Dr. Haug legt Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Kulturentwicklungsplan vor

27.08.2012
Von: Pressestelle, Stadt Regensburg

Die Vielfalt und Breite des Regensburger Angebots wird geschätzt. Drei Kategorien von Anliegen der Bürger und Bürgerinnen konnten von der Professorin der Hochschule Regensburg (HS.R) identifiziert werden.

Bei der Pressekonferenz der Stadt Regensburg: Prof. Dr. Sonja Haug von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der HS.R und Regensburgs Kulturreferent Clemens Unger präsentieren die Ergebnisse der Bürgerbefragung zum Kulturentwicklungsplan der Stadt. Foto: MZ

Die Bürgerbefragung zum Kulturentwicklungsplan von Prof. Dr. Sonja Haug führt zu Tage, was sich die Regensburger Bürger und Bürgerinnen wünschen und mit welchen Angeboten sie zufrieden sind. Foto: Feuerer

Was wünschen sich die Regensburger und Regensburger?

Wie zufrieden ist die Regensburger Bevölkerung mit dem kulturellen Leben der Stadt? Welche Wünsche in Hinblick auf Kultur haben die Bürger und Bürgerinnen? Diese Fragen sollte eine repräsentative Befragung von 5000 Regensburger und Regensburgerinnen beantworten. Im Januar 2012 startete das Kulturreferat in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Regensburg die Befragungsaktion als Teil der Bürgerbeteiligung im Rahmen des Kulturentwicklungsplans. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Repräsentatives Ergebnis

859 der angeschriebenen Bürger und Bürgerinnen haben ihre Fragebögen ausgefüllt zurückgesandt. Der Rücklauf der Fragebögen ist mit einer Quote von 17,2 Prozent hoch genug, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Der vierseitige Fragebogen deckte verschiedene Aspekte ab: Der Hauptteil der Fragen sollte die Zufriedenheit mit dem kulturellen Angebot ermitteln. Ein anderer Abschnitt des Fragebogens beschäftigte sich mit der Bekanntheit des kulturellen Angebots und der Veranstaltungsstätten. Ein dritter Teil ließ Raum für die Nennung von Wünschen.

Kernaussage der Untersuchung

Prof. Dr. Sonja Haug, Professorin an der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule Regensburg, wertete die Fragebögen mit ihrem Team aus. 112 Seiten umfasst der Bericht zur Befragung. Dr. Haug fasst die Kernaussage der wissenschaftlichen Untersuchung in einem Satz zusammen:

Besonders die Stadtbücherei, die Volkshochschule, das Theater und Angebote im Bereich Klassische Musik, Volksmusik sowie Film- und Medienkultur erfüllen die Erwartungen der Regensburger und Regensburgerinnen. Auch die Angebote für spezielle Zielgruppen entsprechen den Bedürfnissen der Kunden und Kundinnen. Der Geschmack der Studierenden wird am besten getroffen. Sie sind noch zufriedener mit den zielgruppenspezifischen Veranstaltungen als Senioren und Seniorinnen sowie Familien.

Nicht unerwartet sind es die Großveranstaltungen in der Altstadt, die auf die Frage nach den kulturellen Höhepunkten am häufigsten genannt wurden. Sowohl das Bürgerfest als auch das Jazzweekend und die Schlossfestspiele besucht ein Großteil der Befragten.

Drei Wünsche der Teilnehmer und Teilnehmerinnen

Die Bürger und Bürgerinnen schätzen insgesamt vor allem die Vielfalt und Breite des Kulturangebots in Regensburg. „Das heißt aber nicht, dass es keinerlei Verbesserungspotenzial gibt“, meint Haug. „Es gibt dennoch einen Bedarf, der bislang nicht gedeckt wird“. So hat sie in der Untersuchung drei Kategorien von Anliegen festgestellt: Die Bürger und Bürgerinnen wünschen sich eine noch größere Diversität der Kulturangebote, mehr große Veranstaltungen wie beispielsweise Konzerte und preisgünstigere Angebote für spezielle Zielgruppen.

