Erste Vollversammlung Pflege

22.03.2018
Von: Dr. Kerstin Pschibl

Über 100 Studierende aus drei Studiengängen waren der Einladung zur ersten Vollversammlung Pflege gefolgt. Neben Kennenlernen, Austausch und Vernetzung standen auch politisch relevante Themen wie die Arbeitsbedingungen in der Pflege im Fokus.

Die Studiendekanin und Studiengangleiterin des BA Pflege (dual) Prof. Dr. Christa Mohr auf der ersten Vollversammlung Pflege

Die Studiendekanin und Studiengangleiterin des BA Pflege (dual) Prof. Dr. Christa Mohr auf der ersten Vollversammlung Pflege. Foto: OTH Regensburg

Insgesamt 210 Studierende aus drei Studiengängen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) waren am 15. März 2018 eingeladen zur „1. Vollversammlung Pflege“. Etwa die Hälfte kam, um sich zum Thema „Vernetzung und Interessenvertretung“ auszutauschen.

Für die Studierenden der Bachelorstudiengänge Pflege (dual) und Pflegemanagement (berufsbegleitend) sowie des neuen Masterstudiengangs Advanced Nursing Practice stand bei dieser ersten gemeinsamen Vollversammlung vor allem das Thema „Kennenlernen und Vernetzen“ im Vordergrund. Die Studierenden, die alle in Kliniken der Region arbeiten, hatten großes Interesse am Austausch zu den Arbeits- und Studienbedingungen.

Das zweite wichtige Thema war die Vorstellung von Partizipationsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen. Auch die Fachschaft „Forum Sozialwissenschaften“ warb für eine aktive Beteiligung und bekam viel Applaus für die Ankündigung, sich in „Forum Sozial- und Gesundheitswissenschaften“ umbenennen zu wollen.

Sich einmischen und mitentscheiden

Das aktive „Einmischen und Mitentscheiden der Pflege“ ist für die Leiterin der Studiengänge Pflegemanagement und Advanced Nursing Practice (ANP) Prof. Dr. Annette Meussling-Sentpali von entscheidender Bedeutung. Die Arbeitsbedingungen im Bereich Pflege stehen momentan in der Politik weit oben auf der Agenda und die Pflegekräfte müssen sich aktiv an der Diskussion beteiligen. „Pflege muss laut werden“, sagte sie, „nur so können die Rahmen- und Arbeitsbedingungen verbessert werden“.

Auch Studierende können und müssen sich einmischen. Neben Berufsverbänden und Gewerkschaften gibt es unter anderem bayern- und bundesweit vernetzte Fachschaften. Die bayerischen Fachschaften organisierten beispielsweise am 22. Juni einen „Hochschulpolitischen Pflegefachtag“ in Nürnberg.

Die „Vereinigung der Pflegenden in Bayern“

Prof. Dr. Meussling-Sentpali stellte außerdem die Aufgaben einer „Pflegekammer“ vor, bei der – analog zur „Ärztekammer“ – die Berufsgruppe der Pflegenden selbstverwaltet die Fragen der Berufsordnung oder des Berufegesetzes, aber auch beispielsweise ethische Fragen in Selbstverwaltung regeln kann. In Bayern sei die Einrichtung einer Pflegekammer erst angekündigt, aber dann durch eine „Vereinigung der Pflegenden in Bayern“ ersetzt worden. Die Berufsverbände, die im „Deutschen Pflegerat“ zusammengeschlossen sind, seien häufig mitgliederschwach und ohne größere finanzielle oder personelle Ausstattung.

„Pflege wird aber immer lauter und auch immer mehr gehört“, betonte Prof. Dr. Meussling-Sentpali. Dafür sind auch Initiativen wie der Care Slam verantwortlich, der Elemente von PoetrySlam und ScienceSlam mit politischen Inhalten verbindet. Auch die OTH Regensburg wird sich 2018 aktiv beteiligen. Die Projektstelle ForGenderCare ist Mitveranstalter der Veranstaltung „Kümmert Euch! – BarCamp zu Fürsorge, Politik und Vernetzung" am 30. Juni 2018 in München.

Fachtag zum Thema Pflegetheorie trifft Pflegepraxis geplant

Unter dem Motto „Pflegetheorie trifft Pflegepraxis“ wird Prof. Dr. Christa Mohr, Studiendekanin und Studiengangleiterin des BA Pflege (dual), Studierende und Praxisanleitungen aus den Kliniken am 16. November 2018 zu einem gemeinsamen Fachtag einladen. Als Gastrednerin spricht Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik, eine Pflegewissenschaftlerin „der ersten Stunde“ und Mitglied des Hochschulrats der OTH Regensburg.

Zudem werden wissenschaftliche Arbeiten und Projektideen vorgestellt, die in der Praxis bereits getestet beziehungsweise umgesetzt wurden. „Gute Ideen und Arbeitsansätze müssen geteilt werden und dürfen nicht ins Archiv verschwinden“, so Prof. Dr. Mohr. 

Im Rahmen der Vollversammlung kamen vonseiten der Studierenden Anregungen für Werbemaßnahmen in den Kliniken. Einige Studierende wünschten sich eine möglichst umfassende Beteiligung Ihrer Kolleginnen und Kollegen sowie der Vorgesetzten in den Kliniken. „Wir wollen zeigen, dass das Geld für unsere Ausbildung gut angelegt ist“, sagte eine der Studierenden.

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