Gesprächskreis Interkulturelles Management beschäftigte sich mit den USA

26.11.2012
Von: Prof. Dr. Holger Haldenwang

Bereits zum siebten Mal fand das Treffen an der Hochschule Regensburg (HS.R) statt, um Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf Eigenheiten verschiedener Länder einzustimmen.

Die amerikanische Trainerin Michelle Cummings-Köther ging in ihrem Vortrag insbesondere auf die interkulturellen Unterschiede ein.

Die Veranstaltung hat bereits zum siebten Mal unter der Leitung von Prof. Dr. Holger Haldenwang (rechts), Fakultät Betriebswirtschaft, und Gerhard Hain (links), ti communication, stattgefunden. Fotos: Hochschule Regensburg

„Friend“  in der amerikanischen Kultur bedeutet noch lange nicht, dass es sich um einen Freund handelt. Nein, es ist im deutschen Sprachgebrauch nur „ein Bekannter“. Würde man stattdessen für das deutsche Wort „Bekannter“ den englischen Ausdruck „Acquaintance“ benutzen, mag man diesen „Bekannten“ am liebsten gar nicht kennen. Der Ausdruck ist negativ besetzt. Demzufolge ist ein in Deutschland „sehr guter Freund“ im Amerikanischen mit „very best friend“ zu übersetzen.

Diese Erkenntnisse und ähnliche Besonderheiten, die manchmal zu Fallstricken werden können, wurden anlässlich des nun bereits zum siebten Mal an der HS.R durchgeführten Gesprächskreises Interkulturelles Management vorgestellt. Diesmal stand das Land USA im Mittelpunkt der Ausführungen und der Diskussion, woran interessierte Unternehmensvertreter, Professoren und Professorinnen und Studierende teilgenommen haben.

Zuerst präsentierte Franz Forster, Vertrieb und Marketingleiter der Fa. Emz-Hanauer, Nabburg, seine Sicht der Dinge, die insbesondere beim Aufbau von Geschäftsbeziehungen in den USA auftreten können. Dabei stellte er in den Mittelpunkt seiner Ausführungen die Herausforderungen an die Logistik, die damit zusammenhängenden Kosten, Patent- und zollrechtlichen Fragen, Punkte der Personalrekrutierung und Entlohnung sowie unterschiedliche Erwartungshaltungen seitens der Kunden und Mitarbeiter.

Im Anschluss daran stellte Manfred Moritz, Prozessingenieur Fa. Gerresheimer Medical Plastic, die Schwierigkeiten vor, mit denen er beim Aufbau eines „Technical Competence Centers“ in der Nähe von Atlanta zu kämpfen hatte. Ihm machten Probleme der Arbeitsplatz- und Prozessbeschreibungen, und die sehr spezifischen Lebensläufe bei der Mitarbeitergewinnung und Führung (Rückdelegation) zu schaffen.

Ihm wurde anlässlich seines USA – Aufenthaltes auch klar, dass „OK“ nicht unbedingt „Gut“ bedeutet, sondern es würde gerade eben so halt „in Ordnung“ sein. Um Mitarbeiter loben zu wollen bedarf es der Kenntnis einer ausgesprochenen Werteskalierung, die von Ok über Good, Great, Perfect, Awesome in aufsteigender Reihenfolge verläuft. Man sollte sich also nicht an der bayerischen Art zu loben, die nach dem Motto läuft, orientieren: „Nicht geschimpft, ist genug gelobt.“ Nein, in USA herrscht eine Kultur der positiven und ausdrücklich direkten Lobaussage, während (berechtigte) Kritik nur ganz vorsichtig und sehr, sehr indirekt vorgebracht werden darf.

Insbesondere auf diese interkulturellen Unterschiede ging die amerikanische Trainerin Michelle Cummings-Köther im Rahmen ihres sehr detailreich und mit vielen Beispielen vorgetragenen Beitrags als dritte Referentin im Anschluss ein. Diese und viele weitere Tipps und Erkenntnisse haben den insgesamt gut 40 Teilnehmern und Teilnehmerinnen einen mehr als zwei Stunden dauernden interessanten und kurzweiligen Abend gebracht, der gemeinsam unter der Leitung von Prof. Dr. Holger Haldenwang (Fak BW) und Gerhard Hain (ti communication) stand.

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