Juristische Grundlagen „wissenschaftlich, verständlich und humorvoll“ vermitteln

12.04.2019
Von: Tanja Rexhepaj

Prof. Dr. Christoph Knödler, Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften an der OTH Regensburg, sieht es als Gewinn, dass sich die Lehre seit seiner Studienzeit grundlegend geändert hat. Unter dem Titel „Serie: Lehre“ stellen wir ausgewählte Beispiele aus den acht Fakultäten vor, die einen Einblick in die Vielfalt der Lehre geben.

Für Prof. Dr. Christoph Knödler ist die Lehre an der OTH Regensburg eine wirkliche Berufung: Vater und Großvater waren Schulleiter.

Für Prof. Dr. Christoph Knödler ist die Lehre an der OTH Regensburg eine wirkliche Berufung: Vater und Großvater waren Schulleiter. Foto: Florian Hammerich, OTH Regensburg

„Ich bin dankbar, lehren zu dürfen. Studierende sind uns anvertraut, und ich möchte Studierende nicht als Kunden betrachten.“ Dr. Christoph Knödler ist Professor an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und lehrt im Fach „Recht in der Sozialen Arbeit“.

Für den ehemaligen Richter am Verwaltungsgericht Regensburg ist der Weg an die Hochschule eine wirkliche Berufung: „Mein Großvater und mein Vater waren Schulleiter und die Frage nach gutem Unterricht war von klein auf Thema in unserer Familie. Ich hatte das Glück, bereits in jungen Jahren unterrichten zu dürfen, und es war von Anfang an so, als wäre ich zu Hause angekommen.“ 

Bewusst gewählt: der Blockunterricht

Das Regensburger Hochschulmagazin „OTH Regensburg aktuell” besuchte Prof. Dr. Knödler an einem Samstag im Blockseminar „Recht: Grundlagen der Methodik“, für das die Erstsemester gleich zu Beginn ihres Studiums anderthalb Tage aufbringen müssen. Den Blockunterricht, der eine Ausnahme darstellt, hat Prof. Dr. Knödler für diese Thematik bewusst gewählt: „Ich habe festgestellt, dass die Studierenden den Stoff in dieser Form besser einprägen und verinnerlichen können.“ 

Bereits nach der ersten Einheit dieses Samstagvormittags drängen die Studierenden diskutierend über das soeben Gehörte in die 15-minütige Pause. Mit PowerPoint-Präsentation, Tafelanschrieb, Videosequenzen, Arbeitsblättern, Gruppenarbeit und vor allem mit seinem Vortrag erklärt Prof. Dr. Knödler in anderthalb Tagen Grundlegendes rund um die Fallbearbeitung. Das Zitieren von Paragrafen aus dem „Bürgerlichen Gesetzbuch“ (BGB) gehört genauso dazu wie die Einordnung von Fällen in die spätere Berufspraxis, beispielsweise als Mitarbeitender in der Sozialberatung. 

Eine Atmosphäre der neugierigen Aufmerksamkeit

Die an sich trockene Materie versuche er „wissenschaftlich, verständlich und humorvoll“ zu vermitteln. Der Wechsel zwischen Teamwork in Zweiergruppen, Frontalunterricht und Diskussion ist schnell, eine Atmosphäre der neugierigen Aufmerksamkeit breitet sich unter den rund 50 Studierenden aus. Prof. Dr. Knödler geht durch die Reihen, fragt nach, geht auf Probleme ein. Das Gros der Studierenden kann er dabei mit Namen ansprechen. „Studierende sind keine anonymen Nummern“, sagt Prof. Dr. Knödler.

Neben der Vermittlung der fachlichen Grundlagen kommt es ihm vor allem darauf an, die Studierenden zu eigenständigem Denken zu motivieren und solches einzufordern. Dass die Lehre sich seit seiner eigenen Studienzeit grundlegend geändert hat, betrachtet er als Gewinn: „Statt dem eineinhalbstündigen Monolog, der keine Nach- und Anfragen zulässt, ist der konstruktive Dialog und fachliche Austausch, angereichert mit verschiedenen Methodenwechseln, Standard geworden“, ist Prof. Dr. Knödler überzeugt.

Auf seine Lehrveranstaltungen im kommenden Semester freue er sich bereits, ganz unabhängig vom Thema: „Im Wechsel der Materie liegt ein besonderer Reiz und Reichtum der Lehre.“

Dieser Beitrag erschien auf Seite 3 der Ausgabe 01/2019 von „OTH Regensburg aktuell“.

 

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