranstaltung das Zentrum für Weiterbildung und Wissensmanagement der HS.R.
 
Hochschul-Präsident Prof. Dr. Josef Eckstein und Prof. Dr. Klaudia Winkler, Dekanin der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der HS.R, begrüßten die Teilnehmer eingangs der Veranstaltung. Dabei skizzierte Präsident Prof. Dr. Eckstein die Bedeutung der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der HS.R. Die Fachtagung drehte sich dann um das Zusammenspiel aus Gesetzgebung und Praxis im Bereich Kinder- und Jugendhilfe. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz trat in den westlichen Bundesländern am 1. Januar 1991 in Kraft und feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Hat der Gesetzgeber die Erfolgsgeschichte vor 20 Jahren angestoßen? Oder reagierte das neue Gesetz lediglich an eine bereits längst flexibel agierende Jugendhilfepraxis? Referent Prof. Dr. jur. em. Johannes Münder vertrat in seinem Vortrag die Meinung, die Impuls haben die neue Gesetzgebung und die gesellschaftspolitischen Entwicklungen gegeben. Prof. Dr. Barbara Seidenstücker von der HS.R erläuterte die fachspezifischen Entwicklungen der Kinder- und Jugendhilfe, die dessen heutiges Renommee bewirkten.

Dass sich Jugendhilfe nicht allein auf Kinderschutz reduzieren lasse, zeigte die Podiumsdiskussion. Über Herausforderungen durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz debattierten am Podium: Prof. Dr. Johannes Münder von der Technischen Universität Berlin, Günter Tischler, Leiter des Amts für Jugend und Familie der Stadt Regensburg, Erika Simm, Richterin a.D., ehemals Bundestagsabgeordnete und Kreisrätin des Landkreises Regensburg und Prof. Dr. Barbara Seidenstücker von der HS.R. Moderator der Diskussion war Prof. Dr. Bernd Seidenstücker, Mitglied der Sachverständigenkommission des 14. Kinder- und Jugendberichts des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Fazit: Die Jugendhilfe umfasst sämtliche Bereiche der Sozialisation und Bildung von Kindern und Jugendlichen. Um ihre Aufgaben angemessen erfüllen zu können, braucht sie zum einen Bündnispartner in Bereichen wie Schule oder Gesundheit. Zum anderen benötigt sie vor allem gut ausgebildete Fachkräfte und eine angemessene Finanzierung. Abschließend gab Prof. Dr. Wiesner in seinem Vortrag zum Thema „Quo vadis Jugendhilfe?“ noch einen Überblick über die aktuell in der Debatte befindlichen Gesetzesvorhaben.

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