Unter bestimmten Voraussetzungen würden viele Bürger und Bürgerinnen das Kulturangebot laut eigenen Angaben auch durchaus häufiger nutzen. So erklärt Haug: „Vor allem mangelnde Zeit und mangelndes Geld hindern an häufigeren Besuchen von Veranstaltungen“. Berücksichtigt man zeitliche Einschränkungen und das begrenzte Budget der Bürger und Bürgerinnen, könnten durch eine optimierte Planung beim Kulturangebot die Besucherzahlen somit erhöht werden, meint Haug.

Doch auch die Information über das Kulturangebot kann noch ausgebaut werden. Die Online-Verfügbarkeit und ihr Wissen über das Kulturangebot in Regensburg schätzen die meisten Bürger und Bürgerinnen als mittelmäßig ein. Auch das ist für Kulturreferent Klemens Unger ein wichtiger Ansatzpunkt für Verbesserungen. „Der Öffentlichkeitsarbeit im Kulturbereich kommt eine immer wichtigere Rolle zu. Denn der Kulturgenuss muss sich gegen stärker werdende Konkurrenz, vor allem von Seiten der Medien, behaupten“.

Passend dazu spielt nicht zuletzt der Unterhaltungsaspekt von Kultur eine große Rolle beim Besucherpotenzial. So wünscht sich ein Teil der Befragten mehr unterhaltsame Kulturangebote.

Input für den Verwaltungsentwurf des Kulturentwicklungsplans

Die Untersuchung macht deutlich, dass den Regensburger und Regensburgerinnen ein breites kulturelles Angebot sehr wichtig ist. Gleichzeitig sind die Bürger und Bürgerinnen nicht nur sehr zufrieden mit dem Angebot in ihrer Stadt, sondern nutzen dieses auch. Vor allem Museen, Stadtbücherei, Volkshochschule und das Theater werden häufig besucht. Die Rolle der freien Kulturszene sieht ein Großteil der Befragten darin, neue Ideen in die Stadt zu bringen.

Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Vorsitzender der Lenkungsgruppe Kulturentwicklungsplan, ist sehr zufrieden mit dem positiven Ergebnis. Noch wichtiger sind für ihn aber die geäußerten Wünsche. „Wir sehen anhand des Befragungsergebnisses, was wir alles richtig machen. Wir sehen aber genauso, in welchen Bereichen wir noch Verbesserungsbedarf haben. Mit den Ergebnissen wird sofort weitergearbeitet.“ Denn sie seien für ihn „eine sehr wichtige Grundlage für die Erstellung des Regensburger Kulturentwicklungsplans. Sie fließen nun in den Verwaltungsentwurf ein“.

Die Befragung hat den Ist-Zustand analysiert und Entwicklungspotenzial aufgespürt. Diese Ergebnisse werden nun in den Verwaltungsentwurf des Kulturentwicklungsplans eingearbeitet. Sobald dieser fertig gestellt ist, wird er den Bürger und Bürgerinnen vorgestellt. Daraufhin folgen weitere Beteiligungsaktionen für die Regensburger und Regensburgerinnen.

Hintergrund zum Kulturentwicklungsplan

Die Befragung der Bürger und Bürgerinnen ist ein wichtiger Bestandteil des Prozesses zur Erarbeitung des Kulturentwicklungsplans der Stadt Regensburg. Die Befragung ist eine Maßnahme zur Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen. Unter Einbeziehung von Kulturverwaltung, freien Kulturschaffenden und Kulturorganisationen aller Art sowie unter Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger soll der Kulturentwicklungsplan 2013 erstellt und von den politischen Gremien der Stadt verabschiedet sein.

Ergebnis der Bürgerbefragung zum Kulturentwicklungsplan hier

Bericht in der MZ hier
Bericht auf kult.de hier
Beitrag von TVA Ostbayern hier

 

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