"Jugendhilfe trifft Schule": Experten an der HS.R

23.11.2010
Von: Feuerer, Diana

An der Hochschule Regensburg (HS.R) fand die Fachtagung "Von der Konsequenz zur Empathie?" mit Vorträgen und Workshops zu Themen wie Kinderrechte, Schülermobbing und Werteerziehung in der Schule mit rund 100 Gästen statt.

Expertin und Rednerin von der HS.R: Prof. Dr. Barbara Seidenstücker von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften hielt auf der Fachtagung einen Vortrag mit dem Titel "Jugendhilfe und Schule - zwei ungleiche Partner auf gemeinsamen Pfaden“. Foto: Haeusler

Wie sehen zeitgemäße Erziehungskonzepte aus? Und wie kann die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schulen dazu beitragen? Antworten auf diese Fragen hat eine Fachtagung an der Hochschule Regensburg (HS.R) am 13. November 2010 gegeben. Die Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der HS.R hatte diese eintägige Tagung am HS.R-Standort in der Galgenbergstraße 30 initiiert. Konkret eine Arbeitsgruppe bestehend aus Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker, Prof. Dr. Barbara Seidenstücker und Martin Zauner. Kooperationspartner ist das Kinderzentrum St. Vincent der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg.

Die rund 100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Fachtagung hörten zwei Experten zum Thema: Zum einen Prof. Dr. Michael Beer von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Er sprach "Von der Konsequenz zur Empathie - Entwicklungsförderung durch interaktionelle Beziehungsgestaltung". Zum anderen hielt Prof. Dr. Barbara Seidenstücker von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule Regensburg einen Vortrag mit dem Titel "Jugendhilfe und Schule - zwei ungleiche Partner auf gemeinsamen Pfaden“. Die Teilnehmer der Tagung konnten außerdem an zwei verschiedenen Workshops teilnehmen. Sie hatten die Qual der Wahl sich für eines der zehn verschiedenen Angebote mit Themen wie Kinderrechte, Schülermobbing, Clearingklassen und Werteerziehung in der Schule zu entscheiden.

Der Fachtag beschäftigte sich mit zwei bedeutsamen Themenstellungen, die aktuell auch bundesweit diskutiert werden: Zum einen ging es um das Verhältnis von Jugendhilfe und Schule, welches derzeit auf dem Prüfstand steht und von dem man sich erhofft, dass eine gleichberechtigte Kooperation wesentlich zu einer Weiterentwicklung eines neuen Bildungs- und Erziehungsverständnisses beitragen wird. Neben Fragen zur institutionellen Kooperation der beiden Systeme Schule und Jugendhilfe wandte sich der Fachtag zum andern insbesondere der Thematisierung erfolgversprechender
zeitgemäßer Erziehungskonzepte zu, welche beide Institutionen gleichermaßen tangieren.

Diskutiert wurde ein Erziehungsverständnis, welches auf der Basis einer empathischen Grundhaltung das (oftmals schwierige) Verhalten junger Menschen versteht und damit Ausgangspunkt für die Initiierung von Selbstwirksamkeitsprozessen sein kann. Eine wesentliche Basis dafür ist die Förderung bzw. Entwicklung der Empathiefähigkeit der jungen Menschen. Die empathische Grundhaltung ist in diesem Verständnis keine Alternative zur pädagogischen Konsequenz, vielmehr gilt es auf der Basis einer verstehenden Haltung erzieherische Prozesse für Kinder und Jugendliche klar und berechenbar und pädagogische Konsequenzen transparent zu gestalten.

Der Fachtag setzte insbesondere durch die interdisziplinäre Besetzung und die
Einbindung der Praxis wichtige Impulse für eine gelingende Kooperation der
Bereiche Schule und Jugendhilfe und die Weiterentwicklung erzieherischer
Konzepte geben.

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