Familienfreundliche Hochschule

28.04.2009
Von: Andrea März-Bäuml

Vortrag "Was kann ambulante Pflege leisten?"

Als familienfreundliche Hochschule möchte die HS.R die Belange von Familien mit Kindern ebenso wie die von Studierenden, MitarbeiterInnen und ProfessorInnen, die zu Hause mit der Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds konfrontiert sind, beachten. Deshalb begrüßte die neue Frauenbeauftragte,  Prof. Dr. Christine Süß-Gebhard, kürzlich den Referenten Herrn Forster und alle am Thema „Pflege eines Angehörigen“ Interessierten zu einem kurzweiligen Vortrag. Forster ist seit vielen Jahren Leiter mehrerer Sozialstationen des Caritasverbandes Regensburg und belegte die Fakten eindrücklich mit Beispielen aus dem Alltag von Pflegebedürftigen und ihren Familien. Auch auf individuelle Fragen wusste er kompetente Antworten zu geben.

Es ist schade, dass viele Betroffene vom Leistungskatalog der Pflegeversicherung zu wenig wissen und deshalb oft notwendige Hilfen wie Verhinderungs- und Kurzzeitpflege und auch niedrigschwellige Angebote nicht in Anspruch nehmen. Seit 1. Januar 2009 sind die Krankenkassen verpflichtet, die Unterstützung von Pflegeberatern anzubieten, die dann kostenlos zu den Familien ins Haus kommen und den ganzen Pflegeprozess begleiten. Der Pflegeberater erfasst den Hilfebedarf, erstellt einen individuellen Versorgungsplan, informiert über Pflegehilfsmittel, wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Anbieter von ambulanten Pflegediensten, Pflegekurse für Angehörige und hilft beim Ausfüllen von Anträgen.

Forster erklärte die Unterschiede im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse und der Pflegeversicherung, zählte die Zuzahlungsverpflichtungen des Versicherten auf, wies auf die einzelnen Pflegestufen hin und informierte über die mögliche Kombination von Pflegesachleistung und Pflegegeld. Interessant war auch, dass der Medizinische Dienst seit Jahresbeginn eine gesetzliche Verpflichtung hat, zeitliche Fristen zum Begutachtungsbesuch einzuhalten. So müssen Betroffene nicht mehr monatelang auf den Bescheid der Einstufung in eine Pflegestufe warten.

Die Diskussionen während und am Ende des Vortrags haben gezeigt, dass großes Interesse am Thema „Vereinbarkeit von Pflege und Berufstätigkeit bzw. Studium“ besteht. Deshalb möchte Prof. Dr. Süß-Gebhard diese Vortragsreihe, die im Juni letzten Jahres begann, fortsetzen. Auch sonst ist eine schnelle, unbürokratische Unterstützung in der Hochschule gegeben. Im Familienbüro erhält jeder Angehörige der Hochschule eine umfassende, individuelle Beratung zu diesem Thema.  Anruf genügt: 0941/943 9710.

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