Hörsaal statt Klassenzimmer für Regensburger Schüler

23.07.2008
Von: Prof. Susanne Rockinger

Die Sieger der diesjährigen Fürther Mathematik-Olympiade wurden von der Hochschule Regensburg zu einem "Tag der Mathematik" an die Hochschule eingeladen

Die Fürther Mathematik-Olympiade ist ein Schülerwettbewerb, der sich an Schüler der gymnasialen Unterstufe richtet. Neben der Förderung mathematisch begabter Schüler dient der Wettbewerb auch dazu, die Schüler auf den Landeswettbewerb und den Bundeswettbewerb Mathematik vorzubereiten. Da die Idee für einen solchen Unterstufenwettbewerb von Lehrern aus Fürth stammt, haben sie den Wettbewerb, der mittlerweile in fast allen bayerischen Regierungsbezirken angeboten wird, nach ihrer Heimatstadt benannt.

In der Oberpfalz wurde der Wettbewerb im Großraum Regensburg durchgeführt. In zwei Runden hatten sich die Schüler der verschiedenen Gymnasien zu bewähren. Die Sieger der ersten Runde erhielten Buchpreise und durften an der zweiten Runde teilnehmen. Die Schüler, die auch dort erfolgreich waren, wurden von der Hochschule Regensburg zu einem „Tag der Mathematik“ eingeladen.

Am Freitag, dem 18. Juli, mussten die 21 Unterstufenschüler also nicht wie üblich die Schulbank in ihren Klassenzimmern drücken, sondern fanden sich in einem Hörsaal der Hochschule ein. Nach einem vergnüglichen mathematischen Spiel wurden die Schüler von Prof. Dr. Welsch im Labor für Hochspannungstechnik empfangen. Professor Welsch schilderte zunächst in einem interessanten Vortrag die dramatischen Auswirkungen von Stromausfällen und Blitzeinschlägen. Hierbei stellte er die Bedeutung der Mathematik heraus, deren Beherrschung für ein Ingenieurstudium unverzichtbar sei. In spektakulären Experimenten wurde den Schülern die Notwendigkeit von Blitzableitern anschaulich näher gebracht. Auch bei Versuchen mit Corona-Entladungen und Hörner-Blitzen mussten sich die Schüler die Ohren zuhalten, da es nicht nur blitzte, sondern auch gewaltig krachte.

Nach den Aufregungen der Führung wurden die Schüler von der Hochschule Regensburg zu einem Mittagessen in den Räumen der neuen Mensa eingeladen. Der Nachmittag startete dann mit einem Workshop über Kryptologie. Dort konnten die Schüler unter Anleitung von Frau Prof. Dr. Rockinger in die Wissenschaft vom Verschlüsseln, Verbergen und Verheimlichen reinschnuppern und sich selbst im Verschlüsseln von geheimen Nachrichten üben. So lernten die Schüler, dass die einfache Kodierung nach Cäsar, die nur durch Verschieben des Alphabets entsteht, ohne großen Aufwand mit etwas mathematischen Ideen zu einer sicheren mathematischen Verschlüsselungsmethode werden kann. Neben dieser Methode aus der römischen Antike lernten die Schüler auch eine aus der griechischen kennen: die Skytala. Hierbei wird ein langer Papierstreifen um einen Zylinder gewickelt und beschriftet. Die Originalbotschaft kann nur mit einem gleichartigen Zylinder zurückerhalten werden.

Den Höhepunkt bildete dann die Preisverleihung für die erfolgreichen Teilneh-mer der Mathematik-Olympiade. Zunächst gratulierte Prof. Dr. Wirtz im Namen der Hochschule den Preisträgern und sprach die Hoffnung aus, in einigen Jahren den einen oder anderen unter ihnen an der Hochschule als Student begrüßen zu dürfen. Anschließend verlieh Herr StD Stöckl in Vertretung des Ministerialbeauftragten Herrn Ltd. OStD Trüb die Urkunden. In seiner kurzen Ansprache betonte er, wie stolz er auf die Schüler sei, die sich über zwei Runden für diesen „Tag der Mathematik“ qualifiziert hätten. Er dankte Herrn StR Meiringer vom Goethe-Gymnasium für die Durchführung der Mathematik-Olympiade und Frau Prof. Dr. Rockinger für die Organisation des „Tages der Mathematik“ von Seiten der Hochschule. Stolz nahmen die kleinen Mathematiker dann unter Beifall von Eltern, Lehrern und Professoren ihre Urkunden entgegen. Begeistert von so viel spannender Mathematik zum Anfassen kehrten die Schüler nach diesem aufregenden Tag nach Hause.

Zurück