HS.R-Studierende führen Logistik-Projekt mit der Zollner AG durch

23.04.2013
Von: Viola Rebay von Ehrenwiesen, Klaus Bauer

Prof. Dr. Thomas Liebetruth von der Fakultät Betriebswirtschaft der Hochschule Regensburg (HS.R) betreut ein Kooperationsprojekt. Im Lehrbereich Internationale Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Logistik, erarbeiten Studierende gemeinsam mit der Firma Zollner Elektronik AG eine Materialflussanalyse.

Die Projektgruppe

Die Projektgruppe der Hochschule Regensburg in Zusammenarbeit mit der Zollner AG. Foto: Lena Altmann

Im letzten Quartal 2011 begann die Zusammenarbeit zwischen der Hochschule Regensburg (HS.R) und des Teams Supply Chain Management der Zollner Elektronik AG mit einem Fachvortrag zum Thema Materialkennzeichnung und logistische Traceability. 

Diese Kooperation wurde im Oktober 2012 mit einem gemeinschaftlichen Projekt fortgesetzt. Im Masterstudiengang Logistik der HS.R  ist im Lehrplan für das Fach Projektseminar eine praxisnahe Projektarbeit vorgesehen. Mit Prof. Dr. Thomas Liebetruth, der im Lehrbereich Internationale Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Logistik an der HS.R tätig ist, wurde ein Projekt zum Thema "Materialflussanalyse" ins Leben gerufen. 

Derartige Gemeinschaftsprojekte von Firmen und Hochschulen stellen den Praxisbezug für die Studierende her und bieten Unternehmen die Chance, neue Methoden sowie derzeit angewandte Praktiken aus der Theorie zu implementieren. 

Die Studierenden erarbeiteten von Oktober bis Dezember 2012 anhand einer konkreten Aufgabenstellung Handlungsempfehlungen für die Zollner AG, die auf ausführlichen Ist-Analysen des Behälterflusses in einem Geschäftsbereich in der Zollner AG resultierten. 

Innovative Ansätze zum Behältermanagement im Pilotbereich stellten das Ziel des Projekts dar. Hierzu wurde seitens der Zollner AG ein Projektauftrag formuliert, der Angaben zur Ist-Analyse und Soll-Konzeption beinhaltete. Im  Vorfeld wurden Daten zum Behältervolumen in einer Multimomentaufnahme erhoben. 

Zum Projekt-Kickoff fand ein Termin an der HS.R statt, bei dem die Themenstellung vorgestellt und erste Informationen ausgetauscht wurden. Zunächst referierte Klaus Bauer und stellte die Zollner Elektronik AG vor. Im Anschluss präsentierte Martin Wiendl den Geschäftsbereich anhand der Gebäudelayouts, worauf Viola Rebay von Ehrenwiesen den Projektauftrag und die Grundlagen der Projektbearbeitung erläuterte.

Um den praktischen Bezug zu erlangen, besuchten kurz darauf die Studierenden das Hauptwerk der Zollner Elektronik AG in Zandt. Bei einer  Werksführung konnten sie sich ein eigenes Bild von den unterschiedlichen Stationen des Behälterflusses, von Lager über SMD zu den einzelnen Fachbereichen wie manuelle Fertigungen oder Montage machen. Die Studierenden zeigten reges Interesse; so konnten ihre zahlreichen Fragen bereits vor Ort beantwortet und die praktische Ausarbeitung im Anschluss um diese zusätzlichen Informationen ergänzt werden. 

Neben der Produktionsbesichtigung im Geschäftsbereich wurde der Termin für Diskussionen und Fragen an die Zollner-Mitarbeiter genutzt. Bei der Ergebnispräsentation am 18. Dezember 2012 stellten die Studierenden ihre Handlungsempfehlungen zur Ablaufgestaltung des Behälterflusses produktionsintern und -extern anhand der zur Verfügung stehenden Daten dar. 

In der Ist-Analyse wurden der Behälterdurchsatz in einem sogenannten Sankey-Diagramm visualisiert, die am häufigsten verwendeten Behältertypen ausgewertet und in diesem Zuge die vorhandene Vielfalt aufgezeigt. Darüber hinaus erarbeiteten die Gruppen derzeitige Problemstellungen und Lösungsvorschläge, die kurzfristig und mit einfachen Mitteln umsetzbar sind. 

Die Umsetzung einiger konsequenter Maßnahmen bildet die Grundlage zur systemgestützten Einführung eines Behältermanagements in der Unternehmensgruppe Zollner. Als Hauptkriterium nannten die Studierenden die Trennung externer und produktionsinterner Behälterkreisläufe. Dies habe den positiven Effekt konstanter Behältermengen in der Produktion, womit der Suchaufwand entfällt.

Auch die Behältervermischung wird vermieden und zugleich die Möglichkeit einer gezielten Behältersteuerung geschaffen. In Visualisierungen wurden die Vorschläge beispielhaft im Layout dargestellt und die Systematiken erklärt. Diese Ergebnisse bieten eine wertvolle Grundlage, den Material- und Behälterfluss zu optimieren und werden bei derartigen Projekten Verwendung finden. 

Von allen Beteiligten wurde die Zusammenarbeit als überaus positiv beurteilt. An Folgeprojekten zu aktuellen Themen sei die HS.R nach Aussage von Prof. Liebetruth sehr interessiert. Abschließend bedankten sich die Firmenvertreter der Zollner Elektronik AG bei den Studierenden für die qualitativ hochwertigen Ergebnisse mit einer kleinen Aufmerksamkeit aus dem Zollner-Geschenkportfolio und mit einer Bestätigung der erfolgreichen Projektteilnahme. 

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