HS.R-Projekt: HipHop trifft auf bayerische Volksmusik

22.06.2012
Von: Maike Berndt-Zürner, Anja Satzger

Studierende der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule Regensburg (HS.R) realisierten außergewöhnliches Musikvermittlungsexperiment für Jugendliche im W1 – Zentrum für junge Kultur in Regensburg.

Gemeinsam in Bewegung: Schuhplattler Josef, Rapper Achim und HipHop-Tänzer Leon.

Eine beeindruckende Vorstellung gab Schuhplattler Josef. Fotos: Uwe Hering

Eine wunderbare Kombination: Die Tuba von Bernhard Böhm (Leiter des Jugendblasensemble "Viel-Harmonie") und DJ Rafflow. Foto: Maike Berndt-Zürner

HipHop und bayerische Volksmusik - eine unmögliche Verbindung? Studierende des Studiengangs Musik- und bewegungsorientierte Soziale Arbeit der HS.R haben unter der Leitung von Maike Berndt-Zürner und Dominik Huber ein ganz besonderes musikalisch-tänzerisches Experiment durchgeführt. Im W1 − Zentrum für junge Kultur fand am 2. Juni 2012 einen Workshop-Tag für und mit Jugendliche(n) unter Anleitung der Studierenden zusammen mit Künstlern aus den Bereichen HipHop und Volksmusik statt. 

Die beteiligten Künstler waren: Achim (Rap-Gesang) und DJ Rufflow (Demograffics), HipHop-Tänzer Leon und Schuhplattler Josef. Außerdem waren die Jugendblaskapelle Riedenburg (Viel-Harmonie) sowie Jugendliche aus verschiedenen Jugendzentren dabei. Ziel des Workshops war der musikalisch-tänzerische Austausch der vermeintlich unvereinbaren Stile auf Basis von Improvisation. Die musikalisch-künstlerische Begegnung diente der Erforschung von Gemeinsamkeiten und Anknüpfungspunkten zwischen den unterschiedlichen Genres und Jugend-Musikkulturen.

Besonders wichtig war beim gegenseitigen Kennenlernen und Austausch die Authentizität der unterschiedlichen Künstler zu wahren, allen ihren Raum zu geben. Das Workshop-Programm beinhaltete spielerische Einheiten zum Kennenlernen, Ausprobieren und Experimentieren, in denen die Kreativität jedes und jeder einzelnen gefragt war. In drei Gruppen wurden kleine Darbietungen erarbeitet, die anschließend in einer internen genreübergreifenden Abschlusspräsentation im W1 mündete.

 

 

Studentin Anja Satzger, die zusammen mit Jana Jung und Rapper Achim die Arbeitsgruppe „Rap trifft Rhythm und Brass“ begleitet hatte, berichtet über die Herangehensweise:

„Ausgehend von der Frage, wo sich Verbindungsmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Genres finden lassen, inszenierten wir einen Arbeitsprozess, in dem beispielweise zuerst die Volksmusik-Spezialisten mit einem selbstgeschriebenen Vierzeiler, unterlegt mit HipHop-Beats, sich dem Rappen annäherten oder die Rap-Spezialisten auf Volksmusik-Rhythmen ihre Sprachkunst zum Besten gaben. Eine Herausforderung für beide Spezialistengruppen, denn der HipHopBlasmusik-Mix stellte für alle etwas Neues und Unbekanntes dar. Dennoch − nach anfänglichen Schwierigkeiten − wuchs die Begeisterung und das Engagement aller Teilnehmer. Unsere Volksmusik-Spezialisten entwickelten einen eigen komponierten Sound, der die Grundlage für unsere drei Stimmkünstler Achim, Jana und Tee Kay bildete, die dazu rappten und freestylten. In der Verbindung mit den Experimenten der anderen Gruppen („HipHop-Tanz trifft Schuhplattler“ und „DJ trifft Brass“) entwickelten wir dann eine gemeinsame Show. Letztendlich kann man sagen: HipHop und Volksmusik wird vielleicht zur nächsten Love-Story in der Musik."

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