HS.R-Professorin erarbeitet Integrationsbericht

13.03.2012
Von: Pressestelle Stadt Regensburg

Die Stadt Regensburg erstellt in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Sonja Haug von der Hochschule Regensburg (HS.R) einen wissenschaftlichen Integrationsbericht. Die Zusammenarbeit wird von der EU aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds (EIF) kofinanziert.

Zum 1. März 2012 ist das Projekt „Integrationsbericht und Integrationskonzept für Regensburg“ gestartet. Die Stadt Regensburg möchte auf breiter wissenschaftlich abgesicherter Datenbasis einen Integrationsbericht erstellen und daraus wesentliche Erkenntnisse für die Erarbeitung eines Integrationskonzepts gewinnen. Die Hochschule Regensburg (HS.R.) konnte als Partner gewonnen werden. Die Projektkooperation zwischen der HS.R. und der Stadt Regensburg wird von der EU aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds (EIF) kofinanziert.

Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Sonja Haug. Sie ist Professorin für Empirische Sozialforschung an der HS.R und langjährige Expertin im Fachgebiet der Migrations- und Integrationsforschung. Seitens der Stadt Regensburg wird das Projekt vom Leiter des Amtes für Weiterbildung, Dr. Hermann Hage, betreut. Projektmitarbeiterinnen sind Verena Gelfert  und Matthias Vernim von der HS.R. und Dr. Eva Winisch von der städtischen Informationsstelle Integration.

In der zweijährigen Projektlaufzeit werden drei Ziele verfolgt:

  • Erstellung eines Integrationsberichts
    Um eine solide Bestandsaufnahme und Bedarfsermittlung durchführen zu können, wird ein so genanntes Integrationsmonitoring entwickelt. Zunächst werden die verfügbaren Daten anonymisiert ausgewertet. Ein erstes Teilziel besteht darin, die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund zu ermitteln, um die Zielgruppen einzugrenzen. Anschließend wird der Integrationsbedarf einzelner Migrantengruppen evaluiert. Hierbei liegt ein Fokus auf den strukturellen Integrationsfaktoren, wie beispielsweise Bildung, Erwerbstätigkeit und Wohnen. Indikatoren sollen nicht nur durch Auswertung vorhandener amtlicher Datenquellen, sondern auch auf der Basis von Befragungsdaten entwickelt werden. Die Befragung der Zielgruppe ist erforderlich, da zu vielen zentralen Integrationsindikatoren keine amtlichen Daten erhoben werden. So fehlen etwa Daten zu den Deutschkenntnissen, zu den im Ausland erworbenen Qualifikationen oder zur Mitgliedschaft in Vereinen.
  • Entwurf eines Integrationskonzepts
    Im Mittelpunkt der Anstrengungen zur Entwicklung eines umfassenden Integrationskonzepts und -leitbilds steht die bestehende, reale Regensburger „Integrationslandschaft“ mit ihren Stärken und Herausforderungen. Damit verteilte Ressourcen in unterschiedlichen Handlungsfeldern zusammengeführt, Ansatzpunkte für notwendige Veränderungen erkannt und Umsetzungsstrategien entwickelt werden können, ist es wichtig, Aussagen zu vorhandenen Kompetenzen und ungenutzten Ressourcen zu treffen. Die Erfahrungen der vielen Akteure in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern sind von zentraler Bedeutung und sollen in das Konzept einfließen. Dazu werden im Arbeitsprozess Kontakte hergestellt. Experteninterviews sollen helfen, den Handlungsbedarf im Stadtgebiet fundiert zu eruieren, Zielvorstellungen zu formulieren und Lösungswege aufzuzeigen. Ziel ist es, Strukturen zu bilden um Integration zu fördern und nachhaltig abzusichern. Städte, die sich in den vergangenen Jahren überzeugend um eine konzeptgeleitete Integrationspolitik und –arbeit bemüht haben, dienen dabei als Vorbild. Dank ihrer Vorreiterrolle besteht die Chance, vor Ort Lernprozesse zu verkürzen und Irrwege zu vermeiden. Bereits im Vorfeld wurde die Situation vor Ort durch Gespräche eruiert. Kommunikationswege müssen ausgebaut und der offene Informationsaustausch weiterentwickelt werden.
  • Planungsgrundlage für die „Informationsstelle Integration“ der Stadt Regensburg
    Die Informationsstelle Integration ist neben der Beratung von Migranten Regensburg zuständig für die Durchführung der bundesweiten Integrationskurse. Sie wirkt auch als Anlaufstelle für viele Migrantinnen und Migranten, berät und vermittelt bei Bedarf an Fachstellen. Anhand von Befragungen der Kursteilnehmenden wie der Lehrkräfte sollen empirische Erkenntnisse über die Passgenauigkeit der Angebote gewonnen werden. Mit den Ergebnissen soll sichergestellt werden, dass die Integrationsmaßnahmen vor Ort zukünftig noch besser und zielgruppenspezifischer adressiert werden können.

Rückfragen an:
Prof. Dr. Sonja Haug, Hochschule Regensburg (HS.R), sonja.haug(at)hs-regensburg.de
Dr. Hermann Hage, Amt für Weiterbildung, Tel. (0941) 507 1430, hage.hermann(at)regensburg.de

 

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