Einstiegsveranstaltung für Studierende im Pflege-Bereich war gut besucht

13.10.2015
Von: Prof. Dr. Clarissa Rudolph, Prof. Dr. Irmgard Schroll-Decker

Ausstellungseröffnung und thematischer Einstieg zum Studienstart an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg). Die Veranstaltung nach dem Motto "Who cares" war nicht nur für Erstsemester an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften interessant.

Prof. Dr. Clarissa Rudolph beim Vortrag. Foto: Stefan Wögerbauer

Prof. Dr. Clarissa Rudolph beim Vortrag. Foto: Stefan Wögerbauer

Diskussionsrunde mit der Gewerkschaftssekretärin Manuela Dietz (verdi) und der Öffentlichkeitsreferentin Sabine Karg (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe DBfK Südosten). Foto: Jürgen Heubach

Diskussionsrunde mit der Gewerkschaftssekretärin Manuela Dietz (verdi) und der Öffentlichkeitsreferentin Sabine Karg (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe DBfK Südosten). Foto: Jürgen Heubach

Die Einführungstage an der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften fanden zum Wintersemester 2015/2016 unter dem Motto "Who cares?" statt. Angesprochen waren nicht nur alle neu immatrikulierten Studierenden, sondern alle Studierenden der Fakultät. Besonderen Zulauf zeigten die Studierenden der gesundheitswissenschaftlichen Studiengänge, darunter auch Studierende des im WiSe 2015/2016 erstmals startenden ausbildungsintegrierenden Studiengangs Physiotherapie. 

Geschlechterungleichheiten in "Care-Berufen"

Anlass war eine vom Deutschen Frauenrat gestaltete Ausstellung, die auf die komplexen Arbeitsanforderungen und prekären Arbeitsbedingungen von Frauen - und auch Männern - in Care-Berufen hinweist. Prof. Dr. Clarissa Rudolph eröffnete die Ausstellung im überfüllten Hörsaal mit dem Vortrag "Vom Wickeln, Füttern, Putzen - Aktuelle Debatte und Politiken zu Gender und Care". Sie wies dabei vor allem auf die Geschlechterungleichheiten in der Anerkennung und Umverteilung von Care-Arbeit hin und skizzierte abschließend einige politische Initiativen, die zur Lösung dieser Zukunftsfragen beitragen wollen. Dabei wurde deutlich, dass die gesellschaftlichen Herausforderungen für Soziale Arbeit und Gesundheitswissenschaften auf  den gleichen Grundstrukturen beruhen.

Die Fragen nach der politischen Interessenvertretung in Care-Berufen beschäftigten auch die Leiterinnen des Workshops "Inner- und Außerbetriebliche Interessenvertretung in Care-Berufen am Beispiel Sozialer Arbeit und Pflege", Katja Schmidt, Projektmitarbeiterin (Arbeitsbedingungen und Interessenvertretung von Pflegekräften in Bayern) und Ronja Müller (Studentin des dualen Pflege-Studiengangs). Mit den von ihnen eingeladenen Referentinnen, der Gewerkschaftssekretärin Manuela Dietz (verdi) und der Öffentlichkeitsreferentin Sabine Karg (Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe DBfK Südosten) diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor allem Möglichkeiten und Hindernisse bei der Stärkung des politischen Einflusses in Care-Arbeitsbereichen.

Parallel dazu moderierten Mitglieder der Studierendenvertretung einen Workshop zum Thema „Welche Muttis will Vater Staat?" Die Inhalte bezogen sich auf den Wandel sozialer Reproduktion und feministischer Ökonomiekritik. Aufgrund der kurzfristigen Absage der Referentin wurde kurzer Hand ein Lektürekurs daraus gemacht.

Um 16 Uhr hatten die Studierenden die Wahl zwischen den beiden Veranstaltungen "Männer mögen Menschen – Interaktiver Vortrag über Intentionen für die Wahl eines Care-Berufes am Beispiel Pflege", welcher von Amalya Mady Lammers und Helmut Mayer, beide Studierende der Pflege, gestaltet wurde. Die Sozialarbeitstudentinnen Caroline Bohn und Maya Schmitt haben im Workshop "Deutschland im Gender-Wahn" – brauchen wir noch Feminismus?!" mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen rege diskutiert. Den Abschluss des Tages bildete die Vorführung des beeindruckenden Dokumentarfilmes "Mama illegal", der die Situation dreier Frauen aus Moldawien schildert, die mit Care-Tätigkeiten im Ausland ihre Familien unterstützen. 

Einblicke in die Praxis

Am zweiten Tag lieferten Praxisvertreter/innen spannende "Einblicke in Berufsfelder". Bei dieser Form der Einführungstage hat sich bei der Ankündigung, der Organisation und der Programmgestaltung die gute Zusammenarbeit zwischen den Lehrenden der Sozialarbeits- und Gesundheitsberufe und dem Forum Sozialwissenschaften (insbesondere dem Arbeitskreis Gender) bewährt. 

Die Ausstellung „Who cares?“ wurde finanziell unterstützt vom Verein der Freunde der OTH Regensburg.

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